Stecklingsvermehrung: Eine klassische und einfache Methode, um Pflanzen für seinen Garten zu erhalten

Ein Steckling ist ein Sproßteil einer Pflanze und wird in größeren Mengen zur vegetativen Vermehrung verwendet. Damit die Stecklingsvermehrung gelingt, kann man mit Hormonpulver arbeiten, das die Wurzelbildung anregt. Mit bestimmten Arten wie Trauerweide, Solanum oder Fuchsie können Stecklinge auch in Wasser zu guten Ergebnissen führen. Es genügt, den Steckling in ein Glas mit Wasser und etwas Holzkohle zu stellen und abzuwarten, bis er Wurzeln schlägt.

Stecklingsvermehrung

Ob ein Steckling angegangen ist, erkennt man leicht an sich verdickenden Knospen. Umgetopft wird erst, wenn ein neuer Trieb wirklich sichtbar ist. Das Umtopfen muß mit besonderer Vorsicht erfolgen, um die Wurzeln nicht zu beschädigen. Das Kultursubstrat besteht aus 50 % Sand, 25 % Torf und 25 % Blumenerde.

Was bedeutet Stecklingsvermehrung?

Stecklingsvermehrung ist eine Technik für die Vermehrung von Pflanzen. Genau genommen handelt es sich um eine Art des Klonens, da aus dem Teil einer Pflanze eine neue Pflanze entsteht, die identisch mit der Mutterpflanze ist. Der Steckling wird von einer lebenden, kräftigen und gesunden Pflanze abgetrennt. Wie lange es dauert, bis der Steckling Wurzeln schlägt, hängt davon ab, um welchen Stecklingstyp es sich handelt und wie er zum Wurzelschlagen gebracht wird. In der Wachstumsphase einer Pflanze abgetrennte Stecklinge bringen aber in der Regel den größten Erfolg. Der günstigste Zeitpunkt für die Vermehrung mit Steckholz ist im Juni. Geeignet für diese Art der Vermehrung sind Azaleen, die Ulme und der Ahorn. Verholzende Pflanzen können mit dem ausklingenden Sommer durch Stecklinge vermehrt werden, für bestimmte blättrige Pflanzen muß man den Herbst oder Winter abwarten. Die Vermehrung von Nadelbäumen mit Hilfe von Stecklingen kann gegen Herbstende und im Winter im Kaltbeet durchgeführt werden.

Wie erhält man einen Steckling?

Die klassische Methode besteht darin, ein Stück eines verholzten Zweigs oder einer krautigen Pflanze von der Mutterpflanze abzutrennen. Der Steckling mißt etwa 10 bis 15 Zentimeter und muß mindestens 3 Augen zeigen. Um eine saubere Schnittstelle zu erhalten, wird er mit einer scharfen Gartenschere oder einem Okuliermesser von der Mutterpflanze abgetrennt. Für einen erfolgreichen Steckling stets oberhalb eines Auges abschneiden. Damit der nun wurzellose Pflanzenteil möglichst wenig Wasser verdunstet, werden alle Blätter mit Ausnahme der Kronblätter abgetrennt. Der Steckling wird in ein Substrat gesetzt, z. B. Kompost oder Erde, oder in einen Behälter mit etwas Wasser gestellt. Die Schnittstelle muß vollständig eingetaucht sein. Solange er noch keine Wurzeln gebildet hat, hält man den Steckling geschützt vor Wind und Sonne in einem feucht-warmen Milieu. Nach 3-4 Wochen kann man neben den Augen erste Knospenansätze sehen. Der Steckling ist angegangen.

Arten von Stecklingen

Blattstecklinge werden gegen Sommerende an Pflanzen ohne Lignin genommen. Stammstecklinge sind junge Zweige, die durch Biegen zwischen Daumen und Zeigefinger leicht brechen. Kopfstecklinge können von den meisten Pflanzen genommen werden, wobei darauf geachtet wird, die Triebe bis zur Neupflanzung feucht zu halten. Gehölzstecklinge bestehen in der Regel aus verholzten Ruten der zu vermehrenden Pflanze, und lassen sich nicht mehr ohne weiteres biegen. Diese Art der Vermehrung wird Anfang Frühjahr, Ende Herbst oder im Winter praktiziert. Stecklingsvermehrung unter Gewächshausbedingungen wird praktiziert, um Austrocknung und Verdunstungsstreß zu vermeiden. Über den Steckling einfach ein Glas stülpen oder ihn in einen Plastikbeutel legen, allerdings auf regelmäßige Belüftung achten. Die relative Luftfeuchte sollte möglichst bei 100 % gehalten werden. Alle zwei Tage muß gelüftet werden, um zu verhindern, daß das Pflanzenmaterial fault. Für eine Vermehrung in Hydrokultur arbeitet man mit Steinwolle und taucht den Steckling 24 Stunden lang in saure wäßrige Lösung, der eventuell etwas Bewurzelungshormon beigegeben werden kann. Auch Kokosfaser ist geeignet, diese sind aber leicht zu befeuchten.

Nützliche Tips

Die Vermehrung bestimmter Arten erfolgt durch ein Blatt oder durch Wurzelteile. Blumentöpfe aus Ton fördern die Wurzelbildung, sofern die Stecklinge an den Rand des Topfes gelegt werden. Sie können dann die an den Topfrändern gebildete Wärme aufnehmen. Das Bewurzelungshormon Auxin steigert die Erfolgschancen und verbessert die Rhizombildung. So wird das Pulver richtig angewandt: den Steckling an seiner Basis über eine Länge von 1 bis 2 cm schräg einschneiden und die Schnittstelle in das Bewurzelungspulver tauchen. Eine ganz geringe Menge reicht aus, überschüssiges Pulver wird vorsichtig abgeklopft. Die Vermehrung durch Absenker ist eine Variante der Stecklingsvermehrung und wird vor allem bei Pflanzen mit biegsamem Stengel angewendet. Großflächige Blätter werden in ihrer Breite auf die Hälfte gekürzt, um die Verdunstung zu begrenzen.

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Veröffentlicht in Pflege von Emily am 14 Jun 2011

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