Mädesüß nicht nur für die Linderung diverser Beschwerden

Beietrost, Metkraut, Geißbart, Bocksbart, Spier, Johanniswedel… kaum eine andere Pflanze hat so viele Namen wie Filipendula ulmaria, das Echte Mädesüß. Diese Bach- und Wiesenpflanze wird seit ewigen Zeiten für ihre heilenden Eigenschaften geschätzt. Mädesüß enthält reine Salicylsäure und führte zu der Erfindung der Aspirin, deren Name von ihr abgeleitet wurde. Das Mädesüß, im Volksmund unter anderem auch Wiesenkönigin genannt, ist Aromapflanze, Heilpflanze und Zierpflanze. Die Wirkstoffe der Spierstaude wirken krampflösend und entzündungshemmend, in früheren Zeiten wurde die Pflanze gern als Färbepflanze gebraucht (auf Naturfasern bringt sie ein leuchtendes Gelb hervor) und sogar als Würzpflanze in der Küche verwendet. Heute wird das Echte Mädesüß immer öfter für ihre Blütenstände und Früchte angebaut, die so schön aussehen, daß sich diese Bauerngartenpflanze längst zu einer echten Zierpflanze gemausert hat.

Das Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria) ist eine krautige Pflanze aus der großen botanischen Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Im Winter verliert die Pflanze ihre Blätter. Obwohl ihre Blüten gern für ihre Heileigenschaften geerntet werden, lassen eben auch diese mit ihrem einzigartig wolkenartigen Aussehen die Pflanze zur Wiesenkönigin werden. Die Blütezeit beginnt im Juni und dauert bis Anfang September. Geerntet werden sollte gleich zu Beginn. Die Blüten werden kopfüber an einem trockenen und warmen Platz aufbewahrt.

Prächtige Wiesenkönigin

Die auf feuchten Wiesen wachsende Staude Filipendula ulmaria (auch: Spiraea ulmaria) ragt stolz aufrecht stehend über ihre Nachbarpflanzen hinweg. Sie  ist landesweit an feuchten Standorten und weitläufigen Wiesen anzutreffen. Mädesüß ist gut frostresistent, man begegnet ihr sogar in den Alpen. Zu ihrem Namen hat sicher auch ihr eleganter und stolzer Wuchs verholfen. Die adulte Pflanze erreicht ohne weiteres 1,50 m Höhe. Leicht erkennt man Mädesüß an ihren Blättern, die an einer einzigen Pflanze unterschiedliche Formen annehmen können. Mädesüß kann problemlos im Garten kultiviert werden, sie stellt keine besonderen Ansprüche an ihren Standort. Feuchter und neutraler Boden ist ihr jedoch am liebsten. Insofern sollte man für sie einen halbschattigen Platz wählen. Es handelt sich um eine ausdauernde, krautige Pflanze, für ihre Vermehrung genügt es, den Wurzelstock zu teilen. Die Pflanzung wird im Herbst oder Frühjahr vorgenommen, unmittelbar danach wird sie großzügig gewässert, denn sie fürchtet Trockenheit.

An der richtigen Stelle gepflanzt, wird sich Mädesüß quasi ohne jegliche Pflege entwickeln. Lediglich gegen Blattlausbefall wird man sie schützen bzw. behandeln müssen. Natürlichen Methoden sollte hierbei stets der Vorzug gegeben werden. Sie sind umweltgerechter, kostengünstiger, aber ebenso wirkungsvoll. Präventiv kann man um jede Pflanze Kaffeesatz streuen. Ist es für Prävention zu spät, wird Seifenwasser oder Kartoffelkochwasser auf die befallenen Pflanzen gespritzt. Bei besonders starkem Befall scharfen Pfeffer oder Piment in Wasser einweichen und die Parasiten gründlich beregnen. Pilzerkrankungen an den Blättern sind möglich, in diesem Fall behilft man sich mit Fungiziden. Kurzum, besondere Schadbilder lassen sich an dieser Pflanze nicht erkennen.

Mädesüß anbauen – warum?

Schon unseren Vorfahren war bekannt, daß sich mit Mädesüß diverse Beschwerden lindern lassen. Aspirin-Allergiker sollten sich jedoch vor Kräutertees und anderen Infusionen auf Basis von Mädesüß in acht nehmen. Mädesüß wird zu Tee verarbeitet, dem eine gute schmerzlindernde und antirheumatische Wirkung nachgesagt wird. Bei hohem Fieber und sehr starken Schmerzen gelten Tropfen als wirkungsvoller. Die Pflanze ist stark harntreibend und wird somit gerne bei Schlankheitskuren empfohlen. Man kann Mädesüß auch als Augenbad absieden, um Augenentzündungen zu lindern. Kopfschmerzen verschwinden durch Kompressen mit Mädesüßextrakt garantiert. Auch in der Küche findet Mädesüß Verwendung, wird dort zu einer exzellenten Zutat für zahlreiche Nachtische und Cremes. Die Pflanze aromatisiert Bier, Wein, Essig und sogar Zahnpasta. Konfitüren und Kompott erhalten einen wunderbar raffinierten Geschmack…

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Veröffentlicht in Sommerblumen von Emily am 11 Jul 2011

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