Kakteen und Sukkulenten - Eigenschaften, Pflege

Rund 50 Pflanzenfamilien, die zumeist in Wüstengebieten beheimatet sind, gehören zu den Kakteen und Sukkulenten. Sie zeichnen sich durch ihre Anpassungsfähigkeit selbst an extreme Trockenheit aus. Um zu überleben, speichern sie Wasser in ihren Blättern, Stengeln, im Stamm oder in den Wurzeln. Indem sich diese verschiedenen Pflanzenteile verdicken, geben sie der Pflanze ein exotisches Aussehen. Aufgrund ihrer Fähigkeit Wasser zurückzuhalten, werden Sukkulenten auch Fettpflanzen genannt.

Sukkulenten haben Wasserspeicherungsorgane ausgebildet, die sie auch bei extremer Trockenheit überleben lassen. Spezifische Merkmale von Fettpflanzen sind vor allem mit Saft vollgesogene, fleischige Blätter. Die Bezeichnung Sukkulente geht auf den lateinischen Begriff suculentus zurück, was “saftreich” bedeutet. Sukkulenten speichern Wasser, um in Dürreperioden überleben zu können.

Sukkulente: Physiologische Veränderungen zwecks Anpassung an Trockenheit

Die erste Formveränderung, die man bei Sukkulenten feststellen kann, sind flaschenähnlich angeschwollene Stämme. Diese Verdickung kann man besonders bei den großen Arten sehen. Der Baobab ist ein typisches Beispiel für den “Flaschenbaum”. Der Baobab unterscheidet sich von anderen Bäumen vergleichbarer Größe insofern, als er keinen Stamm aus Holz hat. Sein Stamm ist statt dessen eine Ansammlung von schwammigen Schichten, in denen sich Wasser sammelt. Die fleischigen Stiele kann man auch in der Familie der Wolfsmilchgewächse beobachten.

Der zweite sichtbare Veränderung ist die Verdickung der Blätter, die für Agave und Aloen charakteristisch ist. Diese Blätter sind durch eine wachsartige Haut geschützt, die die Verdunstung verhindert. Diese Art der Anpassung betrifft diverse Pflanzenfamilien ohne offensichtliche Verbindung zueinander. Bei Kakteengewächsen sind die Blätter zu Dornen umgewandelt. Stamm und Zweige bilden den Wasserspeicher, und dadurch, daß der Kaktus blattlos ist, wird die Verdunstung reduziert. Die letzte Formveränderung ist auf Wurzelebene. Dieser Typ ist allerdings weit weniger sichtbar.

Wo leben Sukkulente?

Die Anpassung der xerophytischen Pflanzen ist eine Reaktion auf einen chronischen Mangel an Wasser. Anders ausgedrückt: Sie haben eine Strategie entwickelt, um auch in ariden Klimazonen überleben zu können. Allerdings leben nicht alle Sukkulenten in ariden Zonen und Wüstengebieten. Einige Arten sind im Hochgebirge beheimatet, andere wachsen in Nähe des Polarkreises, was sie kälteresistent macht. Dies deutet darauf hin, daß die Anpassung nicht unbedingt durch Wärme konditioniert ist.

Die meisten Sukkulenten leben aber dennoch in heißen und trockenen Gebieten. Wenn man von Sukkulenten spricht, denkt man in erster Linie an sie. Es gibt aber auch sukkulente Pflanzen in tropischen und feuchtnassen Gebieten. Typische Beispiele in dieser Pflanzengruppe sind die Rutenkakteen und die Orchideengewächse.

Die Überlebensbedingungen in den natürlichen Habitaten dieser Pflanzen bergen mitunter Anpassungen, die nicht offensichtlich sind. In Küstengebieten oder in der Nähe eines Wasserlaufs finden die Pflanzen Feuchtigkeit in der Umgebungsluft. Diese Arten sind somit in der Regel nachtaktiv, wenn die Temperatur fällt und die Feuchtigkeit in der Luft kondensiert. Somit gelingt es den Pflanzen zu überleben, selbst wenn die Niederschlagsmenge extrem gering ist.

Dieses nächtliche Dasein wird durch die Schließung der Spaltöffnungen tagsüber verstärkt, die eine Verdunstung der Feuchtigkeit durch die Pflanze verhindert. Nur nachts assimiliert die Pflanze Kohlendioxid. Bei Pflanzen, die ihre Blätter abwerfen, nehmen die Zweige oft eine durch Chlorophyll bewirkte grünliche Farbe an. Dadurch wird bei diesen Pflanzen die Photosynthese direkt durch Stamm und Äste ermöglicht. Einzelne Pflanzenarten leben in einer sterilen Umgebung. Auch sie haben sich derart angepaßt, daß sie in der Luft Nährstoffe finden.

Pflege von Sukkulenten

Seit Ende der 80er Jahre interessieren sich mehr und mehr Menschen für Sukkulenten. Zu diesem Thema findet sich ständig mehr Literatur und im Handel kann man ständig mehr Arten finden. Die Vermehrung von Sukkulenten ist relativ einfach, sie kann durch Samenkörner (Agave und Aloe Vera) erfolgen oder auf vegetative Weise (Kalanchoe, Kakteen).

Leider halten nur sehr wenige dieser Arten die kalten Temperaturen des europäischen Festlands aus. Daher werden sie im Gewächshaus oder als Zimmerpflanze gehalten. Sukkulenten brauchen eine ganz besondere Umgebung. Es ist äußerst schwierig, ihre natürlichen Lebensbedingungen nachzuahmen.

Jedoch macht sie ihre Anpassungsfähigkeit eher tolerant. Die meisten im Gartenfachhandel erhältlichen Sukkulenten sind Hitze und Trockenheit angepaßt. Lichtmangel ist für sie weit schlimmer und kann zu ihrem Absterben führen. Im Winter kann es ratsam sein, Speziallampen einzusetzen, um sie ausreichend mit Licht zu versorgen. Zu viel Wasser, ob durch Bewässerung oder Luftfeuchtigkeit, ist für sie gleichermaßen schädlich. Schließlich und endlich reagieren Sukkulenten auf ihr Kultursubstrat empfindlich. Die meisten dieser Pflanzen ziehen steinigen Boden mit geringem Erdanteil vor.

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Veröffentlicht in Sukkulente von Emily am 10 Aug 2011

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