Blattläuse biologisch bekämpfen

Die Blattlaus ist ohne Zweifel der größte Feind in unseren Gärten. Kohl und Rosenstöcke, Tomaten, Bohnen bis hin zu Apfelbäumen – Blattläuse vergreifen sich an allem. Diese Insekten pflanzen sich durch Jungfernzeugung (Parthenogenese) fort, d. h. eingeschlechtlich und ohne von einem männlichen Partner befruchtet zu werden. Dadurch bilden sie in kürzester Zeit riesige Kolonien. Blattläuse oder Aphidoidea ernähren sich von dem Saft ihrer Wirtspflanze, die schließlich austrocknet und abstirbt.

Chemische Insektenvernichtungsmittel sind zwar effizient gegen Blattläuse, wirken sich aber oft auch schädlich für die Umwelt und die Gesundheit von Mensch und Tier aus. Die mit ihnen besprühten Pflanzen können für Mensch und Tier giftig sein. Sofern immer möglich, sollte man mit ökologisch unbedenklichen Mitteln gegen Blattläuse vorgehen. Dazu zählen Pflanzenpartnerschaften oder auch natürliche Gifte und Feinde der Blattlaus.

Blattläuse schnell und sicher vernichten

Um Befall mit Blattläusen zu verhindern oder zu beseitigen, kann man absolut natürliche Mittel einsetzen. Auf 5 Liter Wasser 5 Teelöffel Paraffinöl geben und die Pflanzen damit besprühen. Die Zubereitung verstopft die Atmungsorgane der Blattläuse. Statt Öl kann man Spülmittel oder flüssige Seife verwenden. Bei Verwendung von geriebener Seife rechnet man 25 Gramm je 5 Liter Wasser. Auf die gleiche Wassermenge kommen 1,5 Liter Flüssigseife. Bei wirklich heftigem Befall sollte man nicht zögern, drakonisch zu Wasser-Pfeffer-Gemisch zu greifen. Präventiv kann man Kaffeesatz auf dem Gartenboden verstreuen. Er hält Blattläuse fern.

Gartenfreund Marienkäfer

Indem man einen Lebensraum schafft, in dem sich der Marienkäfer wohl fühlt, handelt man präventiv, denn das kleine Krabbeltier ist ein natürlicher Feind der Blattlaus. Man kann zum Beispiel in Gartennähe einen Unterschlupf einrichten, in dem die Tiere den Winter verbringen können. Solche Winterquartiere für Marienkäfer gibt es im Fachhandel, man kann sie aber auch selber basteln. Auch Marienkäferbrut gibt es in gut sortierten Gartengeschäften und im Internet. Eine einzige Larve vertilgt bis zu 100 Blattläuse täglich!

Pflanzen im Kampf gegen Blattläuse

Pflanzpartnerschaften zur Bekämpfung von Blattlausbefall bilden, bei denen sich die Pflanzen gegenseitig beschützen. Bei Rosen, eine Lieblingsspeise von Blattläusen, helfen am besten Salbei, Schnittlauch und Lavendel. Buschbohnen und Saubohnen lassen sich am besten durch Bohnenkraut schützen, Tomaten stehen am besten in der Nähe von Möhren. Es gibt noch viele andere Pflanzen, die sich am Rand des Nutzgartens nützlich machen: Kapuzinerkresse hat eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Blattläuse, Phacelien sind die Lieblingspflanze der Schwebfliege und ein “Killer” von Blattläusen.

Natürliche Insektizide zur Beseitigung von Blattläusen

Natürliche Insektizide werden auf Pflanzenbasis hergestellt und können ohne Gefahr für Umwelt und Mensch eingesetzt werden. Wir zählen hier nur solche Zubereitungen auf, die jeder leicht selbst herstellen kann und die für alle Pflanzen universell einsetzbar sind. Gesunde Kartoffeln abkochen und seine Pflanzen mit dem Kochwasser einsprühen. Minzblätter fein hacken, mit Wasser aufgießen, wenige Minuten ziehen lassen, durch ein Sieb gießen und auf die Pflanzen spritzen. Ein Paket Tabak mehrere Stunden lang in 10 Liter Wasser ziehen lassen.

Rhabarberblätter enthalten eine Substanz, welche Blattläuse lähmt. Je 100 g Blätter rechnet man Liter Wasser. Die Blätter mindestens 24 Stunden lang ziehen lassen, dann zum Kochen bringen und 30 Minuten lang kochen lassen. Den Sud filtern und die Pflanzen besprühen. Zur Aufbewahrung des Suds einen undurchsichtigen Behälter verwenden. Auch mit Pflanzenjauche aus Engelwurz, Holunder und Brennessel kann man Blattläuse bekämpfen.

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Veröffentlicht in Bio von Emily am 24 Aug 2012

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