Eigenwilliges Knollengemüse

Die Kultur von Knollengemüse aller Art ist nicht ganz einfach. Es sind viele Elemente zu berücksichtigen, sie betreffen unter anderem die Standortwahl und die Pflege der Pflanzen, denn nur bei Einhaltung aller ihrer Eigenheiten ist ein wirklich positives Resultat zu erwarten. Seit ewigen Zeiten gehört Knollengemüse zu den Hauptnahrungsmitteln des Menschen. Es gibt unzählige Sorten und Arten mit zahlreichen Varianten, die in vielen nationalen Küchen Einzug gehalten haben und sich auf verschiedenste Weise zubereiten lassen. Zu Knollengemüse zählen unter anderem Knollensellerie, Kohlrübe, Kohlrabi, Rote Bete, Speiserübe… Knollengemüse ist schnellwachsend und durch seine vielen Inhaltsstoffe besonders gesund. Es gibt Knollengemüse, dessen Geschmack stärker ausgeprägt ist und anderes mit geringem Eigengeschmack, um den der gewünschten Zubereitung anzunehmen.

Knollengemüse aller Art wird in Europa seit Jahrhunderten zu Nahrungszwecken angebaut. Rüben zum Beispiel waren lange Zeit Hauptbestandteil der Ernährung des Menschen, bevor sie um das 16. Jahrhundert herum in dieser Rolle von der Kartoffel abgelöst wurden. Auch dienen Rüben Mensch wie Tier als Nahrungsquelle. Die Steckrüben oder Kohlrüben sind für diese doppelte Funktion besonders beliebt, ihre Ernte ist stets ein voller Erfolg.

Knollengemüse im Überblick

Rüben der Kulturform Brassica sind eine Unterart von Raps (Brassica napus), eine Pflanzenart aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae), jene der Kulturform Beta gehören zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Für ihren Anbau benötigen alle Rüben lockeren und feuchten Boden. In kompaktem Erdreich können sich diese Pflanzen nicht entwickeln. Die Nährleistung ist bedeutend: Knollengemüse hat nur wenig Kalorien, dafür enthält es aber viel Vitamin C, Calcium und Kalium. Blätter und Knollen sind gleichermaßen genießbar und können auf verschiedenste Weise zubereitet werden. Zur Zubereitung können die Knollen geraspelt, geschält, in dicke Stifte oder Würfel geschnitten, mit Fett und Flüssigkeit gedünstet und, je nach Rezept, roh oder gegart weiterverarbeitet werden.

Wie man Knollengemüse richtig pflanzt

Die Kulturfläche für Knollengemüse und Rüben aller Art darf weder zu trocken sein noch zu sonnig liegen. Knollengemüse gehört daneben zu den extrem durstigen Pflanzen, die folglich häufig gewässert werden müssen. Ab Mitte März bis Ende April wird je nach Sorte in ungefähr 1 cm tiefe Rillen im Reihenabstand von 40 cm gesät. Die Furchen mit Erde verschließen, gut andrücken und sofort wässern. Es ist wichtig, daß der Boden während der gesamten Keimungsphase gleichmäßig feucht gehalten wird. Sobald die Saat aufgegangen ist und erste Blätter deutlich ausgebildet hat, kann man die Keimlinge ausdünnen. Stehen bleibt eine Pflanze alle 10 bis 12 cm, die im weiteren regelmäßig gepflegt wird. Neben der regelmäßigen Wasserversorgung ist es wichtig, seine Rüben zu hacken und Unkraut zu jäten. Eine Mulchdecke hilft, die Feuchtigkeit im Boden zurückzubehalten. Ungefähr zwei Monate nach der Aussaat kann die Ernte starten. Kulturformen der Rübe (Beta vulgaris) sind zum Beispiel die Zuckerrübe (Beta vulgaris subsp. vulgaris var. altissima), die Rote Rübe (Beta vulgaris subsp. vulgaris var. conditiva), die Speiserübe (Brassica rapa var. rapa), z. B. Mairüben oder Teltower Rübchen, die Kohlrübe (Brassica napus var. napobrassica), auch Steckrübe genannt… Kohlrabi (Brassica oleracea) für seinen Teil paßt sich egal welchem Boden an. Seine Saat wird zwischen März und Juni in die Erde gebracht, er wird in 5 cm tiefe Rillen gelegt, die einen Reihenabstand von 30 cm zeigen. Kohlrabi wird mit Kompost gedüngt und gut angegossen. 5 bis 6 Wochen später werden die Pflanzen auf 20 cm Abstand verzogen. Hinsichtlich der Pflege ist eigentlich nur eine Strohdecke erforderlich, um den Boden mehr oder weniger kühl zu halten. Trotz verschiedener, durch Parasiten hervorgerufene Schadbilder, ist der Kohlrabi eine rasch wachsende und wirklich widerstandsfähige Pflanze. Eine erste Teilernte kann 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat eingefahren werden, wenn der knollige Pflanzenteil in etwa die Größe eines Tennisballs zeigt. Dieser letzte Punkt ist wichtig, denn zu stark wachsende Kohlrabiknollen werden rissig und leicht holzig und sind dann nicht mehr wirklich schmackhaft. Es gibt etliche Kohlrabi-Sorten, in Deutschland 30 weiße und 14 blaue. Beliebte weiße Sorten sind ‘Lanro’, ‘Trero’, ‘Frühweiß’, ‘Velko’, blaue Sorten sind ‘Azur Star’, ‘Blaro’.

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Veröffentlicht in Frühlingsgemüse von Emily am 10 Aug 2011

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