Feigenkakteen - Pflanzung, Pflege und Gärtnertips

Der Feigenkaktus, auch Indische Feige (Opuntia ficus-indica) genannt, ist eine Pflanzenart in der Gattung der Opuntien, die zu der botanischen Familie der Kakteengewächse (Cactaceae) gehören. Diese Pflanze mit Ursprung in Mexiko entwickelt sich im Mittelmeerraum als auch in mehreren Ländern Afrikas. Die Kultur von Opuntien erfordert keine großen Ressourcen, da die Pflanze durch Stecklinge vermehrt wird und nur wenig Pflege verlangt. Ihre wenigen Feinde können durch sehr einfache Methoden vermieden werden.

Opuntien können um Hecken und Häuser gepflanzt werden, wo sie dank ihrer Stacheln, die sich auf den Blättern wie den Früchten befinden, effizienten Schutz bieten. Neben der Nutzung der Triebe und Früchte als Nahrungsmittel wurden Opuntien in der Vergangenheit vornehmlich als Wirtspflanzen für die Cochenilleschildläuse kultiviert.

Vermehrung von Feigenkakteen

Feigenkakteen lassen sich in der Regel durch Stecklinge vermehren. Dies ist das ganze Jahr hindurch möglich, am besten eignet sich jedoch die Zeit zwischen August und September. Einen Stamm oder ein Blatt (Sprosse) kappen und zwei bis drei Tage warten, bis die Schnittstelle unter der Einwirkung von Luft und Sonne angetrocknet ist, bevor sie neu eingepflanzt werden. Der Stamm und Sprossen, die als Ableger oder Blattstecklinge verwendet werden sollen, müssen mindestens zwei Jahre alt sein. Ganze Pflanzentriebe können der Vermehrung dienen.

Pflanztechniken

Der Feigenkaktus wächst auf steinigen Plätzen, auf vulkanischem Gestein und kalkreichem Sedimentgestein. Konstant feuchter Boden ist für den Feigenkaktus tödlich. Deswegen sollte der Untergrund auf ca. 90 cm Tiefe trockengelegt werden. Hierfür wird er gründlich umgegraben, alles Unkraut wird entfernt. Die Ableger vertikal in große, mit Erde und Dünger gefüllte Behälter setzen. Die die Schnittstelle zeigende Fläche muß 4 bis 5 cm tief in der Erde liegen. Die Pflanzung kann im Herbst oder Frühjahr durchgeführt werden. Nach ein bis zwei Monaten werden die Pflänzchen in die freie Erde im Garten umgesetzt. Um eine schnelles Wachstum zu ermöglichen, werden die Pflanzen mit mindestens 2,5 Meter Abstand zueinander aufgereiht. Die Erde um die Pflanze herum häufeln: Dieser Hügel dient als Pflanzenstütze und fördert eine möglichst frühe Verwurzelung, wodurch der Kaktus frostunempfindlicher wird. Nach zweieinhalb Jahren kann man der ersten Blüte und der ersten Fruchtbildung beiwohnen. Ab dem sechsten Jahr trägt der Feigenkaktus umfangreiche Mengen von fleischigen und schmackhaften Früchten, sogenannte Kaktusfeigen. Sie werden mit einem kleinen, scharfen Messer geerntet.

Pflege des Gartens

Feigenkakteen bzw. generell Opuntien sind relativ anspruchslos, regelmäßige Gartenpflege trägt aber zu schönem Pflanzenwachstum bei. Damit die Pflanze harmonisch wachsen kann, muß die Erde stets sauber und nährstoffreich sein. Unkraut ist regelmäßig zu entfernen. Versorgung mit organischen oder anderen Substraten kann nur positiv sein. Alljährlich werden abgestorbene Blätter und Stämme entfernt, damit die Pflanze möglichst viel von der Sonne und sanften Winden profitieren kann. Gegossen werden muß der Feigenkaktus nicht. Lediglich bei extremer Trockenheit darf er zwei- oder dreimal die Woche etwas Wasser erhalten. Wenn einzelne Triebe den Kaktus an seinem regelmäßigen Wuchs hindern, dann müssen sie entfernt werden. Die Pflanze sollte eine Höhe von 3 Metern nicht übersteigen. Der Rückschnitt von überhängenden Trieben und Blättern sollte in den Monaten Juli, August oder September erfolgen. Sobald die Pflanze 20 Jahre alt ist, wird ein kompletter Rückschnitt vorgenommen, damit sie sich regenerieren kann.

Ein paar Gartentips

Für gesunde Feigenkakteen, die stets leckere Früchte produzieren, darf der Boden nicht zu feucht sein. Feuchtigkeit begünstigt Pflanzenfäule. Sollte es soweit kommen, werden alle erkrankten Stiele und Blätter umgehend weggeschnitten. Feigenkakteen sind anfällig für Mehltau. Symptome sind Schwellungen und braune Flecken auf Blättern und Früchten. Abhilfe kann man nur schaffen, indem man alle befallenen Pflanzenteile abschneidet und verbrennt. In feuchteren Klimazonen kann der Feigenkaktus von Rost befallen werden. Hierauf deuten kleine gelbe oder rostfarbene Flecken hin, die sich kreisförmig auf den Blättern ausbreiten. Die Behandlung besteht in einer Kupfersulfatlösung, die auf die Pflanze gespritzt wird. Ein weiterer Schädling, die Fruchtfliege, verhindert die Fruchtbildung. Sie wird mit synthetischen Insektiziden bekämpft. Um die Schmierlaus fernzuhalten, die ganze Pflanzenbestände vernichten kann, wird weißes Öl auf die Pflanzen gespritzt.

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Veröffentlicht in Sukkulente von Emily am 28 Jun 2012

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