Ein Einblick in Kartoffelsorten und Ernteerträge

Wer im eigenen Garten Kartoffeln anbauen möchte, tut dies mit zertifiziertem Saatgut. So hat man die Sicherheit, eine ordentliche Ernte einzufahren, und keine Krankheiten auf benachbarte Pflanzkulturen zu übertragen. Man sollte nur solche Pflanzkartoffeln kultivieren, die von offizieller Seite zertifiziert, also amtlich als für die Gesundheit unbedenklich ausgewiesen sind.

Der Anbau von Kartoffeln erfolgt prinzipiell mit sorgfältig geprüften Sorten, die nach einer mehr oder weniger langen Reifezeit einen mindestens durchschnittlichen Ertrag bringen müssen. Dabei kann man aus einer Vielzahl von Sorten wählen. Die Vermarktung von Pflanzkartoffeln erfolgt auf dreierlei Weise: Es gibt Pflanzgutsortimente mit noch nicht gekeimten Sämlingen, mit vorgekeimten Pflanzkartoffeln und mit bereits vorgebildeten Kartoffelpflänzchen. Man kann aber auch ganz einfach seine eigenen Speisekartoffeln nehmen und auspflanzen. In diesem Fall muß die Keimung der Knolle vorbereitet werden.

Kartoffelsorten und ihre Eigenschaften

Weltweit gibt es derzeit ungefähr 1.600 Kartoffelsorten. Zahlreiche Sorten sind in Deutschland bei dem Bundessortenamt angemeldet, das für die Zulassung in Deutschland zuständig ist. Von all diesen Sorten wird von den deutschen Kartoffelbauern aber letztendlich nur ein Bruchteil auf industrieller Ebene kultiviert. Etwa ein Drittel der Landesproduktion wiederum entfällt auf Frühkartoffeln. Die meisten Kartoffeln übrigens sind gelb. Kartoffeln lassen sich nach der Struktur ihres Fleisches (festkochend bis mehlig) und ihrer Farbe (Fleisch und Schale) unterscheiden, vor allem und insbesondere aber nach ihrer Reifedauer und Erntezeit (früh, mittelfrüh, mittelspät und spät reifend). Ein weiteres wichtiges Kriterium ist schließlich und endlich die Ertragsleistung. Die Dauer der Kartoffelkultur liegt bei 70 bis 150 Tagen, je nach Sorte. Bei den Speisekartoffeln kann man unter zahlreichen Sorten wählen, die sich hinsichtlich ihrer Ertragsleistung selbstverständlich unterschieden. Clarissa, Meise, Spunta, Sylvia, Sirtema oder Bea, um nur einige wenige zu nennen. Festkochende Kartoffeln, die als besonders schmackhaft gelten, sind zum Beispiel die Sorten Belle de Fontenay, Charlotte und Pompadour, Roseval (rote Schale).

Pflanzkartoffeln und Kartoffelpflanzung

Pflanzkartoffeln werden von Fachleuten unter Einhaltung präziser Techniken für die spätere Pflanzung vorbereitet. Ihre Keimfähigkeit bleibt so vollständig erhalten. Die Knollen nicht gekeimter Pflanzkartoffeln zeigen noch keine Augen, sie müssen vor der Einbringung in die Erde speziell vorbereitet werden. Diese – in Tüten oder Kisten erhältlichen – Knollen befinden sich in der Keimruhe. Solange sie bei niedrigen Temperaturen und lichtfrei gelagert werden, kommt es nicht zur Keimung. Diese ist vielmehr willkürlich auszulösen. Zur Vorbereitung auf die Pflanzung werden die Knollen eine oder zwei Wochen vor dem geplanten Pflanztermin Licht und Temperaturen zwischen 12° und 20 ° C ausgesetzt. Erst danach beginnen die Knollen zu keimen. Dies erkennt man an den sogenannten Augen, die sich auf der Oberfläche bilden. Nun kann die Pflanzung mit den größten Knollen begonnen werden. Einen Tag oder zwei bevor sie in die Erde gebracht werden, halbiert man die Knollen und entfernt die schwächsten Augen. Jede Knollenhälfte sollte 2 oder 3 möglichst kräftige Augen zeigen.

Im Handel erhältliche vorgekeimte Knollen und Kartoffelpflänzchen sind das Ergebnis eines langwierigen Vermehrungsprozesses einhergehend mit rigoroser Krankheits- und Schädlingskontrolle, die unter Aufsicht des Bundessortenamts steht. Die Sorten sind zertifiziert und offiziell für den Handel zugelassen. Sie genügen strengen Qualitätskriterien und sind gebrauchsfertig. Im Handel findet man sie in offenen oder geschlossenen Gebinden von zehn bis zu 125 Pflanzen. Diese Gebinde tragen ein offizielles Etikett, auf dem das Bundessortenamt alle wichtigen Informationen die Sorte und Kategorie betreffend vermerken läßt. Es handelt sich also um kräftige, gesunde Pflanzen, mit denen man die eigene Kultur unmittelbar starten kann und mit denen man unabhängig von der gewählten Sorte die Gewißheit hat, ein einwandfreies Ergebnis zu erzielen. Vor der Pflanzung sind nur einige wenige Punkte zu beachten: Der Boden muß hinreichend tiefgründig von der Sonne aufgewärmt sein, etwa 10 ° C sind ideal. Auch darf er nicht übermäßig feucht sein. Kleinere Gebinde eignen sich vor allem für den Kleingärtner. Für ihre Pflanzung rechnet man durchschnittlich 15 bis 20 Knollen je 5 m² Pflanzfläche.

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Veröffentlicht in Wurzelgemüse von Emily am 28 Jul 2011

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