Hauswurze - Zierpflanzen, die sich freiwachsend problemlos ausbreiten

Die Hauswurze (Sempervivum) sind eine in Europa beheimatete Sukkulente in der Familie der Dickblattgewächse. In der freien Natur findet man sie flächig bodendeckend oder in Steingärten. Die Pflanze bildet mit ihren fleischigen Blättern dicke Horste, die hübsche rosafarbene, kleine Blüten tragen. Die Vermehrung der Hauswurz ist einfach und erfolgt durch Abtrennung von Tochterrosetten. Mit ihren rosettenförmigen Blättern erinnert die Hauswurz an die Artischocke.

Hauswurz pflanzen

Die aus Europa stammende Pflanze kreuzt sich problemlos mit ihren verwandten Gattungen, daher gibt es inzwischen viele Kultivare. Ihr Gattungsname Sempervivum verweist auf die Langlebigkeit der Pflanze selbst nach lang anhaltender Trockenheit ohne Wasserversorgung. Die Samenkörner haben eine Keimungskraft, die sich über Jahrzehnte hält. Es gibt über fünfzig Hauswurz-Arten, die alle eines gemein haben – ihre Anpassungsfähigkeit an Licht und Resistenz gegenüber Trockenheit. Zu den bekanntesten Sorten gehören die graublaue Hauswurz, die Spinnweb-Hauswurz und alle rotblühenden Hauswurze. Die Blütezeit der Pflanze liegt um den Juli. Dann bietet Sempervivum an Mauern und Blumentöpfen ein dekoratives Schauspiel. Je nach Sorte variieren die Farben der Blätter von gelb nach rosa und von rotbraun über grün. Sempervivum arachnoidenum hat spinnwebenartige bedeckte, silbrige Blätter, die Sorte Sempervivum tectorum rötlich-braunes bis violettes Laub.

Hauswurze – Anzucht und Pflege

Hauswurze lieben lockere, kalkreiche und gut drainierte Böden. Ihre Vermehrung kann im Frühjahr durch Aussaat erfolgen, die in Gartencentern erhältlich sind. Hauswurze können direkt in der Erde gezogen werden. Sie passen gut zu an trockene Böden angepaßte Arten wie Sedum, Salbei und bestimmte Gräser. Ziel ist ein blühender und pflegeleichter Steingarten. Hauswurze können in Blumenkästen und auf Terrassen aufgestellt werden, wo sie viel Licht erhalten. Sie wachsen häufig auch in Mauernischen.

Drei Jahre nach ihrer Anzucht bilden die Mutterpflanzen Ableger in Form von Sekundärrosetten aus. Diese Rosetten können für die Vermehrung der Art genutzt werden. Es genügt, die Rosetten von der Mutterpflanze abzutrennen und in Schalen mit grobem Sand und Gartenerde einzusetzen. Eine andere Technik der Vermehrung ist die Pflanzung der Jungtriebe in Töpfe mit oligotrophem Substrat bestehend aus Sand, Gartenerde und ein wenig Kompost. Auf Stauden spezialisierte Fachhändler bieten zahlreiche Kultivare an. Hauswurze werden im Frühling und Herbst umgetopft.

Ein Hochbeet mit Stauden und Hauswurzen anlegen

Ein Hochbeet ist ein schöner Schmuck für verlorene Winkel in Gärten und auf Terrassen. In ein großes und flachgründiges Behältnis, etwa einer Zinkwanne oder Konservendosen, wird aus noch brauchbaren Altelementen wie Hohldachziegeln, ein Beet für Hauswurze angelegt. Die Komposition wird mit einer 1 bis 3 cm dicken Kiesschicht und einem Dränagevlies abgedeckt. Mit Gartenerde, unter die Lehmkugeln, Puzzolane oder Kieselchen gemischt wurden, auffüllen. Hauswurze können untereinander oder mit anderen Arten, die gegen Trockenheit resistent sind, gepflanzt werden. Allerdings ermöglicht die Pflanzung einer Art im Topf allein, schöne Effekte zu erzielen und ein herrliches Mosaik aus Farben zu realisieren.

Tips für schöne Pflanzen

Hauswurze sterben nach der Blüte ab, die Neupflanzung einer blühenden Rosette ist unnütz, sie sind steril. Einige Arten wie Echeverien werden leicht mit Hauswurzen verwechselt. Es handelt sich bei ihnen aber um einjährige Pflanzen aus der Familie der Kakteengewächse. Hauswurze sind für ihre Robustheit bekannt, sie sollten aber vor Kälte geschützt und nicht für längere Zeit in zu feuchtem Milieu gehalten werden. Zu viel und sich stauende Feuchtigkeit können Rost und Pflanzenfäule hervorrufen. Hauswurze werden nicht nur als Zierpflanzen genutzt, sie haben auch eine große Heilwirkung. Auf die Haut aufgetragene, zerstoßene Blätter beispielsweise lindern die Wirkung von Insektenstichen. Der Pflanzenschleim wurde früher viel zur Entfernung von Hühneraugen und Schwielen verschrieben. Ein Krankheitsbild der Hauswurze ist der Schadpilz Endophyllum sempervivi. Die Behandlung des Pilzes besteht in der Vernichtung der befallenen Pflanzen, eine effiziente Behandlungsmöglichkeit ist bis dato nicht bekannt.

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Veröffentlicht in Sukkulente von Emily am 10 Aug 2011

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