Tips für erfolgreichen Cardy-Anbau

Die Cardy-Pflanze, auch Kardone, Karde, Stachys, Spanische Artischocke oder Gemüseartischocke genannt, ist eine distelartige, kräftige Kulturpflanze mit fleischigen Blattstielen, deren Wurzeln und Blattrippen als Gemüse gegessen werden. Vor allem in Frankreich ist Cardy ein beliebtes Blattgemüse, hierzulande kann man froh sein, wenn man überhaupt Saatgut für Karden auftreibt. Die Lyoner Region ist stolz auf ihre renommierte Cardy-Küche, die weiße Karde ist beliebteste Kultursorte, sie hat keine Stacheln und ist somit besonders einfach zu verarbeiten. Andere Sorten haben diesen Erfolg aufgrund ihrer stacheligen Ränder nicht, obwohl sie weit intensiver im Geschmack und schmackhafter sind.

Cardy (Cynara cardunculus) gehört zu der botanischen Familie der Korbblütler (Asteraceae, Compositae), wild wachsend können die Pflanzen mehrere Jahre überdauern. Kulturpflanzen für ihren Teil werden einjährig angebaut. Die Blattrippen können in Küchenrezepten unterschiedlich zubereitet werden, Stengeln und Blättern wird Heilwirkung bei Leberproblemen nachgesagt. Ihre hübschen blau-lila Blüten machen die Karde auch zu einer ansehnlichen Zierpflanze.

Cardy-Anbau im Garten

Die Cardy schätzt einen lockeren und tiefgründig bearbeiteten, gut organisch gedüngten und leicht sandigen Boden in sonniger Lage. 75 % Kompost wird mit 25 % Erde gemischt. Gesät werden kann direkt im Freiland, im Anzuchtkasten oder in Anzuchtschalen. Ist der Boden nicht fruchtbar genug, werden die Blattrippen bitter. Da Cardy den Boden auslaugt, sollte sich die Beetfläche 5 Jahre lang von der Cardy-Kultur erholen können, bevor der gleiche Standort für die Kultur erneut gewählt wird. Die adulte Pflanze kann 2 Meter Wuchshöhe erreichen und 20 Kilo wiegen.

Ab April kann man die Cardy pflanzen. Freilandsaat ist ab Mai möglich, wenn die Anbauregion von mildem Klima profitiert. In Regionen mit kälterem Winter dagegen sollte diese Gemüseartischocke erst später kultiviert werden. Der Pflanzabstand beträgt 20 cm, die Pflanztiefe 30 cm. Der Reihenabstand muß ungefähr 1,5 m betragen, damit sich die Pflanzen ungehindert entwickeln können. Sobald die ersten Blätter erscheinen, werden die schwächsten Pflanzen ausgezupft. Die kräftigsten Pflanzen bleiben stehen, es wird regelmäßig gewässert und Unkraut gejätet. Da die Karde ein Starkzehrer, also eine besonders hungrige Pflanze ist, wird sie insbesondere ab August monatlich mit Flüssigdünger oder Flüssigmist versorgt. Für die Saat im Anzuchttopf arbeitet man entweder mit Kompost oder aber mit Blumenerde. In jeden Topf kommen fünf Samenkörner, die in vernünftigem Maß angegossen werden. Ab Mitte Mai können die Sämlinge pikiert werden. Dabei werden nur die kräftigsten Pflanzen umgesetzt. Im Anzuchtkasten braucht man erst pikieren, sobald die Pflänzchen 4 bis 5 Blätter haben.

Cardy – Pflege und Ernte

Damit Cardy genießbar ist, müssen die Pflanze ausbleichen. Es muß folglich mindestens 30 Tage vor der Ernte verhindert werden, daß Licht auf die Blätter fällt. Ohne Licht werden sie kein Blattgrün mehr ausbilden können. Die unteren Blätter mit Stoff, Stroh oder schwarzer Folie umwickeln und an den Hauptstamm binden. Mit welchem Material die Blätter verhüllt werden, spielt keine große Rolle. Vergessen aber sollte man auf keinen Fall, die Erde um die Pflanze herum anzuhäufeln und eine Mulchdecke aus Stroh anzulegen. Um die Fäulnisgefahr zu verringern, kann diese Operation bereits im September erfolgen, sofern trockenes Wetter herrscht. Sobald die Blattrippen schön zart und weiß sind, können sie geerntet werden. Mit der nahenden Wintersaison kann der Bleichprozeß im Keller fortgesetzt werden, der gewählte Ort muß trocken und dunkel sein. Die Pflanze dort mit ihrem Wurzelballen ablegen und von Zeit zu gießen.

Cardy ist eine robuste Pflanze, die allerdings bestimmte Insekten fürchtet, darunter Blattläuse und Drahtwürmer. Bevor man zur chemischen Keule greift, sollte man stets zuerst natürliche Mittel probieren, die in den meisten Fällen ausreichend sind, um die Schädlinge loszuwerden. Die Kardone ist ebenfalls anfällig für Pilzkrankheiten wie Wurzelbrand und Falschen Mehltau. Vorbeugend sollte man in Erwägung ziehen, die Karde nicht dort zu pflanzen, wo zuvor krautige Pflanzen wie Linsen und Gewürzkräuter angebaut wurden.

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Veröffentlicht in Wintergemüse von Emily am 01 Nov 2012

1 Kommentar

Kommentar : Joeselle (Gast)

Guten Tag, wo kann ich die Pflanze oder den Samen in München kaufen - bzw. brauche ich eine Internetadresse wo der Samen zu beziehen ist. Beste Dank für die Info beste grüße joeselle

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