Gemüse in der Erdmiete einlagern - Traditionelle Technik zum Schutz vor Fäulnis und der Unbill des Wetters

Die Erdmiete ist eine Vorratsgrube in der Erde, die für die Einlagerung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Möhren, Kohlrüben, Rote Bete und Radieschen zu Vorratszwecken angelegt wird. Richtig angelegte Erdmieten haben eine gleichmäßige, niedrige Temperatur zwischen 3° C und 8° C, eine hohe Luftfeuchtigkeit und schützen vor Wind, Trockenheit und Nässe. Wer ein Hochbeet besitzt, kann ihn als natürlichen Kühlschrank nutzen. Eine solche Vorratskammer ist schnell angelegt und überhaupt nicht kostspielig. Es braucht allerdings schon einige Vorsichtsmaßnahmen.

Gemüse in der Erdmiete einlagern

Eine Erdmiete ist definitiv ein Plus für den Selbstversorger. Ein Hochbeet kann ein solcher Ort sein und Stauraum für die Aufbewahrung seiner Gemüseüberschüsse bieten, das so im Winter geschützt vor Kälte und Frost gelagert ist. Während man frisches Gemüse außerhalb der Saison im Handel nur zu Höchstpreisen findet, kann sich eine ganze Familie das ganze Jahr hindurch in ihrer Erdmiete bedienen. Ob man sich für ein Hochbeet als Erdmiete entscheidet oder eher eine Vorratsgrube in der Erde vorzieht, sollte man vor allem von der Bodenbeschaffenheit und dem Grundwasserspiegel abhängig machen. Eine Variante der Erdmiete ist zum Beispiel eine ausgediente Waschmaschinentrommel, die mit wenigen Handgriffen zum natürlichen Vorratsschrank wird und zudem verhindert, daß sich Nager über das Gemüse hermachen. Informationshalber sei darauf hingewiesen, daß sich mit einer Erdmiete von 1 Meter Durchmesser und 50 cm Tiefe der Bedarf einer dreiköpfigen Familie für den Winter komplett decken läßt.

Erdmieten – So funktionieren sie

Der Standort für die Erdmiete wird unter Berücksichtigung des Grundwasserspiegels gewählt, ansonsten droht es in der künftigen Vorratskammer zu feucht für die Aufbewahrung von Gemüsepflanzen zu werden. Bewährt haben sich Gruben und Beete in Form von Brotbacköfen. Wird die Erdmiete auf besonders kompaktem Lehmboden oder auf Stein angelegt, reicht eine einfache Grube. Ist das Erdreich dagegen eher sandig, sollte man zur Konsolidierung rundherum Ziegel oder Beton vorsehen. Die Größe der Erdmiete hängt von der Gemüsemenge ab, die eingelagert werden soll. Eine Tiefe von einem oder zwei Metern ist ideal. Am oberen Ende wird ein Entlüftungsschacht vorgesehen. Dieser spielt eine wichtige Rolle, er soll nämlich verhindern, daß das Gemüse fault. Der Schacht muß vor dem Eintritt von Wasser geschützt werden und kann zu diesem Zweck mit Stroh oder Holz abgedeckt werden. Nordausrichtung im Schatten einer Mauer ist ideal. Ist das Gelände darüber hinaus leicht abschüssig, kann die Grube horizontal ausgehoben werden. Ein Hochbeet eignet sich vor allem für flaches Gelände. Wie auch immer, die Konstruktion muß stets wasserdicht sein und frostgeschützt angelegt werden. Um zu verhindern, daß sich in der Grube Kröten, Wühlmäuse und andere Kleintiere einnisten, wird die Miete mit einer festen Tür aus Holz oder Metall verschlossen.

Das Einlagern von Gemüse

Gemüse, das in der Erdmiete gelagert werden soll, darf nicht beschädigt oder angestoßen sein, nur gesundes und ausgereiftes Gemüse darf hinein. Einzulagerndes Gemüse muß trocken sein und gegebenenfalls gereinigt werden. Alte Erdspuren werden mit einer Bürste entfernt. Bei der Manipulation des Gemüses am besten Handschuhe tragen, um die Übertragung von eventuellen Krankheitserregern zu verhindern. Bevor das Gemüse in die Erdmiete gegeben werden kann, muß sie sterilisiert werden. Hierfür für mindestens fünf Minuten Kohlenglut in die Grube geben, dadurch wird Sand und Erde sterilisiert. Man kann die Grube auch mit einer Lösung auf Basis von wasserfreiem, weißen Kupfersulfat aussprühen, das als Trocknungsmittel dient. Die Grube vor dem Einfüllen von Obst oder Gemüse an der Luft gut trocknen lassen. Damit das Lagergut keinen direkten Bodenkontakt hat, kommt zuerst eine 5 cm dicke Schicht sterilisierter Sand auf den Grubenboden. Man kann auch Holzlatten, welkes Laub oder Stroh verwenden. Nun können Obst und Gemüse hineingegeben werden, am besten in Jutesäcken oder Holzkisten, das vereinfacht im weiteren den Zugang. Das Obst oder Gemüse bei der Einlagerung dicht nebeneinander legen. Zwischen die einzelnen Lagen welkes Laub oder Sand schichten. Das Ganze abschließend 25 bis 50 cm dick mit Sand oder Erde abdecken. Bei trockenem Wetter kann die Erdmiete leicht mit Wasser benetzt werden, wobei allerdings darauf geachtet werden sollte, daß kein Wasser in die Grube dringt. Die Erdmiete in regelmäßigen Abständen, am besten wöchentlich, auf faulendes Obst und Gemüse kontrollieren. Angeschimmelte Exemplare unverzüglich aus der Erdmiete entfernen.

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Veröffentlicht in Wintergemüse von Emily am 10 Aug 2011

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