Hortensien korrekt pflanzen und pflegen

Die Hortensie (Hydrangea) mit ihren auffälligen Blütenständen gehört zu den pflegeleichten und lange blühenden Gartenpflanzen. Diese mehrjährige Pflanze in der botanischen Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae) bevorzugt sauren und kühlen Boden, möglichst ein schattiges Plätzchen und regelmäßige Versorgung mit Dünger. Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge. Damit die Hortensie der winterlichen Kälte besser standhalten kann, wird empfohlen, die Blüten auch in dieser Jahreszeit an ihr zu belassen. Geschnitten wird die Hortensie, wenn der Vegetationszyklus wieder auflebt.

Der französische Naturforscher und Entdecker Philibert Commerçon (1727-1773) entdeckte die Pflanze im achtzehnten Jahrhundert. Es heißt, er habe sie in Erinnerung an seine Geliebte Hortense Barre “Hortensie” getauft. Die meisten Hortensien kommen aus China, Nordamerika, dem Himalaya-Gebirge und Japan.

Die Pflanzung der Hortensie

Es gibt über 80 Arten von Hortensien, die sich in zwei Klassen einteilen lassen. die sogenannten Gartenhortensien oder Kugelhortensien und alle anderen Hortensien. Strauchhortensien gehören zu den widerstandsfähigsten und am wenigsten anspruchsvollen Hortensien. Hydrangea kann man in Töpfen halten, in Kästen, in Hecken, in Blumenbeeten oder Rabatten. Hortensien verschönern ihre Umgebung von Juli bis Oktober mit Blüten in vielen, verschiedenen Farben: die Rispenhortensie Hydrangea paniculata blüht weiß, die Zwerghortensie (Hydrangea serrata) erstrahlt in frischem rosarot oder blau, die Samthortensie Hydrangea sargentiana blau mit weißem Kranz. Geisa trägt rosa, Benelux blaue Blüten. Es gibt auch dreifarbige Sorten. Die Vermehrung von Hortensien durch Stecklinge geschieht im Sommer, durch Teilung von Wurzelballen im Frühjahr. Stecklinge sollten im Juli, August oder September genommen werden. Hortensien lieben mildes Klima. Ihre Pflanzung kann ganzjährig erfolgen, sofern kein Frost herrscht. Kalkhaltiges Erdreich sollte vermieden werden. Erdaushub aus dem Pflanzloch wie Topferde mit Heideerde, Sand, frischer Blumenerde und Spezialdünger anreichern. Heideerde ist für Hortensien ideal, wenn ihr pH-Wert zwischen 6 und 6,5 liegt. Ein pH-Wert von 5 regt Hortensien zur Bildung blauer Blüten an. Organisches Substrat zeigt am besten einen neutralen oder sauren pH-Wert. Auf normal feuchtem Boden gedeiht die Hortensie am besten. Im adulten Alter kann eine Hortensie im Schnitt 1 bis 3 Meter hoch werden. Mit Ausnahme natürlich der Kletterhortensien, die am besten gegen eine Hauswand oder am Fuß eines Baums gepflanzt werden. Unter günstigen Bedingungen erreichen sie eine Wuchshöhe von 10 Metern. Bei der Pflanzung hält man einen Abstand von etwa 1,50 bis 2 m zwischen den einzelnen Stöcken ein. Soll die Hortensie im Topf steht, muß auf einwandfreie Dränage geachtet werden. Am besten gibt man Blähton auf den Topfboden. Im Freiland braucht Hydrangea einen Meter Raum um sich herum, um gedeihen zu können.

Hydrangea-Pflege

Beim Schnitt genügt es nicht, einige Zweige zu entfernen. Hortensien müssen alle Jahre wieder mit dem nahenden Winter besonders sorgfältig geschnitten werden. Zweck des Schnitts ist die Erneuerung der Vegetation und die Säuberung der Pflanze. Alle abgestorbenen oder beschädigten Zweige werden entfernt. Ältere Zweige werden gekappt, damit die Pflanze ausgelichtet wird und die Sonnenstrahlen bis in ihr Zentrum vordringen können. Durch systematischen Schnitt bringt man seine Hortensie dazu, Blüten zahlreich und von beachtlicher Größe zu produzieren. Bleibt rigoroser Schnitt dagegen aus, nimmt der Blütenstand von Jahr zu Jahr mehr ab. Im Frühjahr freut sich die Hortensie über die Versorgung mit Hornspäne und Knochenmehl. Wer im April um den Pflanzenstock herum Aluminiumsulfat verteilt, wird sich an rosa blühenden Sorten besonders erfreuen können. Zweimal im Jahr werden Hortensien mit Spezialdünger versorgt.

Noch ein paar Tips

Sämlinge, die noch keine zwei Jahre alt sind, müssen im Winter bzw. von November bis Februar durch ein Frostvlies geschützt werden. In kälteren Klimazonen sollte man die Wurzeln und Pflanzenbasis durch einen Mulch aus Totlaub schützen. Hortensienblüten im Winter niemals wegschneiden, sie sind Frostschutz für die Pflanze. A propos Bewässerung: Am besten geeignet ist kalkfreies, weiches Wasser oder demineralisiertes Wasser. Gießen Sie mit Regenwasser anstatt Leitungswasser und wässern Sie Jungpflanzen an heißen Tagen besonders intensiv.

Zu Schadbildern an der Hortensie führen Angriffe durch Parasiten wie Blattläuse und Milben sowie Chlorose. Blattläuse erkennt man leicht, wenn die Pflanze an Rußtau leidet (die Blätter werden schwarz). Ihnen kann man mit entsprechenden Insektiziden entgegentreten, mit dem die Pflanze im Winter systematisch behandelt wird. Chlorose ist auf einen zu hohen Kalkspiegel im Erdreich zurückzuführen. Man erkennt sie an gelb werdenden Blättern. Abhilfe kann man nur mit speziellen Produkten zur Bekämpfung von Chlorose schaffen. Für Schadbilder wie Ascochyta (die Blätter werden schwarzfleckig), Mehltau und Botrytis an Hydrangea sind Pilzerreger verantwortlich, denen man unbedingt gezielt entgegenwirken muß.

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Veröffentlicht in Einjährige Pflanzen von Emily am 11 Jul 2011

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