Endivie und Zichorie richtig kultivieren

Zichorien, auch unter der Bezeichnung Zuckerhut oder Endivie bekannt, und ihre Wurzeln werden schon seit der römischen und griechischen Antike als Arzneipflanze kultiviert. Zichorien sind eine botanische Gattung (Cichorium), sie gehen auf die Gemeine oder Gewöhnliche Wegwarte (Cichorium intybus) zurück. In der modernen Küche werden ihre Kulturformen, die Endivie und der Chicorée, trotz ihres bitteren Geschmacks verwendet. Die Pflanze wächst ohne Probleme in jedem Klima, vorausgesetzt, daß Ihr ein Minimum an Pflege zuteil wird. Die jungen Blätter können in rohem Zustand Salate begleiten, gegart werden sie zu zahlreichen Speisen als Gemüsebeilage gereicht.

Die Zichorien oder Wegwarten sind ausdauernde, krautige Pflanzen. Sie sind überaus pflegeleicht, ihr Anbau bzw. ihre Kultur ist jedermann zugänglich. Ihre Wuchshöhe beträgt im Durchschnitt 100 cm. Die Pflanze besitzt eine tiefreichende, dicke Pfahlwurzel. Die unteren Stengelblätter der Wegwarte sind schrotsägeförmig fiederschnittig, die oberen, eher kleinen Stengelblätter haben eine länglich-lanzettliche Form und sind fiederspaltig bis ungeteilt. Die himmelblauen Blütenköpfchen bestehen aus Zungenblüten. Chicorée, Radicchio und Endivien finden als Lebensmittel vor allem in der französischen Küche Verwendung, stoßen aber generell in der Gastronomie auf große Beliebtheit, obwohl sie leicht bitter schmecken. In feine Streifen geschnitten sind wie alle Salate mit einem leckeren Salatdressing verfeinert besonders schmackhaft. Die Gemeine Wegwarte ist frostbeständiger als ihre Kulturformen Eskariol (Winterendivie) und Friseesalat (Krausblättrige Endivie). Auch die Wurzeln der Zichorie sind genießbar, obwohl sie besonders viele Bitterstoffe enthalten. Geröstet und zerrieben wird die Zichorienwurzel als Kaffee-Ersatz verwendet.

Die Kultur der Gemeinen Wegwarte

Ab Mai kann man die Wegwarte direkt ins Freiland pflanzen. Mit einem kleinen Spaten Furchen ziehen und die Zichoriensaat in regelmäßigen Abständen hineinlegen. Mit der Hand etwas Erde über die Samenkörner geben und vorsichtig andrücken. Danach mit Hilfe der Gießkanne fein mit Wasser berieseln. Bis zur vollständigen Keimung der Pflanze, also wenn die ersten Blätter sichtbar werden, sollte das Erdreich stets feucht gehalten werden und eine konstante Temperatur zwischen 18° und 20° C zeigen. 10 bis 15 Tage nach der Keimung sind die Pflanzen 5-6 cm hoch und können ausgedünnt werden. Die schwächsten Sämlinge werden ausgezupft, es bleibt eine Pflanze alle 25 bis 30 cm stehen. Im Juli wird erneut ausgedünnt, die schwächsten Pflanzen werden entfernt oder mit 25 bis 30 cm Abstand versetzt. Der Ansatz der Pflanzen muß deutlich über der Bodenoberfläche liegen und darf nicht durch Erde verdeckt werden. Im September und Oktober kann die Gemeine Wegwarte geerntet werden. Zehn Tage zuvor wird über jede Pflanze ein Keramiktopf oder eine undurchsichtige Glocke gestürzt. Damit die Blätter korrekt bleichen können, sollte dies am besten an einem schönen Sonnentag getan werden. Alle unerwünschten Blätter mit einem Messer abschneiden und auf den Kompost geben. Sobald sich der Winter seinem Ende zuneigt, bildet die Pflanze kleine apfelförmige Triebe von intensiver Färbung, die im Geschmack leicht bitter sind.

Pflege der Zichorie

Nach der Auspflanzung wird die Wegwarte oder Zichorie mäßig, aber regelmäßig gewässert. Bei besonders großer Hitze, wenn der Boden durch die Sonne ausgetrocknet ist, wird die Pflanzung besonders früh am Morgen ausgiebig gewässert. Die noch jungen Pflänzchen brauchen zwischen 3 und 4 Liter Wasser je Quadratmeter. Wenn die Pflanze in der Hochphase ihrer Entwicklung steht, steigt die benötigte Wassermenge auf bis zu 10 Liter je Quadratmeter an. Die Entfernung von unerwünschten Beikräutern ist eine systematische Aufgabe, um möglichst zarte und schmackhafte Triebe zu erhalten, wird regelmäßig zwischen den Reihen gejätet. Für Insekten und Schnecken sind Wegwarten eine echte Leibspeise. Um sie fernzuhalten, wird Asche oder Eichenlaub um die Pflanzen gestreut.

Die Wegwarte und ihre Heilwirkung

In der Heilkunde wird die Wegwarte vor allem für ihre abführenden und verdauungsfördernden Eigenschaften geschätzt. In ihren Wurzeln und Blättern speichert die Gemeine Wegwarte Inulin als Reservekohlenhydrat, das die Produktion von Magensäften und darüber auch die Gallentätigkeit anregt. Daneben hat Inulin auch eine präbiotische Wirkung, wirkt sich positiv auf die Darmflora aus und verhindert damit Magenverstimmungen. Es heißt, der Verzehr von Chicorée würde sogar vor Darmkrebs schützen. In Labortests wurde nachgewiesen, daß die Pflanze ferner abführende Eigenschaften besitzt und Verstopfung vermeiden hilft. Zahlreiche Studien schließlich legen nahe, daß der wasserlösliche Ballaststoff Inulin nicht nur für eine geregelte Verdauung sorgt, sondern auch den Cholesterinspiegel und die Triglycerin- und Fettwerte im Blut senken sowie das Immunsystem stimulieren kann.

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Veröffentlicht in Wintergemüse von Emily am 23 Nov 2012

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