Knoblauch im Hausgarten

Knoblauch hat einen festen Platz in fast allen Küchen der Welt. Der Knoblauch ist eine ausdauernde Pflanze, die winterliche Kälte ohne weiteres toleriert. Je nach Region läßt sich Knoblauch in all seinen Varianten auch durch den Anfänger problemlos und erfolgreich anbauen. Die Kultur von Knoblauch ist aus mehreren Gründen interessant: Er wird früh geerntet, bringt hohe Erträge (bereits zwei Kilo Saatgut können ausreichen, um den jährlichen Verbrauch zu decken und Vermehrungsgut für die nächste Saison zu produzieren) und hat erwiesene Heileigenschaften.

Wie man seine Knoblauchzehen auswählt und wann sie gesteckt werden – auf diese und andere Fragen versucht der wissenshungrige Gärtner Antworten zu finden. In diesem Überblick wollen wir ihm helfen, seine Knoblauchkultur ein erfolgreiches Unterfangen werden zu lassen.

Knoblauch – Beschreibung und Herkunft

Knoblauch ist eine ausdauernde krautige bzw. knollige Pflanze aus der Gattung Lauch, und damit verwandt mit der Zwiebel und mit Porree. Die Heimat von Knoblauch liegt in Zentralasien, die Pflanze hat sich aber den Klimabedingungen des kontinentalen Europas gut angepaßt. Knoblauchzwiebeln, die im Sommer geerntet werden, sind bekannt für ihre medizinischen und kulinarischen Qualitäten. Knoblauch wird seit mehr als 6000 Jahren vom Menschen angebaut.

Die Auswahl des Saatguts

Die richtige Wahl des Saatguts ist von entscheidender Bedeutung und bestimmt den Erfolg der Kultur. Vom Gebrauch von Zehen, die für den Verzehr vorgesehen sind, sollte man absehen. Sie kommen teils aus fernen Ländern und sind unserem Boden dann nicht angepaßt. Abgesehen von dem Risiko der Übertragung von Viren werden diese Arten hierzulande womöglich nicht keimen. Es gibt zwei Arten von Knoblauch: weißen Knoblauch und rosa Knoblauch. Weißer Knoblauch wird idealerweise im Herbst gepflanzt, seine weißen Zwiebeln sind besonders groß und dick. Von rosa Knoblauch gibt es diverse Sorten, die extrem lang haltbare, relativ kleine Zwiebeln bilden. Rosa Knoblauch, auch “Frühlingsknoblauch” genannt, kann gerne bereits im Februar oder März gesetzt werden. Im Gartenhandel findet man Knoblauchsorten zu Dutzenden.

Anbautechnik und Pflege

Knoblauch kann aus Samen gezogen oder durch Zwiebeln bzw. “Zehen” vermehrt werden. Am einfachsten und von regelmäßigerem Wuchs ist allerdings die Pflanzung von Zwiebeln, der wir deswegen den Vorzug geben. Je nach Sorte kann Knoblauch im Herbst oder Frühjahr gepflanzt werden. Ideale für die Pflanzung ist die Herbstsaison, genauer die Zeit zwischen dem 15. September und 15. Oktober. Sie bringt in der Regel die besten Erträge. Knoblauch wird am besten in leichten und eher kalkreichen Boden gepflanzt. Sandboden gefällt ihm aber ebenso. Zu nährstoffreiches und zu feuchtes Erdreich ist dagegen zu vermeiden, es würde die Zwiebeln faulen lassen. Besonderer Vorbereitung bedarf der Boden nicht. Wer seinen Boden mit Mist verbessern möchte, sollte darauf achten, daß er schön trocken und zersetzt ist.

Die Knoblauchzehen voneinander trennen, alle fleckigen oder verformt erscheinenden Exemplare entfernen. Eine besondere Vorbereitung der Zehen für die Pflanzung ist überflüssig. Sie werden einfach in 5 bis 10 cm Tiefe und 12 cm Abstand zueinander in die Erde gesteckt. Die Pflanzreihen liegen 25 bis 30 cm auseinander. Jede Zehe wird isoliert gepflanzt, der Keim (die Spitze) zeigt nach oben, die abgeflachte Basis nach unten. Die Zehen vorsichtig mit Erde abdecken. Die Erde mit Stroh, Rinde oder Fallaub abdecken, um die Pflanzung vor Frost im Winter zu schützen. Der Ertrag einer solchen Pflanzung beträgt im Durchschnitt das Vierfache des Gewichts der Aussaat. Für 1 Kilo gepflanzte Zehen kann man also mit 4 Kilo Knoblauchernte rechnen.

Der Mulch wird im Frühjahr entfernt, damit die Sämlinge keimen und wachsen können. Knoblauch erfordert keine besondere Pflege. Es ist aber ratsam, ihn präventiv mit Fungiziden zu behandeln, um Schadbildern wie Schimmel, Mehltau oder Anthracnose vorzubeugen. Das Auftragen von Insektenvernichtungsmittel kann sinnvoll sein, denn Knoblauch ist anfällig für Befall durch Raupen, Würmer und die Zwiebelfliege. Wenn der Boden gut entwässert, kann man regelmäßig, aber moderat gießen, um das Wachstum der Zwiebeln anzuregen. Gegen Ende Juni kann man Knoblauchblüten abernten und damit die Energie der Pflanze ganz auf die Entwicklung der Zwiebeln konzentrieren.

Knoblauch ernten und lagern

Die Ernte erfolgt früh in der Saison. Ab Ende Juli, Anfang August welken die Blätter der Knoblauchpflanze, dann kann man mit dem Ausreißen beginnen. Die ausgerissenen Knollen läßt man gut trocknen. Man kann sie zwei bis drei Tage auf dem Boden in der Sonne liegen lassen oder ein bis zwei Wochen an einem gut belüfteten Ort im Schatten ausbreiten. Danach kann man die Stiele abschneiden oder an den Knollen belassen, um einen Zopf zu flechten. Knoblauch wird im Netz an einen gut belüfteten, kühlen (12-18° C) und trockenen Ort aufgehängt. Ihn nicht im Kühlschrank lagern, dort würde er keimen. Im besten Fall kann Knoblauch ein ganzes Jahr lang aufbewahrt werden.

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Veröffentlicht in Wurzelgemüse von Emily am 20 Dec 2012

2 Kommentare

Kommentar : Fred Weber (Gast)

Guten Tag Leute, was passiert, wenn man Knoblauch jetzt im Mai noch setzt? 2. Frage:" In einem anderen Forum schreibtman, könnte auch noch ein weiteres Jahr in der Erde bleiben, wird dadurch stärker bezw. größer? Mit gutem gruß Fred Weber

Kommentar : c.s. (Gast)

Ich hatte eine Reihe Zehen gesetzt. Die so dünne waren das man sie nicht zum kochen schälen wollte und die sind zu Pflanzen geworden und haben überwintert. Also in der Gartenerde. Dieses jahr kam die Reihe schön raus, von alleine und hat wie es scheint so um die 4cm Knollen. Hab zu wenig gegossen und das Grün ist geknickt aber nicht welk. Ich weiß nur nicht wie lange ich warten soll mit der Ernte um die dicksten Knollen ab zu warten. Zu hause ziehe ich jetzt schon die nächsten mickrigen Zehen zu Pflanzen um sie im Herbst draussen einzusetzen.

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