Palmen, ein Leitfaden für erfolgreiche Kultur und Pflege

Ob sie in der Stadt stehen oder in einem Garten – Palmen, Kokospalmen und Dattelpalmen sind von absoluter Schönheit. Exotisch, paradiesisch – man meint, man sei auf Inselurlaub. Man findet Palmen zumeist in wärmeren Gebieten mit mildem Winter wie etwa im Mittelmeerraum. Palmen gehören eigentlich gar nicht zu den Bäumen, sondern zählen zur Gruppe der Monokotyledonen. Wer Palmengewächse ziehen und pflegen möchte, sollte sich vorab kurz mit deren Eigenschaften vertraut machen.

Dem Stamm der Palme fehlt ein Kambium, daher verfügen Palmen über kein sekundäres Dickenwachstum. Die Blätter werden oft auch als Wedel bezeichnet. Die Blattform ist entweder gefächert (“palmat”) oder gefiedert bzw. ungeteilt mit fiederförmiger Aderung (“pinnat”). Ihr lateinischer Name Phoenix wird einigen Quellen zufolge auf das antike Phönizien zurückgeführt. Mit über 300 Arten und mehr als 200 Gattungen ist die Familie der Palmengewächse schlicht enorm.

Chamaerops ist die einzige Palme mit Ursprung in Frankreich. Washingtonia filifera ist eine in Arizona, Mexiko und Kalifornien beheimatete Art. Die Amerikaner haben sie nach dem Präsidenten George Washington benannt, “filifera” kommt aus dem Lateinischen und bedeutet “faserbildend”. Alle anderen Palmen kommen aus Asien, aus Nord-und aus Westafrika. Es handelt sich um tropische Pflanzen, die ein mediterranes Klima und die Sonne bevorzugen. Die meisten Palmengewächse hassen Kälte, es gibt aber auch wirklich robuste Ausnahmen wie Trachycarpus fortunei, die im Himalayagebirge wächst.

Palmen vermehren

Die Vermehrung von Palmen durch Samen ist langwierig. Von Fachleuten wird sie unter Glas durchgeführt, es braucht bei einzelnen Samen jedoch bis zu 24 Monaten, bis sie keimen. Bevor die Jungpflanze wie eine echte Palme aussieht vergehen Jahre. In der Praxis ist es also ratsamer, anhand von Schößlingen und Seitensprossen zu vermehren. Wichtig ist, daß der Schößling bereits bewurzelt ist oder der Sproß mindestens 2 Wedel besitzt. Den Sproß mit einem scharfen Messer vom Stamm abtrennen, dabei darauf achten, daß das Gewebe nicht zu sehr beschädigt wird. Zur Vermehrung nur gesunde Sprossen auswählen.

Die junge Palme wird in ein Gemisch aus feuchtem Sand und Torferde gesetzt und an einem hellen, aber nicht sonnigen Standort aufgestellt. Die geeignete Temperatur für die extrem kälteempfindliche Jungpflanze liegt zwischen 21° und 24° C. Die Wurzelbildung beträgt in der Regel bis zu drei Monate, erst dann treiben neue Wedel aus. Umgetopft werden Palmen im Frühjahr, wenn sich das Erdreich allmählich erwärmt. Wer in einer Region mit mildem Klima lebt, kann seine Palme allerdings das ganze Jahr hindurch verpflanzen.

Zur Vorbereitung des Bodens eine große Grube ausheben. Je tiefer und größer das Loch, desto größer der Erfolg! Denken Sie an eine gute Durchlüftung des Bodens und mischen Sie Dünger, Erde und Torf richtig. Für Topfpflanzen: Zum Schutz vor zu nassen Füssen unbedingt eine Schicht Tonscherben oder Kiesel auf den Topfboden legen. Den richtigen Topf wählt, wer die Größe der ausgewachsenen Palme kennt. Je nach Art der Palme ist mit einer Höhe von 2-3 Meter und 25-30 Meter bzw. 50-80 cm Durchmesser zu rechnen. Ein mildes Klima und ein gut durchlässiger Boden sind für die Bedürfnisse von Palmen optimal. Pflanzen Sie Ihre Palmen in unmittelbare Nähe zu anderen Sträuchern, Stauden oder auch im Schatten einer Mauer. Die Vegetation um sie herum bildet Schutz vor direkter Sonnenbestrahlung und zu starken Winden. Zimmerpalmen gehören in hinreichend große Töpfe oder Kübel. 3 bis 5 cm sollten am oberen Topfrand zum Gießen frei bleiben. Die Topfgröße ist auch in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur zu wählen. Pflanzen in kühleren Räumen werden weniger gegossen als solche, die in einem wärmeren Raum stehen.

Pflege der Palme

Damit Sie Freude an Ihrer Palme haben, sollten Sie sich für robustere Arten entscheiden und stets die Händlerinformationen beachten. Jede Palme hat ihre ganz speziellen Bedürfnisse und ist nicht mit anderen Arten vergleichbar. Sofern sie einen geschützten Standort erhalten, gehören zu den robusten Palmen: Cycas, Livistona, Chamaerops excelsa, Phoenix canariensis und Phoenix rosebelenii, Trachycarpus und Washingtonia. Jungpflanzen im Winter mit Eichen- oder Kastanienblättern und einem Schutznetz abdecken. Die Pflanze möglichst vor dem ersten Frost an einen nicht zu kalten Ort stellen und dort überwintern lassen. Einmal pro Jahr wird gedüngt. Ein jährliches Umtopfen ist überflüssig, alle 2 bis 3 Jahre reicht je nach Wachstum aus. In der wärmeren Jahreszeit die Wedel regelmäßig abduschen oder die Pflanze ganz in Wasser tauchen. So bleiben die Wedel stets staubfrei und sauber.

Was man sonst noch über die Palme wissen muß

Schneiden Sie niemals in den Stamm der Palme. Beschädigte oder verwelkte Wedel dagegen können problemlos entfernt werden. Palmengewächse können bis zu 100 Jahre alt werden. Kokos-und Dattelpalmen zählen zu den Früchte tragenden Palmengewächsen. Eine Dattelpalme trägt im Durchschnitt 50 kg Früchte pro Jahr. Auf ein Hektar Land errechnet sich so eine jährliche Produktion von ca. 6000 kg Datteln. Die Wedel der Dattelpalme eignen sich gut zum Abdecken von Hütten und Behausungen.

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Veröffentlicht in Exotische Bäume von Emily am 28 Jul 2011

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