Mangold, wie er kultiviert und gepflegt wird

Der Mangold ist ein spinatartiges Gemüse. Es gibt zahlreiche Sorten mit unterschiedlicher Blattfarbe (blaßgelb, hell- bis dunkelgrün), die Blätter können runzelig oder glatt sein. Stiel- oder Rippen-Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris var. vulgaris convar. flavescens) ebenso wie Schnitt- oder Blatt-Mangold, Beißkohl oder Römischer Kohl (Beta vulgaris subsp. vulgaris var. vulgaris convar. vulgaris) sind reich an Fasern und Vitamin C. Der Verzehr des Gemüses ist insbesondere für die Verdauung förderlich. Vom Mangold sind die Blätter und die Stiele genießbar, die Wurzeln sind von weniger Interesse für die Verarbeitung in der Küche. Wegen des hohen Oxalsäuregehalts sollte Mangold nicht roh verzehrt werden. Daß Mangold ernährungsphysiologisch wertvoll ist, steht nicht in Frage, erst in jüngster Zeit aber hat er sich auch einen Platz im Ziergarten erobern können, wo er wirklich hohen dekorativen Wert besitzt.

Rippen- wie Blatt-Mangold, regional auch als Krautstiel bzw. Beißkraut oder Römischer Kohl bezeichnet, ist eine zweijährige krautige Pflanze, die erst in der zweiten Vegetationsperiode blüht und Saatgut produziert. Seine Beliebtheit als Kulturpflanze verdankt Mangold seiner kulinarischen Vielseitigkeit. Mangold ist verwandt mit der Zuckerrübe, der Futterrübe und der Roten Rübe, gehört zur Unterfamilie der Gänsefußgewächse (Chenopodioideae) in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Im zweiten Jahr des Anbaus bildet Mangold im Sommer, von Juli bis September, Blüten und verfügt über knäuelartiges Saatgut, das im Herbst eingesammelt werden kann. Der Blütenstand ist mit kleinen, gelb gefärbten Blüten besetzt und kann 2 Meter in die Höhe ragen. Es sind gut zehn Mangold-Arten bekannt, die Blätter zählen zu den Lebensmitteln mit sehr hohem Oxalsäuregehalt, was von Rheuma- und Nierenkranken (Oxalatsteine) zu beachten ist.

Mangold aussäen

Mangold wird ausschließlich durch Samen vermehrt. Die Aussaat erfolgt im allgemeinen im Frühjahr, nämlich im April und Mai. Mangold kann breitwürfig im Anzuchtbeet gesät und nach zwei Wochen, wenn die Keimlinge die Erdoberfläche durchbrochen haben und ihre ersten Blätter zeigen, pikiert werden. Da Mangold lockeren, kühlen und nährstoffreichen Boden vorzieht, wird die Kulturfläche zweckmäßigerweise vor der Saat korrekt vorbereitet. Direkt nach der Aussaat kann der Boden mit einer dünnen Schicht getrocknetem Gras abgedeckt werden, damit sich die Bodenfeuchtigkeit gleichmäßig halten kann. Bei der Entfernung dieser Mulchdecke nach dem Saataufgang muß besonders vorsichtig vorgegangen werden, damit die Keimlinge nicht aus Versehen ausgerissen werden. Man kann seine Mangoldpflanzen auch direkt an Ort und Stelle in Reihen aussäen, in diesem Fall wird die Fläche bereits im Herbst auf die Pflanzung vorbereitet. Mangold ist ein Starkzehrer und benötigt viel Stickstoff. Deswegen wird zur Verbesserung des Bodens mit Kompost oder organischem Dünger geraten. Kurz vor der Aussaat, die möglichst flachgründig erfolgt, wird der Boden tiefgründig umgegraben und aufgelockert. Die Saat mit einer dünnen Schicht Substrat abdecken, um die Keimung nicht zu behindern, und großzügig, aber vorsichtig angießen. Damit das Saatgut nicht verrutscht, die Fläche am besten mit einem feinem Sprühstrahl beregnen.

Mangold pikieren und pflegen

10 bis 12 Tage nach der Aussaat geht die Saat auf. Für die Anpflanzung jeweils 3 Samen zusammen in ein Pflanzloch legen. Der Abstand dabei beträgt 30 cm rundum. Nach dem Aufgang der Saat werden die Keimlinge verzogen, nur das jeweils kräftigste Pflänzchen bleibt stehen. Die ausgezupften Keimlinge können im gleichen Abstand an anderer Stelle erneut ausgepflanzt werden. Bei Aussaat im Anzuchtbeet wird entsprechend, mit dem gleichen Abstand vorgegangen. Pflanzlöcher mit einem Holzstöckchen oder dem Finger bohren. In diesem frühen Stadium muß die Fläche durch ein feinmaschiges Gitternetz, das über der Pflanzung aufgehängt wird, vor zu starker Sonnenstrahlung geschützt werden. Zur Pflege von Mangold gehören in erster Linie Gießen, Hacken und Jäten. Bei der Bewässerung der Fläche wird möglichst gleichmäßig vorgegangen, um die Pflanzen nicht zu “stressen”, sie könnten dadurch vorzeitig in die Höhe schießen. Um die Feuchtigkeit im Boden zurückzuhalten, kann die Parzelle gemulcht werden. Dies verhindert gleichzeitig unkontrollierten Unkrautwuchs. Dennoch muß regelmäßig gehackt werden, um das Erdreich aufzulockern und zu belüften. Sobald die Pflanzen groß genug sind, wird der Maschenschutz entfernt. Nun müssen die Mangold-Pflanzen voll von der Sonne profitieren können. Gefährlich für Mangold sind Falscher Mehltau, Blattfleckenkrankheit und Rost. Deswegen wird die Kultur ständig überwacht und kontrolliert. Bei den ersten Anzeichen von Befall mit Parasiten oder Pilzsporen müssen Maßnahmen ergriffen werden, um seine Pflanzung nicht zu gefährden. Mit Bordeauxbrühe kann man gut Vorbeuge betreiben und Krankheiten bekämpfen. Jungpflanzen, die manchmal von Läusen befallen werden, behandelt man mit Mitteln auf der Basis von Pyrethrum.

Mangold zeitlich gestaffelt säen und ernten

8 bis 10 Wochen nach der Aussaat können die ersten Mangoldblätter geerntet werden. Bei Stiel-Mangold werden die Blätter stielweise abgeerntet bzw. es werden jeweils nur die äußeren Blätter abgezupft, das Herz der Pflanze bleibt unangetastet. Schnitt-Mangold treibt nach dem Schnitt wieder neue Blätter aus. Mangold kann immer wieder geerntet werden, bis sich die ersten Herbstfröste ankündigen. Man kann von April bis Oktober etappenweise säen, bei früher Aussaat Anfang April und zu Ende der Saison im Oktober wird die Pflanzung möglichst durch Tunnelfolie geschützt. Die letzte Pflanzung vor Wintereinbruch erfolgt unter Glas oder Folie, so daß zu Beginn des nächsten Frühjahrs geerntet werden kann. So kann sich die Erntezeit von Juni bis in den Februarmonat hineinziehen. Mangold ist druckempfindlich, nach der Ernte die Blätter nicht zu hoch stapeln, die untersten Schichten würden erdrückt werden. Frisch geernteter Mangold sollte binnen zwei Tagen verzehrt werden.

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Veröffentlicht in Grüngemüse von Emily am 10 Aug 2011

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