Topinambur - Anbau, Pflanzung, Pflege

Topinambur ist ein wirklich faszinierendes Gemüse. Die Knollen vermehren sich wie Kartoffeln durch die Bildung von Tochterknollen. Topinambur zählt zu derselben botanischen Gattung wie die Sonnenblume, vom Geschmack her erinnert die Pflanze eher an die Artischocke. Schon seit geraumer Zeit ist Topinambur beim Verbraucher in Vergessenheit geraten. Schuld daran ist sein knolliges Aussehen. Mit dem aktuellen Trend biologisch bewußter Ernährungsweise verbunden ist die Rückkehr von längst vergessenen Gemüsepflanzen. Topinambur gehört dazu, wird vermehrt wieder angebaut und gehört zum Sortiment von Bio-Supermärkten.

Topinambur (Helianthus tuberosus) ist anspruchslos und einfach zu kultivieren. Was aber nicht bedeutet, man brauche sich nicht um die Pflanze zu kümmern, ganz im Gegenteil – sie möchte die ganze Dauer ihres Wachstums hindurch versorgt werden. Somit ist es sinnvoll, die wichtigsten Etappen der nötigen Pflegemaßnahmen besser zu kennen. Ideal ist es, Topinambur auf einer kleinen Kulturfläche des Hausgartens anzubauen. Die Pflanze bildet nämlich kräftige Knollen, die sich über Ableger im Boden stark und derart schnell ausbreiten, daß die umliegenden Gemüsepflanzen bei mangelnder Pflege schon bald zugewuchert sind. Topinambur wird ohne weiteres 3 Meter hoch und bildet zu Herbstbeginn zahlreiche gelbe Blütenstände. Damit bildet die Pflanze einen guten Windschutz für empfindlicheres Gemüse. Topinambur ist leicht zu kultivieren und kommt auch mit ärmeren Böden zurecht. Mit Ausnahme des Mehltaus können Krankheiten der Pflanze kaum etwas anhaben, sie ist in der Tat recht robust. Für die noch jungen Triebe und Ausläufer sind vor allem Nacktschnecken eine Gefahr. Topinambur hat den Vorteil, Kälte zu vertragen, was die in der Erde vergrabene Knolle betrifft.

Topinambur – Anbau und Ernte

Ideale Pflanzzeit für Topinambur sind die Wochen ab der zweiten Februarhälfte bis Mitte April, also wenn kein Frost mehr herrscht bzw. bis tief ins Frühjahr hinein. Man findet die Knollen dieser Pflanze im Gartenhandel oder Pflanzenversand, kann aber auch schlicht beim Gemüsehändler für den Verzehr bestimmte Knollen kaufen und muß sie nur eingraben. Bevor man seine Knollen in die Erde eingraben kann, muß der Boden aufgelockert, also umgegraben werden. Jede Knolle etwa 10 cm tief in die Erde setzen. Einen Pflanzabstand von mindestens 50 cm und einen Reihenabstand von 80 cm einhalten. Ist die Pflanzarbeit abgeschlossen, den Boden ordentlich mulchen, um die Ausbreitung von Unkraut zu verhindern. Topinambur muß nicht überwacht werden. Es ist jedoch sinnvoll, um die Pflanzen herum die Erde von Zeit zu Zeit anzuhäufeln. Besonders ratsam wird dies ab einer Pflanzhöhe von etwa 30 cm. Eventuell in die Pflanzreihen von einem Ende zum anderen einen Metalldraht spannen, der den Pflanzen als Abstützung dient. Sollte die Erde zu trocken werden, nicht zögern und die Pflanzung ein wenig gießen. Wassermangel hemmt das Wachstum der Topinambur-Knollen. Will man im Folgejahr erneut Topinambur pflanzen, genügt es, einige Knollen in der Erde zu belassen. Obwohl Topinambur als Frucht Achänen, einsamige Schließfrüchte, bildet, wird die Pflanze zumeist nur durch Teilung von Ausläufern vermehrt. Rhizomteilung ist in der Tat eine geläufige Praxis, um die Vermehrungsrate zu erhöhen.

Die Erntezeit für Topinambur

In der Regel im Frühjahr können Topinambur-Kulturen gedüngt werden. Kompost zur Versorgung des Bodens ist völlig ausreichend. Ab Oktober, wenn der Vegetationszyklus verlangsamt und die Blätter der Topinambur-Pflanzen welk werden, kann man die Knollen aus der Erde holen. Die Erntezeit ist heran, wenn die Blüte vollständig abgeschlossen ist. Mit einer Grabegabel die Knollen vorsichtig ausgraben. Aber nichts überstürzen! Man braucht nicht alle Knollen auf einmal aus der Erde holen. Da einmal ausgegrabener Topinambur sich nicht lange hält und im Kontakt mit der Luft recht schnell alt wird, kann und sollte man immer nur so viel ausgraben, wie man gerade benötigt – der Rest bleibt in der Erde. Am besten aufgehoben sind die Knollen, die man nicht sofort benötigt, im Gemüsegarten und in der Erde. Topinambur ist ein Wintergemüse und absolut frostbeständig. Solange die Knollen in der Erde liegen, überstehen sie den Winter ohne jegliche Probleme.

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Veröffentlicht in Wurzelgemüse von Emily am 01 Aug 2011

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