Bekämpfung des Kartoffelkäfers - Tips und Tricks

Wenn man sein Kartoffelfeld durch den Blätterfraß des Kartoffelkäfers nicht völlig verwüstet sehen möchte, sollte man seine Kultur bereits bei den ersten Anzeichen der Präsenz des Schädlings entsprechend behandeln. Aber selbst wenn der Schaden bereits ein größeres Ausmaß angenommen haben sollte, ist es noch nicht zu spät zum Handeln. Natürliche Mittel gegen den Kartoffelkäfer sind zum Beispiel Meerrettich oder Rizinus. In extremen Fällen gibt es schließlich den Rückgriff auf Insektizide.

Vor dem Einsatz der chemischen Keule gegen den Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata) sollte man sich überlegen, ob nicht mit natürlichen Techniken die gleiche Wirkung erzielt werden kann. Sollten diese -umweltgerechteren – Methoden nicht ausreichen, um die Käferkolonie los zu werden, kann man immer noch auf Insektizide zurückgreifen. Schauen Sie aber doch erst einmal, welche Methoden wir ihnen in diesem Artikel vorschlagen. Bei der richtigen Prävention muß es vielleicht gar nicht so weit kommen.

Mittel im Kampf gegen den Kartoffelkäfer

Eine Arbeit, an die man denkt nur selten denkt, ist die Desinfektion des Erdreichs vor der Pflanzung von Kulturen. Dadurch werden adulte Schädlingspopulationen und ihre Brut, die tief eingegraben in den Boden den Winter schadlos überstanden haben, zerstört. Es mag lächerlich klingen, und dennoch: Auf kleinen Flächen genügt bereits die bloße Präsenz von Geflügel, um die Ausbreitung des Kartoffelkäfers zu verhindern. Hühner oder Enten helfen bei der Arbeit. Vorausgesetzt natürlich, daß nicht sie es sind, die im weiteren den Hausgarten verwüsten. Nicht vergessen sollte man auch, daß wucherndes Unkraut ein förderliches Milieu für zahlreiche Insekten und Krabbeltiere ist und ihnen Schutz bietet. Wir sind an anderer Stelle bereits hierauf eingegangen. Ideal ist es also, wenn man seine Kulturflächen regelmäßig rodet. Die Praxis der Fruchtfolge übrigens hemmt die Entwicklung neuen Käferpopulationen, die ansonsten von Generation zu Generation wachsen würde. Auch der Boden wird Ihnen eine solche positive Praxis danken, denn ihm werden vermehrt Nährstoffe zugeführt. In die gleiche Richtung geht möglichst große Vielfalt im Garten. Dadurch werden nämlich die natürlichen Feinde des Kartoffelkäfers angelockt, Vögel, Marienkäfer, Laufkäfer… Schließlich sollte man es sich angewöhnen, seine Kulturen zu mulchen. Stroh, das wie eine Decke dicht um die Pflanzen herum ausgebreitet wird, bietet zusätzlichen Schutz vor Schädlingen.

Natürliche Käferbekämpfung

Ist der Garten klein und überschaubar und verfügt man über genügend Zeit, dann kann man sich jede Pflanze einzeln vornehmen und Blatt für Blatt Eier, Larven und Käfer absammeln und entsorgen. Eine simplere und effektivere Methode, die Insekten loszuwerden, ohne den natürlichen Vegetationszyklus seiner Pflanzen zu stören, gibt es nicht. Man kann sich sein eigenes, völlig natürliches Hausmittel fabrizieren, nämlich eine Jauche aus Meerrettich (Armoracia Rusticana). Hierfür ein Behältnis zur Hälfte mit Blättern der Meerrettichpflanze befüllen und mit Wasser aufgießen. Die Zubereitung 10 Tage lang ziehen lassen. Diese Brühe kann danach einfach auf die Kartoffelpflanzen gespritzt werden. Eine weitere wirkungsvolle und gern zur Anwendung gebrachte Methode ist die Bebauung der Parzelle in abwechselnden Reihen von Lein und Kartoffeln. Durch den Lein sehen sich die Käfer in ihrer Bewegungsfreiheit zwischen den einzelnen Reihen eingeschränkt. Es gibt weitere Kulturen, die sich abwehrend auf den Kartoffelkäfer auswirken, so etwa Datura oder Rizinus. Bei ihrer Anpflanzung ist allerdings Vorsicht angebracht, denn sie sind auch für den Menschen giftig.

Bakterielle Bekämpfung des Käfers mit Bacillus thuringiensis

Bacillus thuringiensis wird weltweit gegen den Kartoffelkäfer eingesetzt. Diese biologische Lösung wirkt allerdings nur auf die Larven, adulte Populationen und die Eier des Kartoffelkäfers werden durch die Bakterie nicht zerstört. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, muß die Brut in einem möglichst frühen Stadium nach dem Schlüpfen behandelt werden. Bei Altlarven, die kurz vor der Verpuppung zum Käfer stehen, ist es meist zu spät, die bakterielle Behandlung bleibt ohne Wirkung. Ohne große Mengen ablagern zu müssen, kann Bacillus thuringiensis mit dem gefräßigen Käfer Schluß machen. Entscheidend ist die richtige Technik bei der Anwendung. Wer sich für diese Lösung entscheidet, muß wissen, daß das Präparat schon nach wenigen Tagen von der UV-Strahlung völlig abgebaut ist. Am besten behandelt man seine Kultur, wenn es nicht zu sonnig ist, abends oder bei bedecktem Wetter.

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Veröffentlicht in Wurzelgemüse von Emily am 10 Jun 2011

1 Kommentar

Kommentar : Juliane Klatt (Gast)

Hi Emily, toller Beitrag! Frage mich wo es Betriebe gibt die Kartoffeln in Mischkultur mit Lein anbauen oder Rhizinus. Kennst du da welche oder sind das eher Hausgartenprojekte? Grüße, Juliane

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