Bordeauxbrühe - Ein Rezept im Kampf gegen Pilze an Pflanzen

Bordeauxbrühe ist ein im Garten häufig zum Einsatz kommendes Fungizid auf Basis von Kupfer. Bordeauxbrühe gibt es in Pulverform oder als feinkörniges Granulat und wird von verschiedenen Marken angeboten. Gärtner verwenden sie gerne präventiv, wenn die Pflanzen im Frühling Knospen austreiben. Allerdings müssen bei der Handhabung dieses Produktes bestimmte Vorkehrungen getroffen werden. Überdosierte Bordeauxbrühe kann für die Pflanzen giftig und für den Boden extrem schädlich sein.

Ursprünglich wurde Bordeauxbrühe als Mittel zur Behandlung des Falschen Mehltaus an Weinreben eingesetzt. Mit Bordeauxbrühe lassen sich diverse Schadbilder beheben, darunter Schorf an Birn-und Apfelbäumen, Kraut-und Knollenfäule an Kartoffeln und Tomaten, Gummifluß an Steinfrüchten, Blattbräune der Quitte und Bakterienbrand an Birn- und Apfelbäumen. Bordeauxbrühe kommt aber auch zum Einsatz, um bestimmten bakteriellen Erkrankungen entgegenzuwirken.

Effiziente Bordeauxbrühe

Bordeauxbrühe geht auf eine rein zufällige Entdeckung zurück. Südfranzösische Weinbauern bespritzten ihre Reben damit, die Früchte nahmen einen unangenehmen Geschmack an und wurden so für vorbeikommende Diebe uninteressant. Das Rezept wird seit Jahrhunderten für die natürliche Behandlung von Pilzen genutzt. Es handelt sich um ein bläulich gefärbtes Fungizid auf Basis von Kupfersulfat und Kalkmilch. Auf einen Liter Wasser rechnet man je 10 bzw. 20 Gramm der beiden Zutaten. Das in der Brühe enthaltene Kupfer verbessert die Verholzung und Frostbeständigkeit der Pflanze. Nach Aufbringen von Bordeauxbrühe sind die Früchte resistenter gegen Fäule und Bakterien. Ferner bewirkt Bordeauxbrühe bei frisch geschnittenen Gehölzen eine raschere Wundheilung.

Bordeauxbrühe anwenden

Das Pulver oder Granulat gibt es Beuteln zu kaufen. Für fertige Brühe löst man es einfach in Wasser. Man erhält eine bläuliche Lösung, die auf die zu behandelnden Pflanzen gespritzt wird. Vorbeugende Behandlung von Obstbäumen wie Pflaume, Aprikose und Pfirsich wird im Februar durchgeführt, wenn das Wetter trocken ist und die Bäume noch nicht in der Blüte stehen. Erdbeeren, Trauben, Tomaten und Kartoffeln werden ab Mai mehrmals in Intervallen von je zwei Wochen besprüht. Pflaume, Apfel, Aprikose und Pfirsich sind im Herbst nach dem Blattabwurf an der Reihe. Die Verwendung von Bordeauxbrühe in der biologischen Landwirtschaft sollte jährlich nicht mehr als 6 kg Kupfer je Hektar Fläche überschreiten.

Vorsichtsmaßnahmen

Die falsche Anwendung von Bordeauxbrühe ist nicht nur für Pflanzen giftig. Unter der Einwirkung von Kupfersulfat können die Blätter schnell leiden. Kupfer wird vom Boden nur langsam ausgewaschen. Die Metallkonzentration kann recht schnell auf 200 mg/kg Land ansteigen – gegenüber dem Limit von 2 bis 60 mg/kg ein deutlich zu hoher Wert. Es ist daher auch aus ökologischer Sicht auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Mengen zu achten. Im übrigen sollte Bordeauxbrühe nicht bei großer Hitze gespritzt werden.

Steinobst, das in der Blüte steht, darf nicht behandelt werden. Wird Bordeauxbrühe dann dennoch gespritzt, ist mit Verrieselung zu rechnen. Eine zu hohe Kupferkonzentration im Most wirkt sich nachteilig auf die Hefen aus, die für die Vergärung von Wein verantwortlich sind. Gemüse, dessen Ernte in unmittelbare Nähe rückt, sollte ebenfalls besser nicht behandelt werden. Bordeauxbrühe ist für den Menschen wie für Land- und Wassertiere giftig. Sie sollte daher unbedingt in einem fest verschlossenen Behältnis in weiter Entfernung von Kinderhänden aufbewahrt werden.

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Veröffentlicht in Pflege von Emily am 15 Jan 2013

1 Kommentar

Kommentar : Speidel Willi (Gast)

wo kann ich die bordeauxbrühe (bouillie bordelaise) erwerben

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