Ratgeber Pflanzen gießen

Wasser wird auch bei uns knapp: Globale Erwärmung und Klimawandel, Umweltverschmutzung und eine stetig mehr fordernde Weltbevölkerung führen dazu, daß die Süßwasserreserven unseres Planeten dramatisch zurückgehen. Paradoxerweise werden Regenfälle aber immer seltener und die bestehenden Wasserquellen versiegen eine nach der anderen: Exzessive Wasserverdunstung, immer schneller schmelzende Gletscher, verschwenderisches Verhalten und eine Gesellschaft mit konstant steigendem Wasserverbrauch werden dazu führen, daß wir alle schon bald das Gut Wasser nicht mehr mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie heute genießen werden können.

Wasser ist eine lebenswichtige Ressource, aber leider nicht unerschöpflich. Nachhaltiges Wassermanagement wird heutzutage immer dringlicher: die richtige Bewässerung von Pflanzen gehört dazu.

Warum ist Wassermanagement wichtig?

Schon bald werden die bestehenden Wasserressourcen den Bedarf nicht mehr zufriedenstellen können. Man wird Wasser tiefer graben und Gewässer für die Versorgung vorsehen müssen. Steigende Kosten für die Trinkwasseraufbereitung, entstehende Gesundheitsrisiken durch steigende Umweltverschmutzung und Wasserverknappung, als Konsequenz des Versiegens von Wasserstellen und damit Nahrungsquellen aussterbende Populationen sind nur einige der mit dieser Tatsache verbundenen Faktoren. Übernimmt der Mensch nicht in kürzester Zeit echte Verantwortung, ergreift er nicht so bald als möglich geeignete Maßnahmen, wird sich dieser Zustand für den Planeten Erde und alle ihn bewohnenden Lebewesen bestätigen. Wir alle nähern uns einer globalen Wasserverknappung mit allen ihren Folgen für das Wohlergehen eines jeden, für die Produktivität der Landwirtschaft, aller Industrien, für die Wünsche des Individuums …

Der heutige Umgang mit Wasser ist alles andere als effizient, es herrscht zu viel Verschwendung. Im Gartenbau muß ein besserer Ansatz praktiziert werden, denn jede Pflanze hat ihre spezifischen Bedürfnisse. Sie muß genau die Menge Wasser erhalten, die sie wirklich benötigt. Jede darüber hinaus gehende Menge verdunstet nutzlos. Auch der Zusammensetzung des Bodens muß man Rechnung tragen. Manche Böden können Wasser zurückhalten und so Reserven bilden. Damit ist sparsameres Gießen verbunden. Wassermanagement bezieht auch die Wasserqualität ein: Um seine Pflanzen von verschmutzenden und schädigenden Elementen frei zu halten, muß man sein Gießwasser richtig wählen.

Sich Praxis aneignen

Um wegen verdunstendem Wasser nicht ständig gießen zu müssen, sind einige einfache Maßnahmen hilfreich. Sinn und Zweck ist, die im Boden enthaltene Feuchtigkeit eben dort zurückzuhalten, indem die Basis der Pflanzen abgedeckt wird. Hierfür eignen sich Rasenschnitt, alte Zeitungen und Pappkartons. Eine solche Schutzdecke wirkt übrigens auch gegen den Wuchs unerwünschter Pflanzen und Beikräuter, verrottet mit der Zeit und bringt den umliegenden Pflanzen so die Nährstoffe, die sie brauchen. Wer morgens oder am späten Nachmittag gießt, hält die Verdunstung in Grenzen.

Gießwasser muß nicht aus dem Wasserhahn kommen, es gibt noch andere Versorgungsquellen. Man kann zum Beispiel Regenwasser verwenden. Dieses ist nicht nur viel gesünder (es enthält nur wenig Kalk), sondern auch reichlich vorhanden und kostenlos (mit Ausnahme natürlich der Investitionen für seine Sammlung). Klimaanlagen geben Kondenswasser ab, Waschmaschinen Spülwasser – in beiden Fällen kann man es sammeln und für die Bewässerung verwenden. Beim Waschen von Gemüse, Kochen von Eiern… verbraucht man Wasser. Gesammelt kann es als Gießwasser dienen. Die Mengen sind vielleicht gering, solches Wasser enthält aber viele Nährstoffe. Man kann noch weiter gehen und sein Nutzwasser aufbereiten. Dies mag gewiß nicht jedermann möglich sein, ist wesentlich aufwendiger, gibt aber eine Vorstellung von den Möglichkeiten von rationeller Wassernutzung.

Manche chemischen Düngemittel und Pestizide erfordern intensivere Versorgung der Pflanzen mit Wasser. Dadurch, daß sie hochkonzentriert sind, trocknen sie den Boden leichter aus und zehren die Pflanze auf, wenn keine zusätzliche Wasserversorgung erfolgt. Der Kauf solcher Produkte muß folglich besonders umsichtig und unter Berücksichtigung des höheren Wasserbedarfs erfolgen. Natürliche oder organische Substanzen sind in der Regel angemessener und darüber hinaus umweltgerechter.

Wasser optimal nutzen

Es gibt zahlreiche technische Lösungen für optimalen Umgang mit Gießwasser. Alle Überlegungen müssen aber stets die Senkung des tatsächlichen Wasserverbrauchs zum Ziel haben. Aktuelle Systeme bewässern Pflanzen gezielt und mit der exakt erforderlichen Menge, ihre Umgebung wird ausgespart. Dank dieser Systeme werden die Pflanzen regelmäßig bewässert, die verbrauchte Wassermenge kann deutlich besser unter Kontrolle gehalten werden. Von allen im Handel zahlreich angebotenen Lösungen haben sich zwei ganz besonders bewährt: Mikrobewässerungssysteme (das System befindet sich über der Pflanze) und Tröpfchenbewässerungssysteme (Direktbewässerung der Pflanzenbasis).

Man kann natürlich auch sein eigenes System anlegen und z. B. Flaschen durchbohren und am Fuß der Pflanze befestigen, Wasserschläuche durchlöchern und so um die Pflanzen legen, daß die Löcher auf einer Höhe mit ihnen liegen… Es soll ja aber nicht nur effizient sein, sondern auch schön aussehen. Darum ist es stets besser, sein Material zu kaufen oder die Arbeiten einem Fachmann zu überlassen. So kann man Bewässerungssysteme unterirdisch verlegen und automatisch steuern (programmiert werden können Gießzeitpunkte, Gießdauer, Wasserdurchfluß…). Mit Hilfe von fest verlegten Sprühdüsen erreicht man Flächen, die gegenüber rotierenden Sprühern bis zu dreimal so groß sein können. Rasen sollte im Sommer nicht gegossen werden, auch wenn er dann im Juli und August gelb zu werden droht. Pflanzen, die gegen Trockenheit widerstandsfähig sind, sollte man stets den Vorzug geben.

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Veröffentlicht in Gießen von Emily am 02 Jun 2012

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