Heckenformschnitt für einen kunstvoll gestalteten Garten

Pflanzen von Hand durch besondere Schnittechniken in geometrische Form bringen – hierfür hat sich der Begriff “Topiari” eingebürgert. Besonders künstlerisch sind komplexere Formen wie Menschen, Tiere, sich um einen Baumstamm windende Spiralen… Vor allem geeignet für diese Kunstform sind Sträucher mit dichtem und kleinblättrigem Laub wie Eibe und Buchsbaum. Um die gewünschte Form dauerhaft zu zeigen, ist ein regelmäßiger Heckenschnitt erforderlich.

Klassische Schnittformen sind geometrischer Art: Kugeln, Würfel, Pyramiden oder Zylinder. Kompliziertere Gestaltungselemente können z. B. in berühmten Schloßgärten in Frankreich bewundert werden. Ab der Pflanzung bis zur Fertigstellung solcher kunstvoll gestalteten Hecken muß man ungefähr 5 Jahre rechnen, die Zeit, die die Gewächse brauchen, um ihre Blätter voll auszubilden.

Topiari oder die Kunst des Heckenschnitts

Die Kunst des Formschnitts oder Schaffung von “lebenden” Skulpturen aus Pflanzen hat eine lange Tradition, die bis in die römische Antike zurückreicht. Für den Formschnitt eignet sich besonders kleinwüchsiges und kleinblättriges, immergrünes Gehölz. Am häufigsten verwendet wird Buchsbaum. Er paßt sich jedem Boden an, ob sauer-alkalisch, sandig-lehmig, frisch-feucht. Der immergrüne Strauch hat besonders widerstandsfähiges Laub, dem der Schnitt nichts ausmacht. Buchsbaum ist bekannt dafür 1000 Jahre zu leben. Aus diesem Grund war er schon für die Gallier das Symbol der Langlebigkeit.

Für Topiari geeignete Heckenarten

Für die Kunst der Topiari am besten geeignet sind Buxus und Eibe. Es gibt aber noch andere Arten, die verwendet werden können, sofern sie ihrem Milieu angepaßt sind. Buchsbaum ist bekannt dafür, daß ihm ein Formschnitt nichts ausmacht bzw. daß er durch den Schnitt sogar noch kräftigere Triebe bekommt. Er wird auch für das angenehme Parfum, das er vor allem bei großer Hitze verbreitet, gerne verwendet. Sein Formschnitt erfolgt im Frühjahr und im Herbst. Im März wird Buchs gedüngt und gegen Milbenbefall behandelt. Die Stechpalme hat eine hohe Lebensdauer. Mit einer Wuchshöhe von bis zu 1,50 Meter ist auch sie ideal für Topiari. Mit der Stechpalme lassen sich hübsche Hecken realisieren, das Gehölz wird im Frühjahr oder Herbst in nicht alkalischen Boden gepflanzt. Die schnell wachsende und widerstandsfähige Taxushecke wird ebenfalls im Frühling und Herbst gepflanzt, wobei darauf zu achten ist, daß der Boden weder zu feucht noch zu trocken sein darf. Zur Verzierung von Metallgerüsten eignen sich Efeu, Rotbuche, Scheinzypresse, Artemisia und Weißbuche. Mit Lavendel oder Heiligenkraut erhält man einen geometrischen und herrlich gefärbten Strauch.

Topiari – Die Technik beherrschen

Der Beherrschung der Technik des Formschnitts geht die Beachtung einiger wichtiger Grundregeln vorweg. Die erste Etappe besteht in einem Erziehungsschnitt, bei dem der Baum in die gewünschte Form gebracht wird. Er wird in der Regel mit der Schere ausgeführt. Eine sichere Arbeitshilfe hierbei ist die Verwendung einer Gitterschablone. Sie wird einfach um die Pflanze gelegt, so daß alles durch die Öffnungen reichende Laub abgeschnitten werden kann. Der darauf folgende Pflegeschnitt wird von oben nach unten ausgeführt. Er soll die erreichte Form dauerhaft erhalten und wird je nach Baumart in der Regel im Frühjahr und September durchgeführt. Die jährliche Pflege des Buchsbaums besteht aus 2 Schnitten, Geißblatt wird dreimal jährlich nachgeschnitten, die Eibe dagegen nur einmal. Die Pflege von Kugel-Topiari beginnt an der Baumkrone und wird kleinflächig nach unten hin ausgeführt. Kegelförmige Gehölze werden kleinflächig von unten nach oben hin geschnitten. Grundstückshecken werden von der Seite her nach oben hin geschnitten. Mit dem Erneuerungsschnitt wird die Figur repariert. Dabei werden alle beschädigten Zweige mit der Gartenschere entfernt und entstandene Lücken ausgefüllt. Bei einer stark beschädigten, anfänglichen Form ist ein gründlicher, eventuell grober, Rückschnitt auf die ursprüngliche Form ratsam. Die Ausbildung der Silhouette erfolgt dann in den kommenden zwei Jahren nach und nach.

Tips für gelungene Topiari

Es ist also möglich, eine Pflanze willkürlich dazu zu bringen, in eine bestimmte Form zu wachsen. Die Technik besteht darin, mit mobilen Baumstützen und Schablonen, die als Gerüst dienen, Gehölzschnitt und rigorose Aufbindung zu kombinieren. Mit Handscheren, die kurze und gut geschärfte Klingen besitzen, lassen sich präzise Schnitte erreichen. Um die Verbreitung eventueller Baumkrankheiten zu vermeiden, sollte benutztes Schneidegerät stets gründlich desinfiziert werden. Die Gestaltung von abstrakt geformten Hecken ist alles in allem eine Form der Selbstverwirklichung und ein weiterer Weg unter vielen, seine künstlerischen Talente zu schulen.

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Veröffentlicht in Hecken von Emily am 06 Jul 2012

1 Kommentar

Kommentar : christel Bernsee (Gast)

Hallöchen, gerne möchte ich aus meinen Hecken kleine Kunstwerke machen. Leider schreiben Sie in Ihren Beiträgen nicht, wie ich die entsprechenden Formen und Bögen hinbekommen kann. Meine Buxus und Koniferen schneide ich schon seit einigen Jahren erfolgreich, nur bei den Hecken weiß ich nicht, wie ich es angehen soll. Benötigt man dafür eine Schablone? Würde mich sehr freuen, wenn ich Hilfestellung von Ihnen bekommen würde. Herzlichen Dank!! Mit freundlichen Grüßen Christel Bernsee

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