Gründüngung, wozu sie gut und wie sie funktioniert

Pflanzen, die sich zur Gründüngung eignen, sind schnell wachsende Zwischenkulturen. Sie werden ausgesät, um die Qualität des Bodens im Hinblick auf die nächste Kultur zu verbessern. Diese zu 100 % natürliche Düngemethode versorgt den Boden mit neuen Nährstoffen. Gründüngung ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch umweltfreundlich – und immer beliebter. Wer aber weiß schon, daß Gründünger Pflanzen sind, die jeder ganz einfach selber anbauen kann?

Damit ein Boden fruchtbar ist und ordentlich Erträge bringt, müssen ihm Nährstoffe zugeführt werden. Denn jede Pflanze, die auf ihm wächst, entzieht sie ihm für den eigenen Bedarf. Darum ist die Versorgung mit Düngemitteln nötig, je nach Bedarf während der Kultur oder der Brache. Im Gegensatz zu chemischen Düngern sind Gründüngungspflanzen völlig unschädlich. Während Chemikalien Lebensmittelvergiftungen verursachen können und den Boden langfristig auslaugen, sind als Nitratfänger fungierende Zwischenkulturen völlig unschädlich. Das Wirkungsprinzip von Gründüngungspflanzen ist simpel: Sie werden gesät, abgemäht und in den Boden eingearbeitet, um ihn mit Nährstoffen zu versorgen und anzureichern. Nicht jede Pflanze erfüllt diese Rolle wirksam. Es ist daher wichtig, die wenigen nachfolgenden Zeilen aufmerksam zu lesen, um größtmöglichen Nutzen aus dieser völlig organischen Düngemethode ziehen zu können.

Gründüngung und ihre Vorteile

Zur Gründüngung verwendete Pflanzen greifen die im brach liegenden oder zwischen zwei Kulturen zur Verfügung stehenden Erdreich befindlichen Nährstoffe nicht an. Es handelt sich um schnell wachsende Pflanzen, die wenig später nach ihrer Aussaat abgemäht und untergegraben werden, womit alle Nährstoffen wieder direkt an den Boden zurückgegeben werden. Die Auswirkungen von Gründünger auf Umwelt und Gesundheit sind unleugbar: Sie sind absolut natürlich und haben anders als chemische Düngemittel keinerlei schädliche Auswirkung auf das Grundwasser oder Lebensmittel. Zum dritten läßt sich sandiger Boden mit Gründüngerpflanzen auflockern, womit der Bodenerosion vorgebeugt wird. Bei nassem Wetter halten die Wurzeln von Gründüngerpflanzen die Erdmenge zurück, die zum Beispiel auf einer unbebauten Fläche mit dem Sickerwasser fortgeschwemmt worden wäre. In gewisser Weise spielen Gründüngerpflanzen also die gleiche Rolle wie die Bäume in der Erhaltung der Wälder. Last but not least wirkt Gründüngung effizient wucherndem Unkraut entgegen. Und das ist ja eigentlich der Alptraum eines jeden Gärtners. Kurzum ist diese Art der Düngung in mehr als einer Hinsicht nützlich.

Gründüngung: Anleitung

Viele Pflanzenarten können als Gründünger genutzt werden. Am häufigsten wird aber gearbeitet mit Kohl, Senf, Rüben, Raps, Buchweizen, Perserklee, Steinklee, Bockshornklee, Ackerbohne, Bienenfreund, Deutsches Weidelgras, Beinwell, Brennessel, Luzerne und Roggen, deren Samen und Sprossen es in fast jedem Gartenhandel gibt. Raps, ein besonders dichter Bodendecker, ist extrem reich an Stickstoff, wird von März bis August gesät. Je 100 m² Fläche rechnet man 200 g Saatgut. Er eignet sich jedoch nur für eine kurzzeitige Brache, da seine Wurzeln äußerst solide und nach dem Abmähen nur schwer unterzugraben sind, wenn die Pflanze 80 cm und höher ist. Um schädlichen Würmern wie Nematoden Herr zu werden, sät man zwischen April und September vorzugsweise Gelbsenf. Nachdem die Pflanzen untergegraben sind, wartet man noch 6-8 Wochen, bevor eine Pflanzung angeschlossen wird. Der Boden muß erst alle Nährstoffe gut assimiliert haben. Um Unkraut aus seinem Garten herauszuhalten und parallel dazu einen schönen Garten zu erhalten, sollte man sich für die in vielen kleinen, violetten Einzelblüten blühende Phacelia-Pflanze entscheiden. In nur wenigen Wochen erreicht Phacelia ein Meter Höhe. Die manchmal auch als Bienenfreund bezeichnete Pflanze eignet sich hervorragend zur Umstrukturierung des Bodens. Gepflanzt wird sie von Mitte Juli bis Mitte September. Rasenamateure werden viel Gefallen an Weidelgras kombiniert mit Klee finden und so den Boden vor Niederschlagswasser schützen. Gepflanzt wird von März bis Oktober, intensive Pflege ist überflüssig. Es genügt den Rasen von Zeit zu Zeit zu mähen, das ist alles. Experten raten dazu, Weidelgras nicht länger als 18 Monate stehen zu lassen, da es die unangenehme Eigenschaft hat Würmer und Insekten anzulocken. Auch in diesem Fall ist die Mischkultur am interessanten für Gründüngung und richtige Pflege des Blumen- wie Nutzgartens.

Ähnliche Beiträge:

  1. Mangold, Anbau und Pflege
  2. Lauch oder Porree?
  3. Unkraut entfernen
  4. Salat anbauen
  5. Schwarzwurzeln anbauen

Veröffentlicht in Bio von Emily am 03 Jun 2012

Einen Kommentar schreiben :

Name *:

Text *:

* : Pflichtfeld