Wie pflanzt und pflegt man Lupinen im Garten?

Es gibt unzählige Pflanzen und Hülsenfrüchtler, die man im Garten anbauen kann. Darunter die Lupinen (Lupinus), die zu diesen Hülsenfrüchtlern gehören. Lupinen sind robust und widerstandsfähig, bilden großzügige Blüten, die traubenartig dicht 50 bis 100 cm in die Höhe ragen.  Man findet sie an Staudenbeeten und im Naturgarten. Sie sind Zierpflanze,  fungieren aber auch als Nutzpflanze, und sind gleichermaßen von großem ökologischen und biologischen Interesse. In Europa fühlt sich die Pflanze besonders wohl.

Es gibt drei Arten von Lupinen: Für die Kultur sind die Weiße Lupine (Westeuropa), die Gelbe Lupine (Mitteleuropa) und die Blaue Lupine (Australien) geeignet. Die Kultur der Blauen Lupine ist hierzulande eingeschränkt möglich, sie gedeiht auf sandigen, kalkarmen und feuchten Böden. Die Weißen und Blauen Lupinen enthalten nur wenig Alkaloide und brauchen somit keiner speziellen Behandlung unterzogen werden, mit der ihre Bitterstoffe entzogen werden sollen.

Lupinen anbauen – So geht es

Lupinen können auf egal welchem Boden angebaut werden, sogar auf steinigem Gelände. Gesät werden sollte nur auf bereits von der Sonne gut erwärmtem Erdreich, also gegen Mitte oder Ende März bis Ende April. Um einen dichten Pflanzteppich zu erzielen, rechnet man bei der Pflanzung 3 Samenkörner je Pflanzloch. Die Löcher stehen in einem Abstand von 17 cm zueinander und sind bei normalen Klimabedingungen 2 bis 3 cm tief, bei schwierigen Klimabedingungen 1 bis 2 cm. Um die Vermehrung anzuregen, sollten 3 bis 4 Pflanzen je m² gesetzt werden. Zur Verjüngung führt man alle 4 bis 5 Jahre eine Teilung der Pflanzen durch. Zieht man seine Lupinen im Topf, dann sollte er möglichst groß und tief gewählt werden.

Pflege von Lupinen

Lupinen sind einfach zu kultivieren und säen sich von allein neu aus. Dennoch brauchen sie ein Minimum an Pflege, im Sommer ist zum Beispiel eine Mulchdecke nötig. Nachts muß der Boden kühl gehalten werden, abends wird vor allem bei großer Hitze großzügig gegossen. Die Lupinen sind empfänglich für Unkraut und Begleitpflanzen. Insoweit wird angeraten, nur mit zertifiziertem Saatgut zu arbeiten und daneben Vorsaat und Nachsaat einzuplanen. Mehrfach wird man mit dem Saatstriegel über sein Feld fahren müssen: In der Vorsaat, wenn die Saattiefe bei mindestens 3 cm liegt, sobald die Pflanzen 2 Blätter zeigen, wenn sie 4 bis 5 Blätter zeigen und schließlich wenn sie 10 cm Wuchshöhe erreicht haben. Für eine Kultur mit 20 cm Reihenabstand wird ab 2 Blättern bzw. 30 cm Pflanzhöhe gejätet. Zu Beginn der Kultur, sobald die Pflanzen mindestens 15 cm hoch sind, wird der Saatstriegel mit der Hacke kombiniert.

Die Lupine ist wohl widerstandsfähig, was sie der Behandlung durch Fungizide und Insektengifte entbindet, dennoch kann er an Blattbräune, Fruchtfäule und der Sklerotienkrankheit erkranken. Schnecken, Rehe, Hasen, Blattrandkäfer und Blattläuse können sich für die Lupine schädlich erweisen. Blattläuse braucht man nur mit einer Lösung aus schwarzer Seife besprühen, um sie loszuwerden. Man kann sie aber auch mit einem Oidizid ersticken. Die befallenen Pflanzenteile werden weggeschnitten. Bei Pilzerkrankungen behandelt man seine Pflanzung mit einem Herbizid des Typs Amistar, das zu 0,8 l/ha aufgebracht wird. Blüten sind nicht nur im Sommer möglich, sondern auch im Herbst, sofern alle welkenden Blütenstände unverzüglich weggeschnitten werden.

Landwirtschaftsprodukt Lupine

Lupinensamen sind extrem eiweißreich. Die gewaschenen und getrockneten Samen zeigen einen Proteingehalt von 36-37 % und eignen sich gut als Hauptfuttermittel für Rinder (10 % bzw. 2kg/Tag), Schweine (5 %) und Hühner (30 %). Außerdem verbessert die Lupine säurehaltige Böden, indem sie Stickstoff bindet. Sie kann somit als wie Heu und als Gründüngung genutzt werden. Von der Industrie wird die Lupine gerne als natürliches Emulsionsmittel genutzt, in Backwaren gleicht sie den Lysin-Mangel in Weizenmehl aus. Schließlich und endlich kann die Lupine Allergikern als Proteinersatz dienen.

Die Lupine kann auf steinigen Böden kultiviert werden, braucht aber einen teilweise beschatteten, ansonsten sonnigen Standort. Um reiche Ernten zu erhalten, darf der Boden vor der Lupinenpflanzung keine Verdichtung aufweisen, er muß rückverfestigt und leicht krümelig sein, frei von ausdauernden Zweikeimblättrigen und ohne aktiven Kalkstein. Liegt der pH-Wert des Bodens zwischen 6,5 bis 7 und handelt es sich um eine erstmalige Bepflanzung, wird zu einer Inokulation angeraten. 40 bis 50 Einheiten Phosphorsäure und 80 bis 120 Einheiten Pottasche genügen, um den Boden fruchtbar zu machen.

Die Lupinenernte findet zwischen Anfang August und Mitte September statt, bei anhaltender Trockenheit wird morgens geerntet. In dieser Phase gilt sie als reif. Die Lupine ist gänzlich trocken, alle Blätter sind abgefallen und in den Hülsen stoßen die Samen wie Schellen aneinander. Die optimale Samenfeuchte liegt bei 13 bis 16 %. Bei 14 % werden sie getrocknet und eingelagert. Der Ertrag unter landwirtschaftlichen Bedingungen beträgt 22 bis 42 qx/ha.

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Veröffentlicht in Sommerblumen von Emily am 08 Jun 2012

1 Kommentar

Kommentar : Ilona Schroth (Gast)

hallo,ich möchte in meinem garten lupine pflanzen,habe mir aus dem baumarkt fertige kleine pflanzen gekauft.nun zu meiner frage ,da sie oben mir nicht genügend beantwortet ist.muß ich die pflanze zurück schneiden im herbst,da die ja winterhart ist ,die samen die ausfallen bringen die die neue pflanze?.würde mich sehr freuen wenn sie mir ein paar tipps geben würden.

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