Feld- und Wiesenblumen, schnell gesät

Bei dem Anblick von Wiesenblumen wird man sofort nostalgisch, denkt an Urlaub auf dem Land, an weite Felder… Zumeist wachsen sie einfach so am Wegesrand, in ihrem natürlichen Umfeld. Ihre Kultur mag mitunter schwierig scheinen, da die Samen mancher Arten extrem winzig und zerbrechlich sind. Man kann sie durch Aussaat kultivieren – eine heikle, aber von den Spezialisten befürwortete Methode. Arbeitsintensiver, aber ebenso möglich, ist die Kultur durch Pflanzung.

Wiesenblumen kultivieren

Wiesenblumen-Saatgut wird im Handel zumeist in Tütchen mit einer Mischung mehrerer Arten angeboten.
Wer selber entscheiden möchte, was er sät, braucht schon einiges Blumenfachwissen: Handelt es sich um Tausendschön, Kornblumen, Löwenzahn, Klatschmohn…? Oder er vertraut sich dem Samenhändler an. Wiesenblumen erfordern keine besonderen Pflege, nur ein zuvor von Unkraut befreites Gelände in sonniger Lage.

Der ideale Zeitpunkt für den Anbau von Wiesenblumen

Die Aussaat erfolgt vorzugsweise ab dem Frühling. Der Blütezeitpunkt dagegen ist unterschiedlich und artenabhängig. Ideal erscheint eine Blüte zwischen März und Oktober. Frühjahrsaussaat bei Temperaturen über 7° C schützt das Saatgut vor Kälte und Nachtfrösten. Die Pflanzenschößlinge kommen so ab Juni bis Oktober zur Blüte. Herbstaussaat dagegen führt zu “schlafendem” Saatgut, die Blumensamen brauchen nicht gewässert werden, da sie in dieser Jahreszeit nicht wachsen. Vielmehr keimen diese Samen erst im Frühjahr darauf.

Um den Wildblumen alle Chancen zu geben, einen schönen Blumenteppich zu bilden, ist es von größter Bedeutung, sein Gelände von allem Unkraut (Samenkörner und Wurzeln) zu befreien. Unkraut kann per Hand, mit einer Hacke oder mit Hilfe eines Freischneiders entfernt werden. Alles hängt von der Größe des Geländes ab. Ein oder zwei Wochen, bevor man sich an die Aussaat oder Pflanzung seiner Blumen machen kann, wird es zweimal hintereinander von allem Unkraut befreit. Die Wartezeit ist notwendig, um sicherzugehen, daß die unerwünschten Pflanzen nicht erneut keimen. Von einer Anreicherung des Bodens mit Dünger wird stark abgeraten. Vergessen Sie nicht, daß diese Blumen auf ganz natürliche Weise, ohne Nachhilfe, wachsen. Wer düngt, der unterstützt nur das Nachwachsen neuen Unkrauts.

Feld- und Wiesenblumen aussäen

Die bloße Aussaat setzt keine besonderen Techniken voraus. Das Saatgut wird einfach auf den vorbereiteten Boden gestreut. Besonders winzige Samenkörner weitflächig auswerfen, damit sie sich möglichst gleichförmig auf dem Boden verteilen. Für größeres Saatgut (Kastanien, Eicheln…) z. B. mit einem spitzen Stock Pflanzlöcher von wenigen Zentimetern Größe bilden. In der freien Natur werden solche Samen vom Wind transportiert, fallen auf den Boden und wachsen zu Pflanzen heran. Manchmal kann es nötig sein, sie mit einer dünnen Schicht Erde zu bedecken, um sie vor körnerfressenden Tieren zu schützen.

Die im Handel verkauften Samen sind bereits mit Vermiculit oder Buchweizen-Spreu vermischt. Dadurch wird nicht nur die Verteilung des Saatguts vereinfacht, sie bilden für die Samen auch einen guten Schutz. Das Saatgut ist ohne vorherige Vorbereitung saatfertig. Fertige Samenmischungen enthalten in der Regel mehrere Arten: Ringelblumen, Margeriten, Levkojen, Flockenblumen, Amarant, Klatschmohn, Lein, Rittersporn…

Wie werden Wiesenblumen gesät?

Je Quadratmeter Fläche sind 2 Gramm Saatgut erforderlich. Diese Menge ist so gering und die Saat so winzig, daß das Unterfangen fast unmöglich erscheint. Hier zwei Tricks, um seine Blumenmischung garantiert gleichförmig auf der vorhandenen Fläche zu verteilen. 5 Gramm Saat in einem Schüsselchen mit einer Handvoll Weizengrieß vermischen und auf die Wiese streuen. Oder: Die Samenkörner mit Lehmboden oder Lehm vermischen, anfeuchten und mit der Hand kneten, bis man einen weichen Teig erhält. Durchsieben und sechs Stunden lang trocknen lassen. Mit der Hand Kügelchen formen, die ausgesät werden können. Die Saat mit einem Rechen vorsichtig glattziehen und eventuell 15 Minuten lang mit einem Schwenkregner wässern.

Wiesenblumen säen oder pflanzen

Die Pflanzung ist eine mühseligere Technik. Zwar weiß man so im voraus, welche Art genau wachsen wird, ob die Pflanzen aber anwachsen, ist nicht immer garantiert. Die Vermehrung durch Stecklinge und Ableger ist absolut machbar, durch die Ausbildung neuer Wurzelfasern und das Pikieren danach an den endgültigen Standort kann die Pflanze jedoch ziemlich geschwächt werden. Darum wird normalerweise zur Aussaat geraten.

Die Pflanzung ist eine manchmal durch Baumschulgärtner realisierte Technik, da sie erlaubt, die Verwendung von Samen zu kontrollieren. Eine Pflanze ist in der Lage, hunderte bis tausende Samenkörner zu produzieren, im Vergleich zu der Aussaat ist aber allein ein schwacher Prozentsatz lebensfähig.

Löwenzahn und Malve können für ihre erwiesene Heilwirkung gepflanzt werden. Sie wirken unter anderem beruhigend, hustenlindernd und harntreibend. Die Wurzel der Zichorie wird geröstet als Kaffee-Ersatz verwendet, Ysop würzt Fleisch und andere Speisen, Odermennig hilft bei Magen- und Darmproblemen… Sie alle kann man aber auch schlicht anbauen, um schöne Sträuße daraus zu binden.

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Veröffentlicht in Sommerblumen von Emily am 11 Jul 2011

1 Kommentar

Kommentar : Detlef Kretschmer (Gast)

Hallo, wir möchten eine bisher genutzte Feldfläche, ca. 750 qm, in Zukunft nicht mehr bewirtschaften und somit brach liegen lassen. Damit dort aber nicht unkontrolliert nur Unkraut wächst, möchten wir eventuell eine Blumenwiese anlegen. Nun unsere Frage, reicht es dazu eine Mischung Wiesenblumen auszusäen, oder müssen wir dann vorher eine Rasenfläche darauf anlegen? Und wie verhält es sich dann mit dem Mähen dieser Rasenfläche? Wir möchten den Pflegeaufwand natürlich so weit wie möglich reduzieren, da die Zeit für die Pflege der anderen Flächen, die insgesamt sicher noch einmal etwa 750 qm beträgt, schon groß genug ist. Könnten Sie uns diesbezüglich eine Auskunft geben? Für Ihre Bemühungen vielen Dank im Voraus. Mit freundlichen Grüßen Detlef Kretschmer

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