Auf gute Nachbarschaft im Gemüsegarten

Mischkultur, nur wenige wissen, was sich hinter diesem Begriff versteckt. Dabei handelt es sich bei der Mischkultur doch um eine Technik, die von Landwirten und Gärtnern seit Jahrhunderten praktiziert wird, um Zier- und Gemüsepflanzen auf natürliche Weise vor Krankheiten zu schützen. Wie geht es? Wie wird der Gemüsegarten richtig angelegt? Lesen Sie den folgenden Artikel, um mehr über solche vom Menschen herbeigeführten Pflanzenpartnerschaften zu erfahren.

Die Technik der in Mischkultur angelegten Pflanzennachbarschaften wird vor allem im ökologischen Landbau praktiziert. Sie macht sich für natürlichen Pflanzenschutz die Eigenschaften der Pflanzen zunutze, um Krankheiten und Schadinsekten abzuwehren. So wird der Einsatz chemischer Mittel überflüssig. Gartenspezialisten zufolge sind Pflanzen in der Regel in der Lage, sich gegenseitig zu schützen und zu zerstören: Es kommt auf die Kombination an. Sie können sich gegenseitig befruchten oder sich ganz im Gegenteil gegenseitig vergiften, ganz nach ihrer persönlichen “Affinität”. Um nichts falsch zu machen, muß man die Eigenschaften jeder Pflanze bis ins kleinste Detail kennen. Ungünstige Kombinationen sind beispielsweise Spinat zusammen mit Kopfsalat oder Erbsen neben Schalotten oder Lauch.

Gemüse und ihre Eigenschaften

Ein Gemüsegarten ist in der Regel eine Kombination aus Gemüsepflanzen und Würzpflanzen. Würzpflanzen können durch ihren intensiven Duft Parasiten vertreiben oder sie fallenähnlich anlocken. Damit schützen sie andere Pflanzen in ihrer unmittelbaren Nähe. Basilikum beispielsweise wehrt Fliegen und Mücken ab, Minze und Rosmarin sind gegen den Kohlweißling wirksam. Bohnenkraut schützt Bohnen vor Fliegen, Salbei wiederum hat eine abschreckende Wirkung auf Nacktschnecken, die in Gemüsegärten wirklich verheerende Schäden anrichten. Bei Gemüse hat sich gezeigt, daß Knoblauch durch sein eigentümliches Aroma die meisten Insekten abstößt. Borretschkraut gilt als anlockend für Bestäuberinsekten und schützt parallel dazu Tomaten vor Nematoden, Karotten und Zwiebeln bieten sich gegenseitigen Schutz vor Parasiten. Lavendel hält erwiesenermaßen Ameisen, Milben und Blattläuse von Gemüse fern. Brennnesseln haben die Eigenschaft, Kartoffelkulturen von dem Kartoffelkäfer frei zu halten, Karotten, Sellerie, Paprika und Lauch können mit Jauche aus Tomatenblättern bespritzt werden. Fenchel ist ein Gemüse, das mit niemand anderem Freund ist. Er ist abseits zu pflanzen.

Echte Pflanzenfreundschaften

Basierend auf der eigenen Erfahrung und auf jahrzehntelangen Beobachtungen können Gärtner nur empfehlen, Knoblauch mit Erdbeeren, Tomaten, Salat und Kartoffeln zu kombinieren, Auberginen und Bohnen zu mischen, Tomaten, Spargel, Mais, Sellerie und Zwiebel nebeneinander zu pflanzen oder auch Rabatten mit Kartoffeln und Bohnen, Erbsen und Rüben anzulegen. Zucchini für ihren Teil vertragen sich gut mit Kopfsalat, Mais und Kartoffeln, Schalotten lassen sich mit Zuckerrüben und Erdbeeren kombinieren, Spargel gedeiht, wenn er von Gurken, Petersilie, Lauch und Tomaten umgeben ist. Experten empfehlen Phacelia-Sorten als Beeteinfassung zu pflanzen oder als Gründüngung zu verwenden, um die chemische Keule zu vermeiden. Wer Paprika und Chilischoten aller Art liebt, sollte wissen, daß sie sehr gut mit Tomaten, Basilikum und Zwiebeln auskommen. Dies sind nur einige wenige Anregungen, um einen gesunden und vielfarbigen Gemüsegarten anzulegen. Man muß nur wissen, welche Assoziationen unbedingt zu vermeiden sind.

Gemüseassoziationen, von denen man um jeden Preis absehen sollte

Verschiedene Gemüsearten vertragen sich untereinander nicht. Dies gilt vor allem dann, wenn sie identische Nährstoffbedürfnisse haben. In diesem Fall neigen sie nämlich dazu, den Rivalen zu verdrängen und die vorhandenen Nährstoffe selber aufzunehmen. Wenn man möchte, daß sich alle Pflanzen normal entwickeln, sollte man davon absehen Auberginen und Kartoffeln, Zucchini und Radieschen sowie Gurken, Kartoffeln und Tomaten nebeneinander zu pflanzen. Kürbis wird mit großem Abstand zu Kartoffeln und Kohl angebaut, Zwiebeln vertragen sich nicht mit Kartoffeln, Kohl und Salbei, Möhren schließlich sollten nicht in der Nähe von Minze und Dill stehen. Wer sich an diese wenigen Regeln hält, der wird garantiert einen harmonischen Garten erhalten.

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Veröffentlicht in Nutzgarten von Emily am 10 Aug 2012

1 Kommentar

Kommentar : Claudia Essert (Gast)

Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte bitte fragen, mit welchen Gemüsesorten sich der Lavendel "versteht". Ich möchte den Lavendel zwischen die Gemüse pflanzen, nur weiss ich nicht wo er am Besten seinen Platz hat. Ich würde mich sehr über Ihre Hilfe freuen und bedanke mich schon im Voraus, herzliche Grüsse, Claudia Essert

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