Obstbaumschnitt und –pflege - Wann und wie

Obstbäume werden ihrem Alter und Wachstumszyklus entsprechend zurückgeschnitten. Dichtes Laub behindert den Lufteintritt in das Zentrum des Baums und verhindert kranke Baumteile zu erreichen, die sich hinter den Zweigen verstecken. Durch Fernhaltung von Parasiten auf Obstgehölz gibt man diesem die Möglichkeit, gesund zu bleiben. Pflegearbeiten stets in Arbeitskleidung, mit Handschuhen und Schutzbrille vornehmen.

Bäume werden in der Regel von Mitte Oktober bis Ende April gesetzt. Obstbäume stehen gerne sonnig und tragen rund 15 Jahre lang Früchte. Der Schnitt ist insofern wichtig, als ein Baum möglichst lange möglichst großkalibrige und schmackhafte Früchte tragen soll. Der Schnitt selber ist je nach den gewünschten Ergebnissen und der Obstbaumart unterschiedlich. Steinobstgehölz wie die Kirsche und die Pflaume werden im August oder September zurückgeschnitten. Ein zu später Schnitt erschwert die Heilung der Schnittwunden. Zu jedem Baumschnitt gehört Baumwachs als Wundverschlußmittel. Kernobstgehölz wie Apfel- oder Birnbäume schneidet man entweder im März oder aber ab November bis April zurück. In diesen Monaten ist der Baumharzfluß geringer, die beschnittenen Äste können sich schneller erholen. Der Schnitt hilft auch, den Baumsaft gezielt in die oberen Äste zu transportieren, die Blütenknospen zum Leben erwachen zu lassen, aus denen sich dann später Früchte bilden.

Gehölzschnitt – Typen

In der Regel erhält jeder erst unlängst gepflanzte Baum einen Erziehungsschnitt, auch Aufbauschnitt oder Gobeletschnitt genannt. Er erfolgt an allen jugendlichen Bäumen unabhängig davon, zu welcher Art sie gehören. Dieser Schnitt, bei dem überzählige Triebe und Konkurrenztriebe entfernt werden, hat ein klares Kronengerüst zum Ziel. Damit eine schöne Verästelung erreicht wird, werden nach außen zeigende Triebe oberhalb eines Auges gekappt. Alle Triebe, die auf dem Leitast wachsen, kappen, damit der Leitast die Stammfunktion übernimmt. Anders gesagt: Es bleiben nur jene Äste, die sich am Ende der Leitäste befinden. Bäume, die drei Jahre alt oder älter sind, werden bei der Gelegenheit gesäubert und ausgelichtet. Dies geschieht durch den Ertragsschnitt. Die Säuberung bzw. Auslichtung beginnt mit der Totholzbeseitigung. Am Baum bleiben nur kräftige Aste, Elemente, die schwächeln oder beschädigt sind, werden entfernt. Dies gilt auch für Früchte, die nach der Ernte am Baum verblieben sein sollten. Man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe, denn diese Arbeit hält gleichzeitig Krankheiten und Schädlinge fern. Der Ertragsschnitt in einer zweiten Schnittphase besteht aus dem Auslichten des Baums, damit dieser in seinem Zentrum ordentlich Luft bekommt. Durch ihn erhalten Früchte, die eher im Bauminnern wachsen, genügend Sonne, um in Harmonie mit den an den Zweigenden hängenden Früchten reifen zu können. Beim Ertragsschnitt werden krumm wachsende, sich kreuzende und nach unten wachsende Äste entfernt. Das Auslichten des Baums dient der Entfernung welken Laubs und besserer Blütenbestäubung. Grundsätzlich aber werden alle Obstbäume, unabhängig von ihrer Art, von Zeit zu Zeit von der Krone her zurückgeschnitten. Dieser Kronenpflegeschnitt hilft dem Baumsaft, alle Teile des Baums zu erreichen, auch die Seitenäste. Zu diesem Zweck werden die Leitäste abgespitzt, damit ihre Ausschläge mehr Vitalität erhalten und die Früchte dem Mutterstamm näher sind. Alle Pflegeschnitte werden während der Vegetationsruhe vorgenommen, also ab dem eintretenden Frost, bis sich die nächsten Blütenstände ankündigen. Steinobstgehölz sollte idealerweise im September geschnitten werden, Kernobstgehölz erst viel später. Der Baumschnitt erfolgt stets mit scharfem und sauberem Werkzeug, daß ab und dann zu Desinfektionszwecken mit Alkohol abgerieben.

Obstbäume und Insektenschutzmittel

Insektenschutzmittel sind nötig, um Obstbäume vor Krankheiten zu schützen, vor Parasiten, die sich gerne auf den Zweigen einnisten, von Fruchtfleisch ernähren und Eier ablegen. Zum Schutz vor Erkrankungen wird der Baum im Winter entsprechend behandelt. Es gibt verschiedene Arten von Insektiziden, die nach ihrem Wirkungsprinzip unterschieden werden. Kontaktinsektizide wirken bei direktem Kontakt mit Insekten und führen zu schnellem Tod. Sie können auf Pflanzenteile gesprüht werden oder auf die Tiere selbst. Systemische Insektizide werden von dem Obstbaum aufgenommen und über seine Leitungsbahnen abgegeben. Der Vorteil dieser Giftform ist, daß sie den sofortigen Tod der Schädlinge, die den Saft eines derart behandelten Baums aufsaugen, zur Folge haben. Direkt wirkende Insektizide sind am wirkungsvollsten, wenn sie auf alle Baumteile gesprüht werden. Schließlich gibt es noch natürliche Insektizide wie Rotenoide oder Pyrethroide. Auch Bordeaux-Brühe gehört zu dieser Form von Insektiziden. Ist der Obstgarten bei gewittrigem oder regenreichem Wetter von Wegschnecken übersät, kann man Schneckenkorn streuen, das sich auch bei Regen hält. Es gibt auch diverse Schneckenfallen.

Dung des Bodens um Obstbäume

Die Erde im Obstgarten wird im Herbst und vor der Blüte mit stickstoffarmem Dünger verbessert. Damit Unkraut nicht zu schnell nachwächst, wird gemulcht. In die Pflanzerde wird in der Frühjahrssaison ein Gemisch aus verrottetem Kompost und Phosphor- und Kalidünger eingearbeitet. Werden einzelne Blätter gelb, dann fehlt es dem Boden an Substrat.

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Veröffentlicht in Obstbäume von Emily am 10 Jun 2011

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