Die Kultur von Kohlgemüse - Kleiner Pflanzkalender

Wenig Kalorien (ca. 20 kcal/100 g), dafür aber umso höherer Vitamin-C-Gehalt machen Kohlgemüse so gesund und besonders wertvoll in Diät-Speiseplänen. In Mitteleuropa wird Kohl etwa seit dem Mittelalter (ca. 12. Jahrhundert) vor allem in England und südlich der Alpen angebaut. Kohlgemüse wächst überall, am besten jedoch auf kalkreichem Boden mit konstanter Feuchtigkeit, die durch regelmäßige Bewässerung und ausreichendes Mulchen erreicht wird. Die Einhaltung des Pflanz- und Erntekalenders garantiert der Kultur dieser Pflanzen ihren Erfolg.

Egal welches Kohlgemüse man anbauen möchte, mit Schädlingen wird man immer zu tun haben. Kohl hat nämlich enorm viele natürliche Feinde, Läuse, Vögel, Flohkäfer, Kohlfliegen, blattfressende Raupen, Pilzsporen… Wenn auch die Schädlinge und ihre Folgen wie z. B. Falscher Mehltau durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die im übrigen auf jeden Fall die Aufschrift “Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich zulässig” tragen müssen, gestoppt werden können, kommt der Gärtner nicht umhin, organisiert vorzugehen und seinen Pflanzkalender einzuhalten, damit ihm der Anbau von Kohl wirklich gelingt. Typische Kohlarten und Kohlsorten in Deutschland, die als einjährige oder zweijährige Zuchtformen aus dem Gemüsekohl (Brassica oleracea) hervorgehen, sind Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Grünkohl, Palmkohl, Pok Choi oder Chinesischer Senfkohl, Kohlrabi, Romanesco, Rosenkohl, Rotkohl, Spitzkohl, Weißkohl, Wirsingkohl.

Rosenkohl anbauen

Die zierlichen Röschen des Rosenkohls sind botanisch gesehen kleine Triebköpfe, die auf den Achsen der Stengel spiralig aufsteigend wachsen. Je grösser der Stengel, desto grösser auch der Ertrag. Als besonders produktiv gelten die Hybriden. Rosenkohl wird am besten ab der zweiten Aprilhälfte bis etwa Mitte Mai gesät oder pikiert. Pflanzen, die pikiert werden sollen, sät man bereits einen Monat früher im geschützten Anzuchtbeet. Die Pflanzabstände zwischen den einzelnen Rosenkohlpflanzen liegen bei ungefähr 50 cm. Grundsätzlich wird Rosenkohl zwischen März und August gepflanzt, so daß er zwischen Juni und November geerntet werden kann, wenn der Durchmesser der Röschen ungefähr 2,5 cm beträgt. Kühles Klima, Schnee und Herbstfröste sind ideal für die Entwicklung von Rosenkohl. Gute Nachbarn des Rosenkohls sind Kresse, Spinat, Kopfsalat, Rosmarin und Salbei. Dagegen verträgt er sich nicht mit Tomaten, Fenchel oder Zwiebeln in seiner direkten Nähe.

Brokkoli und Blumenkohl – Gemüse mit in einem Kopf zusammenstehenden Blütensprossen

Brokkoli (auch Broccoli) ist wie sein enger Verwandter, der Blumenkohl, ein Kopf dicht aneinander stehender Röschen, die aus den noch nicht voll entwickelten Blütenständen bestehen. Brokkoli wird von März bis August gesät, Hochsaison für die Pflanzung ist Ende April bis Ende Mai. Dabei wird auf Pflanzabstände von mindestens 50 cm zwischen den einzelnen Pflanzen geachtet. Regelmäßige Bewässerung der Kultur ist unumgänglich, wenn sie produzieren soll. Zwei Monate nach der Anpflanzung, sobald die mittlere Blume gut ausgebildet und noch geschlossen ist, können die ersten Brokkoli geerntet werden. Die noch geschlossenen Blütenstände werden mit 10 bis 15 Zentimeter langem Stiel und Blättern abgeschnitten. Aus den Seitenknospen entwickeln sich weitere kleine Blütenköpfe, die zu einem späteren Zeitpunkt geschnitten werden können. Erntesaison für Brokkoli ist ab Mai bis Oktober.

Blumenkohl bleibt weiß bis elfenbeinfarben, wenn die knospigen Blütenstände dicht von dem sie umgebenden Blattwerk umschlossen sind. Dies ist nur bei absolutem Lichtausschluß möglich, weswegen die Kultur rechtzeitig während der Entwicklung abgedeckt wird. Von Mitte April bis Mitte Mai kann Blumenkohl gesät werden, die Auspflanzung kann sich ohne Probleme von März bis September erstrecken. Die Jungpflanzen werden am besten in einem Abstand von mindestens 75 cm zueinander aufgestellt. Pflanzen, die bereits vier Wochen und länger in der Erde stehen, sind zu alt, um noch umgesetzt werden zu können, sie bringen kein korrektes Ernteresultat mehr. Damit Blumenkohl nicht schießt, muß er auch nach einem heftigen Sommergewitter gewässert werden. Eine direkt neben der Pflanze aufgestellte Schale, in der sich Regenwasser sammeln kann, kann für den Blumenkohl nur förderlich sein. Geerntet wird von Mai bis Februar.

Kohlrabi und Grünkohl

Kohlrabi besitzen an seinem oberirdischen Pflanzenansatz eine deutliche Verdickung. Als Gemüse genutzt wird genau diese verdickte, oberirdische Sproßknolle. Die Aussaat und die Anpflanzung von Kohlrabi erstrecken sich von März bis August und erfolgen in Pflanzabständen von über 30 cm und Reihenabständen von mindestens 25 cm. Geerntet werden kann Kohlrabi, sobald die Knolle mindestens 7 cm Durchmesser besitzt. Grünkohl, auch Krauskohl genannt, gehört zu den Blattkohlarten. Er bildet keinen Kohlkopf aus, sondern breite, fleischige und gekrauste Blätter. Er wird ganzjährig gepflanzt, wobei ein Abstand von 50 cm zwischen den einzelnen Pflanzen eingehalten wird. Grünkohl ist eine schnellwüchsige Kohlart, die im zweiten Jahr nach seiner Pflanzung Blüten bildet. Beim Ernten die jungen Blätter stets aus der Mitte heraus abschneiden, sie sind am zartesten und schmecken somit auch am besten.

Kopfkohl

Es wird in drei Kopfkohlarten unterschieden: In die rundförmigen Kohlarten Weiß- und Rotkohl sowie Wirsingkohl und in den kegelig wachsenden Spitzkohl. Damit sich Kopfkohl optimal entwickeln kann, muß er reichlich mit Stickstoff versorgt werden. Dies erreicht man durch ständiges Hacken der Kulturfläche und Ausbringung von organischen Handelsdüngern auf Phosphor- und Kalibasis. Weißkohl und Rotkohl werden von Februar bis August mit einem Pflanzabstand von 50 cm gepflanzt. Beide brauchen für ihr Wachstum viel Wasser und müssen daher viel gegossen werden. Die Ernte steht in der Regel zwei Monate später an, also von April bis Dezember. Wirsingkohl wird von April bis August gepflanzt und von Juni bis Februar geerntet. Für eine reiche Ernte, die von April bis Mitte Juni und von Januar bis Mitte März andauert, muß man Weißkohl und Rotkohl von Februar bis Mitte April und von September und November pflanzen. Kopfkohlarten kann man auch anhand ihrer Aussaat- und Ernteperiode unterscheiden. Es gibt sogenannten Sommerkohl, der im Frühling mit einem Pflanzabstand von 40 cm in die Erde gebracht und im Hochsommer geerntet wird. Frühe Kohlsorten werden fast ausschließlich im September gesät. Für 250 Pflanzen rechnet man ungefähr 4 Gramm Saatgut. Sobald die Setzlinge mindestens drei Blätter zeigen, können sie im Anzuchtbeet versetzt werden. In den letzten beiden Monaten des Kalenderjahres, im November und Dezember, können die Kohlpflanzen ins Freiland an einen sonnigen und feuchten Standort gepflanzt werden. Dabei wird auf einen Pflanzabstand von mindestens 35 cm zwischen den einzelnen Kohlköpfen geachtet. Winter- und Herbstkohl wird im April, Mai oder Juni kultiviert. Ihre Ernte ist im September, Oktober oder November, aber auch noch im Dezember, möglich.

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Veröffentlicht in Grüngemüse von Emily am 10 Aug 2012

1 Kommentar

Kommentar : Friedrich (Gast)

Ich habe mit mein Weiskohl und Rotkohl jedes Jahr das gleiche Problem einige der Köpfe werden schwarz und faulen nach innen ab aber nicht alle was mache ich falsch.Und ist was drann das mann Kohl mit Rasenschnitt eingegraben eine gute Ernte bekommt?

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