Photinien pflanzen - Klassische Technik im Gartenbau

Die Photinia oder Glanzmispel ist ein hübsch anzusehender buschiger Strauch aus Asien, der im Kübel, allein stehend, in der Hecke und im Staudenbeet gefällt. Den Namenszusatz “Glanz” verdankt die Pflanze ihrem schillernden, immergrünen Blattwerk, das sich je nach Jahreszeit leuchtend färbt. Die Photinia-Familie ist groß, die Sorte “Red Robin” ist aber wohl am bekanntesten. Man erkennt sie an ihrem roten Laubaustrieb und roten Früchten tragenden weißen Blüten.

Photinien pflanzen

Die Photinia ist ein relativ robuster Strauch, der sich auf saurem, gut drainiertem und fruchtbarem Boden wohl fühlt. Besondere Anforderungen stellt die Pflanze nicht, sie paßt sich überall an, vorausgesetzt, sie steht windgeschützt. Ein sonniger Standort garantiert leuchtende Farben, doch auch ein halbschattiger Platz macht ihr nichts aus. Im Garten wird die Photinia für ihre Wuchsform und die Farbenvielfalt ihres Laubkleids, das sich der Jahreszeit anpaßt, geschätzt.

Wissenswertes über die Photinia

Die Photinia gehört zur Familie der Rosengewächse. Ihre etwa 60 Arten lassen sich leicht an ihrer Kugelform und ihren weißen Blüten erkennen. Eine Zwergvariante ist ein Strauch von etwa 1 Meter Höhe mit aufrechtem Wuchs und immergrünen, länglichen und gerade 5 cm großen, gekerbten Blättern. Die Gartenvarietät ist eine Kreuzung aus den aus Südostasien kommenden Sorten Photinia glabra und Photinia serratifolia. In Freihecken erreicht dieser schnellwüchsige Strauch eine Höhe von 3 Metern. Photinia ist ein Hybrid aus der künstlichen Kreuzung, ohne Rückschnitt erreichen einzelne Arten problemlos eine Höhe von 10 bis 12 Metern. Die Blütenstände sind weiß und duftend, Blütezeit ist im Frühjahr. Ihre beerenförmigen roten, manchmal auch dunkelblauen Früchte sind im späten Frühjahr reif. Auf der Terrasse oder dem Balkon hat eine Photinia hohen Zierwert und bringt viel Farbe. Aber auch in Hecken und Staudenbeeten macht sie eine gute Figur.

Photinia selber ziehen

Für optimale Wurzelbildung sollte idealerweise im Herbst gepflanzt und umgetopft werden. Auch zu Jahresende kann noch gepflanzt werden, sofern kein Frost herrscht. Eine Vermehrung durch Aussaat der Samen geschieht im Herbst im Frühbeet, die Stecklingsvermehrung dagegen erfolgt besser im Sommer. Hierfür werden von den Ästen des Vorjahres 30 Zentimeter lange Stecklinge genommen. Als Containerpflanzen gekaufte Photinia werden im Sommer gepflanzt und reichlich gewässert. Bei heißem Wetter braucht der Strauch relativ viel Wasser. Die Verwendung von Mulch aus faserigem Kompost, Rinde oder Flachsschäben reguliert die Bodenfeuchtigkeit, was besonders Kübelpflanzen zugute kommt. Im Freien stehenden Sträuchern reicht es, wenn sie einmal im Jahr mit Rosendünger versorgt werden. Auf der Terrasse oder dem Balkon gehaltene Arten dagegen sollten monatlich gedüngt werden. Frisch in die Erde gesetzte Pflanzen werden ein- bis zweimal wöchentlich gegossen, um den Neuaustrieb anzuregen.

Pflege

Im Sommer empfiehlt sich ein Rückschnitt der Äste. Das regt den Neuaustrieb an und bringt der Hecke ein ausgewogenes Aussehen. Ein jährlicher, kräftigerer Rückschnitt ermöglicht, die Hecke auf ca. 1 Meter Höhe zu halten. Ein Rückschnitt zu Winterende bringt die Pflanze wahrscheinlich um die Blütenknospen für das kommende Jahr, fördert aber den Wuchs neuer Triebe. Jungtriebe wachsen schneller durch Auslichtung von altem Holz. Dabei ist darauf zu achten, daß von der Mitte her ausgedünnt wird, damit Licht in das Zentrum der Pflanze eindringen kann. Ein regelmäßiger Schnitt ist wachstumsfördernd und unterstützt den Austrieb roten Laubwerks. Die Photinia ist anfällig für Blattbräune, eine durch einen Pilz hervorgerufene, an roten und schwarzen Flecken auf den Blättern erkennbare Krankheit. Behandelt wird der Pilzerreger mit Bordeaux-Spritzbrühe, ein effizientes Fungizid auf Basis von Kupfersulfat. Photinia ist auch anfällig für Apfelschorf, der auf den Blättern graue Flecken hervorruft. Befallene Blätter und Triebe abschneiden und verbrennen, den Strauch anschließend mit einem Fungizid auf Triforin-Basis behandeln. Durch Bakterien hervorgerufener Feuerbrand liegt vor, wenn die Blätter plötzlich welken und die Triebspitzen sich nach unten krümmen. In diesem Fall unbedingt alle befallenen Zweige abschneiden und das verwendete Gartengerät und die Hände sorgfältig desinfizieren.

Nützliche Tips für die erfolgreiche Photinia-Haltung

Da nicht alle Photinia-Arten mit kalkhaltigen und schweren Böden zurechtkommen, ist unter Umständen eine Korrektur mit zusätzlicher Gartenerde erforderlich. Ein kräftiger Rückschnitt der Jungtriebe fördert den Neuaustrieb und garantiert einen buschigen Strauch. Nicht selten tragen Photinia fast sechs Monate im Jahr Blüten. Um sich möglichst lange an ihnen erfreuen zu können, sollten Heckensträucher frei wachsen können. Photinia verträgt sich mit anderen Arten. In Beeten und Hecken trägt sie zu einem farbenprächtigen und lebhaften Aussehen bei. Schön anzusehende Photinia-Pflanzungen sind problemlos, solange man die Pflanze richtig pflanzt und regelmäßig zurückschneidet, um Blüte und Wachstum zu fördern.

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Veröffentlicht in Grünpflanzen von Emily am 08 Aug 2011

1 Kommentar

Kommentar : Friedrich Rode (Gast)

Wo bekomme ich die Bordeaux-Spritzbrühe?

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