Stangenbohnen anbauen - Pflanzung, Pflege, Tips

Die Garten-, Stangenbohne oder Fisole, Phaseolus vulgaris, ist eine Gemüsepflanze, die ursprünglich vor allem in Südamerika und Zentralamerika heimisch ist. Von dort verbreitete sie sich bereits vor Jahrhunderten über den ganzen Planeten. Der europäische Kontinent gehört zu den wichtigsten Importeuren. Bei der Pflanzung und Kultur der Gartenbohne muß mit Sorgfalt und Methode vorgegangen werden. Nur wenn bestimmte Regeln eingehalten werden, wird man sich an seinen Bohnen wirklich erfreuen. Die Gartenbohne kennt verschiedene Schädlinge und Schadbilder, die ihre Entwicklung beeinträchtigen.

Stangenbohnen werden ausgesät. Aufgrund ihres starken Wuchses und ihrer großen Rankkraft setzt man sie am besten neben eine Stange, an der sie hochranken kann. Bei der richtigen Pflege kann diese Gemüsepflanze in einer Saison mehrere Ernten bescheren. Doch sollte man für den häufig auftretenden Befall von Gartenbohnen mit Blattläusen und Fliegen gewappnet sein.

Stangenbohnen pflanzen

Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris), auch Fisolen genannt, sind relativ anspruchsvolle Pflanzen insoweit, als ihre Kultur viel Aufmerksamkeit und Kontrolle der Bodenbeschaffenheit, aber auch Versorgung des Bodens mit dem richtigen Dünger erfordert. Die Bezeichnung “Stangenbohne” weist darauf hin, daß sie an Stangen hochwachsen. Dabei handelt es sich um ein Gerüst aus Holz oder Metall als Rankhilfe, eventuell auch nur einfach um Stöcke, die in die Erde gesteckt werden und an denen die Pflanzen hochranken können. Sie werden leicht geneigt derart aufgestellt, daß sich jeweils zwei gegenüber liegende Stangen berühren. Die Pfosten oder Stangen müssen solide in der Erde stehen und selbst starkem Wind standhalten. Da Bohnen wärmeliebend sind und nur unter den korrekten Bedingungen wachsen können, sollte die Bodentemperatur idealerweise zwischen 18° bis 25° betragen. Sind alle Voraussetzungen für die Pflanzung von Stangenbohnen gegeben, können sie 3 bis 4 cm tief in Horsten um die Stangen gesät werden. Die Pflanzlöcher mit einer dünnen Schicht Sand verschließen. Solange die Pflänzchen noch nicht zur Keimung gelangt sind und nicht aus der Erde herausschauen, ist es nicht ganz einfach sie zu gießen. Sobald die Keimlinge aber sichtbar sind, wird die Erde um sie herum angehäufelt und sie werden zwei- oder dreimal die Woche gegossen.

Bohnen sind Hülsenfrüchte, die sich in der Regel mit anderen Gemüsepflanzen vertragen. Positiven Einfluß auf die Bohnenkultur haben zum Beispiel Gurken, Chicorée, Spinat und Zucchini. Dagegen sind Zwiebeln, Erbsen, Knoblauch und Lauch keine wirklich guten Nachbarn der Bohne. Nach nur 10 bis 12 Wochen können die ersten Bohnen geerntet und von den Pflanzen abgenommen werden. Nach der Ernte die Pflanzen nicht links liegen lassen. Bei kontinuierlicher Pflege nach der ersten Blüte können sie zu einer zweiten Blüte gelangen und so dem Gärtner eine zweite Ernte bringen. Nach dieser zweiten Ernte die Pflanzen kurz über dem Boden abschneiden. Die Wurzeln verbleiben im Boden, sie dienen dem Erdreich aufgrund ihres hohen Stickstoffgehalts als Dünger. Die Kultur von Stangenbohnen ist für den Gärtner eine wirklich vorteilhafte Aktivität. Die Erntemengen sind derart umfangreich, daß man von diesem leckeren und zarten Gemüse über mehr als genug für die Eigenversorgung verfügt. Überschüsse kann man noch an Freunde weitergeben oder sogar verkaufen. Stangenbohnen sollten nur durchgegart verzehrt werden, um etwaige gefährliche Inhaltsstoffe zu neutralisieren.

Stangenbohnen – Pflege und Pflanzkalender

Der Stangenbohnensaat geht einige Arbeit voraus: Die Pflanzparzelle muß vorbereitet, also umgegraben werden, um alles Unkraut aus der Erde zu holen. Diese Arbeit geschieht 2 bis 3 Wochen vor der Pflanzung, damit der Boden genügend Zeit hat sich zu regenerieren und alle für die Kultur nötigen Nährstoffe aufzubauen. Diese Aufgabe wird Anfang Februar bis Ende April erledigt. Für das Stangengerüst mehrere Stangen im Abstand von jeweils einem Meter in die Erde stecken. Je zwei sich gegenüberliegende Stangen am oberen Ende zusammenbinden. Ende Mai bis Anfang Juni können die Bohnen gesät werden. Damit die Saat möglichst schnell zur Keimung gelangt, sie nicht zu tief pflanzen bzw. nicht mit zu viel Erde abdecken. Zum Schutz der Jungpflanzen wird die Erde um sie herum ab Juli angehäufelt. Unkraut im Pflanzbeet und in der unmittelbaren Umgebung der Pflanzfläche sorgfältig auszupfen. Die (erste) Ernte steht gegen Ende Juli an. Häufig schließt sich eine zweite Blüte an, so daß man weitere Bohnen erhält. Im Oktober die Pflanzen kurz über der Erde abschneiden und die Stangen aus dem Boden ziehen. Das Erdreich zwecks Verbesserung eventuell unter Zugabe von Dünger kräftig umgraben. Die Fläche ab November nicht mehr bearbeiten, um dem Boden eine Ruheperiode zu gönnen.

Wie lassen sich Krankheiten und Schadinsekten an Gartenbohnen vermeiden?

Wie anderes Gemüse auch sind Bohnen nicht immun gegen Krankheiten, die von ihren zahlreichen natürlichen Feinden verursacht werden. Die Gartenbohne wird gerne von Insekten befallen. Bleibt eine rechtzeitige Reaktion auf die zahlreich existierenden Schädlinge aus, wird die Ernte im besten Fall aus verformten und mißgestalteten Bohnen bestehen. Kälte ist eine Bedrohung für Gartenbohnen und verlangsamt deren Entwicklung. Die Pflanzung erfolgt daher bei trockenem Wetter. Um das Wachstum zu beschleunigen, kann man die Pflanzen mit Algenextrakt oder Schachtelhalmsud versorgen. Blattläuse werden beseitigt, indem man die Pflanzen mit Gesteinsmehl behandelt, das auf und um die Pflanzen gestreut wird. Man kann aber auch rote Bohnen neben seine Gartenbohnen säen. Zur Bekämpfung der Bohnenfliege streut man Kalkstein- oder Basaltpulver auf die Saat. Brennnesseljauche schließlich dient als Gießwasser für junge Triebe, die von Pilzen befallen sind. Eine weitere Möglichkeit ist ferner, Tagetes in sein Bohnenbeet zu pflanzen.

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Veröffentlicht in Sommergemüse von Emily am 09 Nov 2012

1 Kommentar

Kommentar : Kuller (Gast)

Es wird immer nur von Stangen geredet,an denen die Stangenbohnen hochranken. Ich baue meine Stangenbohnen schon viele Jahre sehr erfolgreich auch in windiger Lage an und lasse sie nicht an Stangen, sondern an wetterstabilen Bindfaden hochranken. Die Ranken kann man übrigens am Ende des Fadens abkneifen,wenn man diesen Wulst an Rankengewirr nicht möchte

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