Ein Bewässerungssystem im Boden

Wer sich das Bewässern seiner Pflanzen einfacher machen und dabei das Gießwasser möglichst effizient nutzen möchte, sollte sich näher mit  Systemen für unterirdische Bodenbewässerung befassen. Solche Systeme gibt es zahlreich, sie reichen von dem einfachsten Tropfsystem bis hin zu komplizierten Modellen. Sie können mit Feuchtigkeitssensoren oder elektronisch gesteuerten Timern arbeiten. Je nach der zu bewässernden Fläche kann man zwischen höhenverstellbaren Beregnern und fest stehenden Anlagen wählen. Höhenverstellbare Systeme eignen sich besonders für Rasenflächen, feststehende Systeme sind ideal für Gemüsegärten und hohe Gräser.

Bevor man sich an die eigentliche Arbeit der Verlegung machen kann, mißt man den Druck und Durchfluß der bestehenden Wasserversorgung. Der Besitz dieser Daten ist wesentlich, von dem Ergebnis nämlich hängt die Anzahl der zu realisierenden Schaltkreise ab. In der Regel kann man die Durchflußleistung in seiner Wasserrechnung finden. Kontrollieren kann man die Zahlen, indem man die Zeit mißt, die nötig ist, um einen 10-l-Eimer mit Wasser zu füllen Der Durchflußwert wird berechnet, indem man das Volumen des Eimers durch seine Füllzeit teilt und das erhaltene Ergebnis mit 3,6 multipliziert. Auch den Wasserdruck kann man seiner Wasserrechnung entnehmen. Zu seiner Kontrolle braucht man ein Manometer, das an das Füllventil angeschlossen wird. Für die Druckmessung müssen alle Wasserhähne geschlossen sein. Für optimale Funktionsweise sollte der Druck zwischen 2 und 5 bar betragen. Mit diesen Daten in der Hand kann man sich daran machen, eine Skizze des Gartens zu erstellen, auf welcher der Wasserversorgungskreislauf dargestellt ist. Um eine homogene Versorgung zu erreichen, muß das Netz mindestens 30 % der Fläche abdecken.

Werkzeug und Bewässerungsmaterial

Um Kanäle graben zu können, braucht man einen Spaten. Zum Festdrücken des Erdreichs arbeitet man am besten mit einer Ramme. Ferner braucht man einen Schraubenzieher, eine Gartenschere und eine Schubkarre. Schließlich benötigt man einen Schutzanzug und Schutzhandschuhe. Alle Zubehör für die Beregnung gehört in der Regel zu der Bewässerungsanlage. Darunter finden sich auch die Abflußrohre. Am besten nimmt man verstärkte Rohre von 19 mm Durchmesser. Verteilerstücke dienen den Regnern als Verzweiger und Verteilerstock. Für die Realisierung des Systems benötigt man verschiedene Anschlußrohre, T-Stücke, L-Stücke, Verlängerungen… Es gibt zwei Arten von Beregnern: Düsen für kleine und Turbinen für große Flächen. Düsen und Turbinen werden nicht in der gleichen Anlage kombiniert. Bewässerungscomputer steuern die Anlage, ermöglichen die Verlegung eines Mehrfachzugangsnetzes, übernehmen die Kontrolle der Regelventile. Letztere öffnen und schließen die Wasserversorgung. Zwischen dem Elektroventilgehäuse und dem Wasserhahn befindet sich der Abscheider. Die Kopfstation ist in der Erde verlegt und ermöglicht die Verbindung zwischen dem Wasserhahn und dem Schlauch, der die Elektroventile versorgt.

Montage der Regnervorrichtung

Die Bewässerungsanlage mit Hilfe von Gips auf dem Gartenboden darstellen. Den Standort für die Regner markieren. Mit dem Gips lassen sich alle Kanalwege vorzeichnen. Ist dieser erste Arbeitsschritt getan, beginnt man mit dem Aufschneiden des Rasens in Abschnitten von einer Breite von 20 cm und Länge von 50 cm. Mit einem Spaten die Rasenwurzeln horizontal durchschneiden und die Rasenplatten heraushebeln. Die Platten zur Seite legen, ohne sie aufeinander zu stapeln. So einen Kanal von 30 cm Tiefe graben. Nicht in der Nähe von Hecken und Bäumen graben, deren Wurzeln beschädigt werden würden. Den Erdaushub in Plastikplanen aufbewahren. In die gegrabenen Kanäle Sand und Kies schichten, darauf die Rohre verlegen. Mit der Gartenschere die Rohre rechtwinklig mit einer Fehlerquote von etwa 5 bis 10 cm zurechtschneiden. Das Rohrinnere reinigen. Verbindungen auf das aufgerollte Rohr stecken. Für rechte Winkel verwendet man L-Verbindungen, für Verzweigungen T-Stücke. Zur Verbindung zweier Rohre arbeitet man mit Anschlußverbindern. Rohrenden werden mit Abschlußstopfen verschlossen. An den Ausgangspunkt des im Boden verlegten Netzes schließt man den Wasserhahn und verlegt ein erstes Rohr bis zum Elektroventilgehäuse. Den Abscheider montieren, um die Verbindung der Wasserzulaufs mit den Elektroventilen herzustellen. Am Eingang des Abscheiders den Wasserhahn anschließen. Die Kopfstation an das Elektroventilgehäuse anschließen. Wer keine Wasserleitung im Garten hat, kann seine Bewässerungsanlage auch an das Hausnetz anschließen.

Montage der Regner

An jedem Regner mit Hilfe der dem Set beiliegenden Muttern Verteilerschellen fixieren. Mit einem Bohrer auf der Oberseite des Rohres im Verteilerstück ein Loch von 8 bis 12 mm Durchmesser bohren. Alle Elemente fest miteinander verschrauben. Sicherstellen, daß die Oberseite des Regners auf einer Höhe mit der Bodenoberfläche liegt. Gewinde gut mit Teflon abdichten. Am tiefsten Punkt der Anlage eine Ablaßschraube vorsehen. Das Steuergerät regengeschützt plazieren, alle Kabel an die Elektroventile anschließen. Die Düsen von den Regnern abnehmen und alle Ventile von Hand öffnen, damit eventuelle Fremdkörper in den Rohren herausgespült werden. Die Düsen wieder auf die Regner aufsetzen, die einwandfreie Funktionsweise der Bewässerungsanlage testen. Es dürfen keine Lecks vorhanden sein. Eventuell die Sprührichtung der Regner korrigieren. Zum Schutz der Anlage kann man Warngitter vorsehen. Alle gezogenen Kanäle sorgfältig mit den Rasenplatten abdecken. Gründlich gießen, damit sich der Boden absenken kann und mit der Ramme festdrücken.

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Veröffentlicht in Gießen von Emily am 14 Jun 2011

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