Kartoffeln – Für ihre Sortenvielfalt geschätzte Ackerkulturen

Die Kartoffeln gehört zu den elementaren Grundnahrungsmitteln unserer Ernährung. Es gibt gut 30 Sorten, die ganz nach Belieben und Geschmack zubereitet werden können. Das Aussehen der Kartoffel wie die Farbe ihrer Schale ist heutzutage zu einem Marketinginstrument geworden, um Kunden anzuziehen. Sich durch ihre Farbe von herkömmlichen Sorten unterscheidende Kartoffeln sind immer mehr im Kommen. Man findet im Handel inzwischen blaue Kartoffeln (Vitelotte), gelbe bis rosa Sorten (Roseval) und rote Varianten (Dalida).

Die Sorten können nach verschiedenen Kriterien wie Farbe, Textur des Fleisches oder ihre kulinarischen Verwendungen eingestuft werden. Je nach Erntezeitpunkt unterscheidet man in frühe und späte Sorten. Am bekanntesten und preiswertesten ist die Bintje-Kartoffel, bis in die 90er Jahre die in Deutschland am meisten verkaufte Sorte. Die Bintje ist eine stärkereiche Kartoffel, die sich hervorragend für Pommes und Püree sowie bestimmte verarbeitete Produkte wie Kroketten und Chips eignet.

Kartoffelsorten mit weichem Fleisch

Die mehlig kochende Sorte Marine bietet den Vorteil, besonders reiche Erträge zu bringen. Die Knollen halten sich relativ lange und sind mittelmäßig krankheitsresistent. Die frühe Sorte Rosabelle liefert durchschnittliche Ernteerträge und ist gutlagernd. Ihre Resistenz gegen Krankheiten ist akzeptabel. Spunta gehört zu den beliebten Kartoffeln. Üppiger Ertrag, große Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und eine recht gute Lagerfähigkeit machen sie zu einer interessanten Sorte. Gleiches gilt für die Sorte Samba, die sich jedoch noch besser lagern läßt.

Fest kochende Kartoffeln

Die früh reifende Belle de Fontenay kommt aus Frankreich. Sie hat den Vorteil, sich bis März des auf die Ernte folgenden Jahres zu halten. Erste Ernten sind ab Juni möglich. Ihr besonderer, nußartiger Geschmack gefällt in verschiedenen Rezepten. Sie wird dampfgegart, im Backofen zubereitet, manchmal sogar natur verzehrt. Charlotte ist eine ganzjährig verfügbare Kartoffel mit regelmäßigen Formen. Sie läßt sich auf vielfache Weise verarbeiten, als Bratkartoffel, Chips, in Wasser gegart und Salatkartoffel. Festkochend mit roter Schale ist die Sorte Franceline. Sie ist mittelmäßig krankheitsresistent und hat den Vorteil, gut haltbar zu sein.

Frühe Sorten und späte Sorten

Die frühen Sorten werden im Winter in Gebieten mit milden Winter kultiviert. Annabell ist eine frühe, fest kochende Sorte, allerdings nur gering lagerfähig. Diese Sorte ist im übrigen auch relativ krankheitsanfällig. Rafaela ist eine mittelfrühe Sorte, die hohe Ernteerträge liefert. Sie hat den Vorteil, relativ nematodenresistent zu sein. Auch die Widerstandsfähigkeit gegen Kraut- und Knollenfäule ist bei ihr mit gut zu bezeichnen. Die späten Sorten werden im April gepflanzt und können nach ungefähr fünf Monaten geerntet werden. In die späte Reifegruppe gehört zum Beispiel auch die Sorte Donella. Sie hat gleich mehrere positive Seiten: ihr Fleisch ist vorwiegend festkochend, die Ernteerträge sind hoch, sie ist gut lagerfähig und gut krankheitsresistent. Die rot gefärbte Panda ist eine späte Sorte mit gutem Ertrag. Sie hat aber leider den Nachteil, nur mittelmäßig widerstandsfähig gegen Krankheiten zu sein. Pomqueen gehört zu den mittelspäten Sorten mit guter Ernteleistung. Sie hat den Vorteil, resistent gegen Krankheiten und gut lagerfähig zu sein. In die gleiche Kategorie gehört die mehlig kochende, rotschalige Desirée-Kartoffel. Die Pflanzen dieser Sorte versprechen besonders hohe Ernteerträge. Es handelt sich bei ihr um eine Lagerkartoffel mit relativ guter Widerstandsfähigkeit gegen die verschiedenen Kartoffelkrankheiten.

Kartoffelsorten und Schalenfarben

Bei den Kartoffeln mit gelber bis hellgelber Schale fällt die Sorte Rubinett auf, die nämlich rote Augen zeigt. Ihr Fleisch ist hellgelb. Diese Kartoffel ist vielseitig verwendbar, als Pommes Frites, Salzkartoffel, für Püree und Suppen. Miss Malina hat eine gelbe Schalenfarbe und gelbes Fleisch. Auch sie ist in der Küche vielseitig verwendbar. Es gibt auch Sorten mit rötlicher bis rotvioletter Schale, dazu gehört zum Beispiel die Sorte Pink Fir Apple (auch Rosa Tannenzapfen). Ihr vorwiegend festkochendes Fleisch ist perfekt für die Verarbeitung in Salaten und zum Garen im Backofen. Die amerikanische Sorte Mr. Bresee ist innen wie außen rotviolett und gut für Suppen und Backkartoffeln geeignet. Kipfler ist nur kurzzeitig, nämlich zu Weihnachten, erhältlich. Ihre Schale ist tiefgelb, das Fleisch gelb. Diese Kartoffel eignet sich für die Verarbeitung in Salaten, als Backkartoffel und Pellkartoffel.

Es gibt viele weitere Sorten: Salami, Vivaldi, Dali, Kaiser Wilhelm… die Liste ist lang. Im Internet kann man die Sortenliste des Bundessortenamts oder den von der Europäischen Gemeinschaft herausgegebenen EG-Sortenkatalog nach den in Deutschland bzw. Europa zugelassenen und angemeldeten Kartoffelsorten abfragen.

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Veröffentlicht in Wurzelgemüse von Emily am 28 Jul 2011

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