Pflaumensorten und ihre Verwendung

Pflaumen bzw. Kultur-Pflaumen (Prunus domestica) lassen sich in verschiedener Form verzehren: Man kann sie roh genießen oder gekocht als Konfitüre, Mus oder Kompott. Sie schmecken in Süßspeisen und verzieren Torten und Obstkuchen. Manch einer findet sie aber erst richtig schmackhaft, wenn sie gut getrocknet sind. Die Möglichkeiten sind zahlreich und von einer Person zur anderen unterschiedlich. Man sollte aber schon wissen, mit welcher Art Pflaume man zu tun hat, damit man sie bestmöglich verwenden kann.

Es gibt etwa 300 Pflaumensorten, unterteilt in vier Familien: Schlehen, Mirabellen, Reineclauden und Zwetschgen. Zu jeder Familie gehören zahlreiche Sorten. Schlehen sind eher wildwachsend, man findet sie zumeist an dornigen Büschen. Aufgrund ihrer geringen Größe werden sie nur selten etwa zu Süßspeisen verarbeitet. Die gerade mirabellengrossen Früchte werden vielmehr direkt verzehrt. Mirabellen sind von Natur aus sehr süß, was Konditorwaren zugute kommt. Reineclauden sind sehr fleischig, groß und rund, Zwetschgen sind relativ groß und eiförmig. Pflaumen, insbesondere Mirabellen, können grundsätzlich direkt vom Baum gegessen werden. Reineclauden werden gerne zu Marmeladen oder Konserven verarbeitet. Zwetschgen dienen vor allem der Herstellung von Backwaren.

Es wird in der Regel in zwei Pflaumensorten unterschieden: jene für den direkten Verzehr und solche, die getrocknet werden. In der ersten Kategorie haben sich vor allem Sorten japanischer Herkunft als besonders schmackhaft erwiesen: Meknes, Methley, Santa Rosa und Golden Japan. Festeres Fleisch haben die Sorten Friar, Black Amber und Angeleno. Die Kreuzung der Sorten “D’Ente” und “Grand Duck” hat die hervorragende Trockenpflaume “Stanley” hervorgebracht. Bei den Tafelpflaumen fallen im Obstgarten einige kurzstielige Sorten positiv auf: die Mirabelle “Nancy”, “Favorite Hätive de Rivers”. Längerstielige Sorten für den Streuobstgarten sind beispielsweise alle violetten Reineclauden und die Sorten “Graf Althan”, die violette Damaszener und “Tardive Musquée”. Einige eignen sich für den Obstgarten wie den Streuobstgarten gleichermaßen, so etwa die Hauszwetschge, die Mirabelle “Early”, die Sorte Haroma…

Pflaumenanbau und -ernte

Die Sorten “Methley”, “Golden Japan” und “Santa Rosa” passen sich so ziemlich jedem Klima an, selbst wärmeren Regionen. Diese Sorten brauchen für ihre Bestäubung keinen menschlichen Eingriff. Meknes-Pflaumen werden in Gebirgslage angebaut und passen sich kühleren Temperaturen an. Die Meknes-Pflaume ist selbstfertil. Ganz anders die Angeleno: Sie ist nur zum Teil selbstfertil, die Pflanzenindividuen müssen in einem Abstand von durchschnittlich 15 Meter (maximal 18 Meter) zueinander aufgestellt werden, um die Bestäubung zu ermöglichen. Ferner ist ein Bestäuber nötig, der zur gleichen Saison blüht wie diese Sorte. Die Ernte ist ab September möglich. Ähnlich der Angeleno wird die “Black Amber” in höheren Lagen gepflanzt. Für ihre Bestäubung braucht sie die Sorte “Friar” (und umgekehrt). Beide Bäume sind resistent und robust. Black Amber produziert gegen Ende Juli Früchte, Friar, um Mitte August. Die Sorte Stanley braucht ein kühles Klima und höhere Lagen. Ihre Ernte erfolgt Anfang September. Die Früchte reifen nach und nach, über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen. Ihre Früchte sind problemlos transportfähig, was ihre Vermarktung im großen Stil rechtfertigt. Fast alle für die Trocknung gepflanzten Pflaumen werden im August oder September geerntet.

Pflaumen – Wie werden sie verzehrt?

Zuckerpflaumen wie Methley, Golden Japan und Santa Rosa sind extrem empfindliche Früchte und halten sich nicht. Sie werden also roh verzehrt. Zu intensive Handhabung würde sie beschädigen, darum sind lange Transportwege für sie ungeeignet. Spät blühende Sorten wie Meknes, Angeleno, Black Amber und Friar können zwei bis vier Monate gelagert werden. Ihr Fleisch ist fest und konsistent und von hervorragendem Geschmack. Pflaumensorten, die für die Trocknung bestimmt sind und in zahlreichen kulinarischen Zubereitungen Verwendung finden, sind Stanley, d’Ente, Opal, Hanita und die Hauszwetschge. Bei Kennern äußerst beliebt sind Branntweine und Likörweine auf Pflaumenbasis. Übrigens gibt es auch Parfums mit Pflaumenessenzen.

Ähnliche Beiträge:

  1. Der Anbau von Pflaumen
  2. Kleine Tomatenkunde
  3. Tomatenvielfalt
  4. Apfelsorten
  5. Petersilie und Schnittlauch

Veröffentlicht in Obstbäume von Emily am 10 Jun 2011

Einen Kommentar schreiben :

Name *:

Text *:

* : Pflichtfeld