Windengewächse - Krautige Kletter- und Schlingpflanzen

Windengewächse sind nicht nur von unleugbarem Schmuckcharakter, und dabei auch noch ausdauernde Pflanzen. Mit ihren kurzlebigen Blüten glänzen Winden von Juni bis Oktober an Spalieren und Strauchbeeten, können aber auch Farbe auf einen Balkon bringen. Diese krautigen Lianen sind unter anderem wirksame Heilpflanzen, sie sind für ihre harntreibende und abführende Wirkung bekannt. Da Windengewächse extrem leicht und mitunter spontan wachsen, werden sie mitunter als unerwünschte Begleitpflanzen betrachtet.

Winden sind ausdauernde Pflanzen, die seit ewigen Zeiten in der Phytotherapie zur Anwendung gelangen. Dennoch werden sie von Gärtnern als Schadpflanzen angesehen. Winden bezeichnen diverse Gewächse in der Pflanzenfamilie der Windengewächse (Convolvulaceae), zu denen die Gattungen der Zaunwinden (Calystegia) und der Winden (Convolvulus) gehören. Manchmal werden auch die Prunkwinden (Ipomoea) in diese Kategorie eingeordnet. Zu den bekanntesten Arten zählen die Ackerwinde (Convolvulus arvensis), die Bunte Prunkwinde (Ipomea purpurea) und die Echte Zaunwinde (Calystegia sepium). Sie alle klettern an anderen Pflanzen hoch, winden sich um sie und nehmen ihnen damit unter Umständen das Licht. Die sommergrünen Blätter der Winden sind herzförmig oder lanzettlich, die Blütenstiele enden in trichterförmigen Blüten von zarter, heller Farbe (weiß, blau, rosa).

Wie werden Windengewächse gezogen?

Manche Winden-Arten sind langlebig, überstehen dank ihrer Wurzelstöcke, die tief im Boden liegen, auch die Wintersaison. Diese Wurzelstöcke können spontan natürliche Ausleger produzieren. Die Dreifarbige Winde Convolvulus tricolor dagegen ist einjährig und vermehrt sich durch Aussaat. Winden vermehren sich hauptsächlich durch Aussaat oder durch Pikieren der Wurzelschößlinge. Gepflanzt wird Anfang Frühjahr direkt ins Freiland, in dieser Saison gelangen die Samenkörner rasch zur Keimung, die Pflanze kann sich an der sie umgebenden Vegetation festklammern und um sie herumwinden. Das Wachstum der Winde ist sehr schnell, unter besten Bedingungen kann die Pflanze täglich ein neues Blatt produzieren. Sie hat eine deutliche Vorliebe für lockeren, frischen und feuchten Boden. Düngung wird toleriert, ist aber nicht notwendig. Dagegen genießt sie regelmäßige Wassergaben in kleinen Mengen. An sonnigen Standorten gedeiht die Winde am besten. Besonderen Schutz im den Winter benötigt diese sehr rustikale ausdauernde Pflanze nicht, sie vermag Temperaturen über -20° C hinaus standzuhalten und wächst im Frühjahr spontan erneut.

Winden – Verwendungsbereiche

Die Winde blüht von Juni bis Oktober, ihre Blüten sind vergänglich, aber überaus attraktiv. Die Ästhetik ihres Blätterkleids wie des gesamten Pflanzgerüsts macht sie in der Tat zu einer wirklich hübschen Zierde. Im Garten kann man sich ihrer als Pflanzenvorhang an einem Spalier bedienen. Sie verziert Sommerrabatten und Strauchbeete, ist aber auch im Pflanzbehälter auf einem Balkon bemerkenswert. Im Garten, vor allem in Obstgartennähe erweisen sich Winden als extrem nützlich. Das Bittermandelaroma ihrer Blüten spendet Bienen und anderen Bestäuberinsekten Nektar für die Honigproduktion. In der Hauptsache wird sie allerdings für ihre Heilkräfte kultiviert. Die Blätter und Blütenkronen werden im Sommer gepflückt, wenn die Pflanze in voller Blüte steht, die Wurzeln im Herbst ausgegraben. Alle Pflanzenteile läßt man luftig im Schatten oder in einem Trockner bei Temperaturen von maximal 40° C trocknen. Der Winde ihre therapeutische Wirkung verleihende Aktivsubstanzen sind Glykoside, Gerbstoffe und Schleimstoffe. Die Winde ist für ihre darmreinigenden und harntreibenden Eigenschaften bekannt. Sie hilft bei Blähungen, Verstopfung und ist leberreinigend. Ferner wird sie zur Heilung von Weißfluß eingesetzt. Umschläge mit gemahlenen Blättern der Pflanze helfen, Furunkel schneller reifen zu lassen.

Maßnahmen zur Beseitigung von Windengewächsen

Trotz ihrer Heilqualitäten und ihres hübschen Aussehens werden Winden von vielen Gärtnern als Unkraut angesehen. Sie wachsen nämlich spontan auf Brachland, Wiesen und Nutzbeeten. Sie sind derart schnellwachsend, daß sie sich invasiv ausbreiten können. Sie versorgen sich mit den gleichen Nährstoffen, die für Nutzpflanzen bestimmt sind. In dem Masse, wie sie sich ausbreiten, wachsen sie Obst und Gemüse zu und nehmen deren Licht. Mit Unkrautjäten und Hacken kann man den Winden nichts anhaben. Ihre Wurzeln wachsen metertief in den Boden, man wird sie also nur unter Mühen wieder los. Im schlimmsten Fall erzielt man durch Jäten und Hacken das genaue Gegenteil. Diese Maßnahmen gleichen dem Pflanzenschnitt und stimulieren die Regeneration bzw. das Wachstum der Pflanze. Jedes Pflanzensegment, das im Erdreich verbleibt, läßt an dieser Stelle eine neue Pflanze entstehen. Die beste Methode, um Windengewächse loszuwerden, ist das Spritzen von Unkrautvernichtungsmitteln während der aufkommenden Blüte im Juni oder Juli. Die Wurzeln verfügen in dieser Zeit nur über geringe Reserven, sehen sich folglich insgesamt geschwächt. Leider sind chemische Unkrautvernichtungsmittel nach wie vor am wirksamsten. Bei dem Einsatz von Totalherbiziden oder Spezialprodukten zur Vernichtung von Windengewächsen die vorgeschriebene Dosis präzise einhalten, um wirklich alle Wurzeln zu erreichen. Eine zu große Dosis droht unter Umständen die Blätter zu schnell zu verbrennen, läßt die Wurzel dagegen unberührt. Für mehr Genauigkeit wird empfohlen, mit einem Spritzgerät zu arbeiten. Bei Windstille und an trockenen Tagen ist die Behandlung effizienter und weniger umweltbelastend. Nach der Behandlung sollte während 24 Stunden kein Regen fallen.

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Veröffentlicht in Kletterpflanzen von Emily am 22 Jul 2011

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