Wenn Pflanzen nasse Füße hassen - Bodendränage kann helfen!

Um nassen Gartenboden zu entwässern und fruchtbar zu machen, kann man ihn dränieren. Dränieren bedeutet, überschüssiges Bodenwasser durch im Boden verlegte Rohre, wie sie gemeinhin für Entwässerungs- und Kanalisierungsarbeiten benötigt werden, abzuleiten. Dabei ist jedoch darauf achten, daß dem Boden kein Grundwasser genommen wird. Dieses brauchen Pflanzen wie alle Lebewesen für ihr Dasein. Das heißt, die Ableitung wird unter Berücksichtigung bestimmter Bedingungen ausgeführt.

Schlecht abgeleitetes Wasser kann zu diversen Problemen führen. Nicht nur, daß es korrekten Pflanzenwuchs behindert, darüber hinaus kann es vom Boden nicht aufgenommen werden und staut sich dort.

Gartenentwässerung per Dränage – Ja oder Nein?

Nicht alle Pflanzen bekommen gerne “nasse Füße”. Sich an der Bodenoberfläche stauendes Wasser verursacht den Pflanzen verschiedene Unannehmlichkeiten. Moos und Schimmel breiten sich um sie aus. Schimmelpilze erkennt man an einem dichten pelzartigen Belag bestehend aus winzigen, filamentösen Pilzen. Die vielfach verzweigten Pilzfäden an den Spitzen breiten sich von einem einzelnen Punkt aus in alle Richtungen kreisförmig aus. Diese Pflanzenschädlinge sind unter anderem verantwortlich für den Echten und Falschen Mehltau. Moos bildet einen dichten Teppich aus kurzstieligen, beblätterten Pflanzen. Moos kann man auf dem Boden finden, es wächst auf Bäumen, an Fassaden, auf Dächern… Wie Schimmel schadet auch Moos dem korrekten Wachstum von Pflanzen. Heißt das nun, weil man Moos oder Schimmel im Garten findet, die ja ein Zeichen für überschüssiges Wasser im Boden sind, muß dieser entwässert werden? Man kann die Belüftung des Bodens verbessern, indem einzelne Bäume gefällt und so Öffnungen geschaffen werden. Kein Zweifel besteht daran, daß die Dränage eine dauerhafte Lösung darstellt. Ein System zur Entwässerung kann nötig sein, um die in lehmigem Erdreich enthaltene Bodenwassermenge zu verringern oder um Regenwasser abzuleiten, damit auf der Bodenoberfläche nicht zu viele Wasser- und Schlammpfützen stehen bleiben. Wie sieht Gartenentwässerung per Dränage in der Praxis aus? Bevor wir Antwort auf diese Frage geben, befassen wir uns erst einmal mit den ersten Anzeichen für überschüssiges Bodenwasser.

Anzeichen für überschüssiges Bodenwasser

Je nachdem, ob eine Pflanze in einem Behältnis steht, in freier Erde oder auf einer Rasenfläche, wird sich überschüssiges Wasser anders bemerkbar machen. An einer Topfpflanze erkennt man überschüssiges Wasser an einem allgemeinen Vitalitätsverlust bzw. daran, daß sie ihre Blätter verliert oder daß Pflanzenteile schlaff herab hängen. Unter diesen Umständen werden alle Blätter schon bald welken. Im zweiten Fall, an im Freiland stehenden Pflanzen, wird sich die Entwicklung verlangsamen, die Pflanzen trocknen aus, ihre Blätter werden gelb. Auf einer Rasenfläche erkennt man überschüssiges Wasser an stehenden Pfützen und gelb werdendem Gras.

Wie man einen Garten entwässert

Die Dränage hat zum Ziel, überschüssiges Wasser, das sich über die üblichen
atmosphärischen Niederschläge hinaus durch starke Regenfälle oder regelmäßiges Wässern gebildet hat, direkt abzuleiten. Ein solches Entwässerungssystem wird in Berücksichtigung der tatsächlichen Bodengegebenheiten realisiert. Ist der Boden nicht zu feucht, schafft es aber dennoch nicht, das Bodenwasser ablaufen zu lassen, gräbt man 30 cm breite und 50 cm tiefe Gräben. Diese Gräben verlaufen parallel zu der Neigung der Fläche. Auf flachem Gelände muß man eine Neigung von 1 bis 2 % einplanen. Eine Schicht aus Kies und Sand in die Gräben geben und PVC-Rohre darauf verlegen. Die Dränrohre 20 bis 30 cm dick mit Sand und Kies abdecken, so daß Gras nachwachsen kann. Nasser Boden benötigt ein komplettes Dränagesystem, das alles andere als leicht zu installieren ist. Ein solches System besteht aus einem Netz von miteinander verbundenen Rohren, die zu einem Wasserlauf oder Sickerschacht weit weg von dem zu entwässernden Gelände führen. Einen Sickerschacht anlegen ist mit viel Arbeit verbunden und wird am besten einem Profi anvertraut. Wer ihn selber realisieren möchte, gräbt eine tiefe Grube, die im unteren Teil mit einer Kiesschicht aufgefüllt wird. Darauf kommen reihum Filter, Kies, Isoliermaterial und erneut feiner Kies.

Lehmboden entwässern

Zuerst gräbt man alle Pflanzen aus, deren Blätter vergilben und verblassen. Die kräftigsten werden für die Wiedereinpflanzung aufbewahrt. Die Pflanzenstandort großzügig aufgraben. Mit Dünger oder Kompost auffüllen. Das Wurzelwerk an dem neuen Standort sorgfältig in der Erde auslegen und mit einem Gemisch bestehend aus Dünger und Erde verschließen. Auf gar keinen Fall Kies oder Sand in die Pflanzgruben geben, sie bedeuten für die Pflanzen Erstickungsgefahr.

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Veröffentlicht in Gießen von Emily am 14 Jun 2011

1 Kommentar

Kommentar : bruder (Gast)

Möchte mein Gärten nicht immer gießen was kann ich sinnvolles tun!!???

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