Wie sich Artenvielfalt erhalten läßt

Invasive Pflanzen sind Arten, die sich durch intensiven Wuchs in ihrem Milieu schädlich auf die Umwelt auswirken. Es gibt mehrere Möglichkeiten ihre Ausbreitung zu verhindern, darunter meist technische Lösungen mit unterschiedlicher Wirksamkeit. Vorbeugung durch Sensibilisierungsmaßnahmen ist eine Lösungsalternative, die zum Zwecke raschen Handelns meist mit der Überwachung des Gesundheitszustands von Populationen kombiniert wird.

Einige invasive Pflanzenpopulationen lassen sich vernichten, andere Arten wie die Reynouria japonica sind nicht auszurotten, woran ihr rhizomartiges Wurzelsystems schuld ist.

Invasive Pflanzen kennen

Invasive Pflanzen sind exotische Arten, die sich nach ihrer Einführung derart rasch verbreitet haben, daß sie sich auf ihre Umgebung negativ auswirken. Sie werden als invasive Pflanzen bezeichnet, weil sie sich derart an ihre neue Umgebung angepaßt haben, daß jedes Pflanzenfragment für sich allein in der Lage ist neue Pflanzen zu bilden und zu wuchern. Solchen Pflanzen begegnet man bei uns überall, in Gärten ebenso wie entlang der Straßen. Sie haben die Besonderheit, derart schnell zu wachsen, daß sie ganze Flächen einnehmen und sich über große Distanzen hinaus ausbreiten. Gängigste „Gartenflüchtlinge“ sind z. B. die Silberakazie oder die Gelbe Mimose, beide ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, oder auch die Buddleja davidii bzw. Schmetterlingsbaum aus China. Auch die Wasserwelt kann invasiven Pflanzen zum Opfer fallen. Am bekanntesten ist die Grünalge Caulerpa taxifolia, die sich im Mittelmeer verbreitet und großen Schaden anrichtet.

Warum invasive Pflanzen bekämpfen?

Gegen invasive Pflanzen ist aus ökologischen Gründen vorzugehen. Nach der durch Urbanisierung praktizierten Abholzung stellen sie nämlich die zweitgrößte Ursache für den Verlust der Artenvielfalt dar. Ihr Wuchs in Form von ausgedehnten Populationen ändert mehrere Milieuparameter insbesondere hinsichtlich ihrer Funktionsweise, Zusammensetzung und Struktur. Sie konkurrieren mit den einheimischen Arten, und verursachen deren progressive Ausrottung, was zu einer unausweichliche Verarmung der Artenvielfalt führt. Auch die Tierwelt kann durch Veränderungen ihres Biotops und ihrer natürlichen Lebensräume von dieser Verarmung betroffen sein. Gegen invasive Pflanzen ist schließlich aus wirtschaftlichen Gründen vorzugehen. Der Kampf um ihre Ausrottung ist oft sehr kostspielig, aber nicht wirksam genug, da die zu behandelnden Flächen mitunter gigantische Formen angenommen haben. Ihre Präsenz kann Aktivitäten wie die Fischerei, die Navigation, die Landwirtschaft oder die Freizeitindustrie behindern, was sich auf wirtschaftlicher Ebene auswirkt: die Finanzmittel werden knapp und Arbeitsplätze werden abgeschafft. Invasive Pflanzen haben schließlich und endlich Auswirkungen auf das öffentliche Gesundheitswesen: die Ambrosia beispielsweise, deren Pollen sich immer weiter über Europa ausbreitet, ist eine hoch allergene Pflanze.

Wie können invasive Pflanzen bekämpft werden?

Präventivbekämpfung besteht darin, die Einführung neuer Arten zu verbieten. Zu diesem Zweck ist zu vermeiden, bestimmte Arten wie die Baccharis bei der Bebauung von Grünflächen zu pflanzen. Gegen die schon heimisch gewordenen invasiven Pflanzen wird auf verschiedenerlei Art vorgegangen: physisch, chemisch und biologisch. Das Ausreißen im Garten vor der Blüte ist sinnvoll, um Pollenflug zu vermeiden. Vorsicht ist beim Mähen geboten, hierdurch werden die Pflanzen zerrissen, wachsen aber geteilt weiter. Als besonders hartnäckig gilt beispielsweise die Wasserpestart Lagarosiphon. Der Kletterefeu ist bekannt dafür, an Mauern und Fassaden Halt zu suchen, wo er vielfache Schäden anrichtet. Er kann nur abgetötet werden, indem die ganze Pflanze vernichtet wird. Stamm und Blätter sind abzuschneiden, die Wurzel muß chemisch mit Kalkkonzentrat behandelt werden. Die Flüssigkeit wird auf die Wurzeln geschüttet, wo sie 24 Stunden lang einwirken muß. Nur die Verwendung aggressiver Unkrautvernichtungsmittel tötet die Pflanze ab. Biologische Bekämpfung besteht darin, Pflanzen konkurrierender Arten einzusetzen, um die Ausbreitung invasiver Pflanzen zu verhindern.

Einige wichtige Tips

Die vollständige Ausrottung der invasiven Pflanzen ist schwierig und kostspielig. Bestimmte Techniken wie das Wegschneiden der Pflanze bilden nur eine zeitweilige Lösung und können sogar die umgekehrte Wirkung zur Folge haben und die Ausbreitung begünstigen. Zu diesem Zweck muß früh gehandelt werden, beim Auftauchen der ersten Anzeichen. Der Gebrauch chemischer Präparate, um die invasive Pflanzen zu beseitigen muß sparsam erfolgen, denn sie kann Wasserverschmutzung in Forstzone und Grundwasser verursachen. Zu diesem Zweck müssen die Produkte eine Homologation erhalten haben, bevor sie benutzt werden können. Gebiete, die durch menschliches Eingreifen verändert wurden, sind für das Wachstum invasiver Pflanzen empfänglicher. Ein Mittel zur Vorbeugung der Besiedlung dieser Pflanzen besteht also darin, die natürlichen Lebensräume so wenig wie möglich zu verändern oder ökologische Sanierungsmaßnahmen auszuführen. Da invasive Pflanzen als eine Plage angesehen werden, bilden sich heutzutage mehr und mehr Organe, die über Programme Maßnahmen ergreifen und Lösungen vorzuschlagen, um die Umweltfolgen zu verringern.

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Veröffentlicht in Grünpflanzen von Emily am 11 Jul 2011

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