Techniken für erfolgreiche Farnpflanzung und -haltung

Farne sind nicht nur im Garten hübsch anzusehen, sie sind auch wirklich schöne Zimmerpflanzen. Aufgrund ihrer physischen Eigenschaften, die sie von Samenpflanzen unterscheiden, sind sie allerdings nicht sehr pflegeleicht. Ihr natürliches Biotop ist Untergehölz. Einige rustikale Arten haben sich den gemäßigten Zonen des Festlands angepaßt und sind winterhart. Anfälligere Arten halten sich im Topf in der Wohnung.

Farne bringen dem Wohnungsbereich viel Frische. Für eine erfolgreiche Farnhaltung hier ein paar Tips.

Was ist ein Farn?

Farne sind Blattpflanzen, sie wachsen hauptsächlich an schattigen Plätzen im Wald. Ihre eleganten Formen und langen Blätter, Wedel genannt, ähneln riesigen Federn. Farne bilden weder Blüten noch Samen, sie vermehren sich durch Sporenbildung auf der Unterseite der Blätter. Die meisten Farnarten erreichen eine Höhe von etwa 2 Metern, es gibt aber auch Ausnahmen, die bis 15 Meter hoch werden, so die Art Cyathea. Viele Farnarten wachsen an Stämmen und in Baumverzweigungen, ohne jedoch mit ihren Wurzeln in die Bäume einzudringen. Sie werden auch als Epiphyten oder „Aufsitzerpflanzen“ bezeichnet. Andere Farnpflanzen gedeihen auf feuchtem und humusreichem Boden. Zu den pflegeleichten Arten zählen Davallia, Phyllitis, Athyrium.

Pflanztechnik und Pflege

Farne sind im Gartenfachhandel als Ableger mit oder ohne Topf erhältlich. Sie werden im Herbst oder Frühjahr gepflanzt. Für eine erfolgreiche Pflanzung ist es unerläßlich, die richtige Erdmischung vorzubereiten: ein lockeres und gut wasserdurchlässiges Substrat aus Torfmull und Blumenerde in gleichen Anteilen mit ein wenig Sand. Es kann auch Kompost auf Basis von Laub oder zerkleinertem Astwerk eingearbeitet werden. Dünger ist nicht unbedingt erforderlich, Farne sind von Natur aus anspruchslos. Der Gebrauch von sterilem Substrat kann Nematodenbefall verhindern.

Den Wurzelballen in ein Pflanzloch einsetzen, das doppelt so breit und tief ist wie der Ballen selbst, die Erde vorsichtig andrücken und kräftig gießen. Im ersten Jahr sollte der Farn vor allem in der trockeneren Saison regelmäßig gegossen werden. Die Erde muß gleichmäßig feucht sein, Staunässe ist zu vermeiden. Einzelne Arten mögen zwischen jedem Gießen eine Pause, so daß die Erde leicht antrocknen kann. Farne gedeihen an halbschattigen Orten bei Temperaturen zwischen 18 und 20° C, ihre Blätter fürchten direkte Sonneneinstrahlung, die sie verwelken lassen würde.

Im Frühjahr und Sommer können alte Farnwedel abgeschnitten werden. Verwelkte Blätter vom Vorjahr entfernen, bevor die neuen Farnblätter zu groß sind. Sie sollten aber gut genug ausgebildet sein, um lang haltendes Blattwerk auszubilden. Übrigens sorgen die zerfallenen Blätter am Boden für den richtigen Dünger der Pflanzen. Nicht zu tief arbeiten, da die Farnpflanze zu starke Veränderungen nicht mag. Leichte Gaben von stickstoffhaltigem Dünger von Zeit zu Zeit sind möglich (einmal monatlich, außer im Winter). Kleine Mengen streuen, damit die Wurzeln nicht verbrennen. Alle zwei Jahre kann der Farn umgepflanzt werden, was im Frühjahr oder zu Sommeranfang getan werden sollte.

Bevor der Winter Einzug hält, die Farnpflanze mit Stroh abdecken, Verwelkte Blätter möglichst auf dem Boden liegenlassen, gegebenenfalls etwas Stroh dazutun. Damit ist der Farn vor Frost geschützt und hat den nötigen Humus für das kommende Jahr. Vertrocknete Wedel nicht entfernen, da sie zusätzlichen Kälteschutz bieten. Bei niedrigeren Temperaturen wird auch weniger gegossen. Ab etwa 10° tritt der Farn in die Winterruhe.

Tips für schönste Farne

Mikroorganismen und Mykorrhiza helfen, die natürlichen Bedingungen des Farnsubstrats bestmöglich nachzuahmen. Ab 21°C ist es ratsam, die Blätter einmal täglich möglichst mit lauwarmem Wasser zu besprühen. Größere Wassertropfen vermeiden, einzelne Arten wie Polypodium reagieren darauf schlecht. Am besten wird mit Regenwasser gegossen und besprüht. Damit der Farn von allen Seiten harmonisch wächst, den Topf alle zwei bis drei Tage um 180° drehen. Den Topf auf eine mit Lehmkügelchen oder Steinen bedeckte und mit Wasser gefüllte Unterlage stellen, dies sorgt für die richtige Luftfeuchtigkeit, der Farn wird es ihnen danken. Bei Insektenbefall Rat vom Fachmann einholen, denn Farne vertragen Insektenschutzmittel nur schlecht. Verkehrte Mittel können viel Schaden anrichten. Abhilfe kann eine bloße Lösung aus denaturiertem Alkohol gegen Schildläuse oder ein schwach dosiertes Reinigungsmittel gegen Blattläuse schaffen.

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Veröffentlicht in Grünpflanzen von Emily am 08 Aug 2011

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