Birnbäume richtig pflanzen und pflegen

Der Birnbaum ist ein robustes Gehölz, das sich dem Klima des europäischen Kontinents hervorragend anpaßt. Er toleriert jeden Geländetyp, sofern er nicht zu kalkhaltig ist. Die Versorgung mit organischem Dünger ist ratsam, wenn man eine reiche Ernte erzielen möchte. Die Birne ist nicht immun gegen Pflanzenkrankheiten wie Mehltau oder Rost. Um Befall zu verhindern, ist Vorsorge die beste Lösung.

Hier einige Tips zu Anbaumethoden und Pflegetechniken für Birnbäume. Herbstbirnen sind ideale Tafelbirnen. Ihre Erntezeit liegt zwischen Oktober und Mitte Dezember. Gute Luise, Beurré Hardy und Packhams Triumph gehören zu den Herbstbirnen. Winterbirnen, zu denen die Sorten Cornice, Colmar oder Bergamotte gehören, werden von Mitte Dezember bis Mitte Mai geerntet. Die Ernte von Sommerbirnen schließlich findet von Juli bis September statt. Sie werden für die Herstellung von Süßspeisen oder Torten verwendet.

Beschreibung und Allgemeines

Der Birnbaum ist ein in Asien und Osteuropa beheimateter Obstbaum. Das Gewächs gehört zu der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) wie auch der Apfelbaum, die Quitte und eben die Rose selbst. Die Birne ist ein laubabwerfender Baum, der frei wachsend eine Wuchshöhe von bis zu 20 Metern erreicht. Die Birne gehört zu den Obstbäumen mit der größten Lebensdauer: Sie kann bis zu 200 Jahre alt werden. Der Birnbaum blüht im April in doldentraubigen, weißen und rosa Blütenständen. Der Baum wird wegen seiner fleischigen und saftigen Früchte, Birne genannt, gern im Garten angebaut. Birnbaumholz wird gern zum Bau von Möbeln und Musikinstrumenten wie Geigen genutzt. Sein hübscher Wuchs macht den Birnbaum zu einer beliebten Zierpflanze.

Der Birnbaum – Pflanz- und Pflegetechniken

Der Birnbaum kann bis auf die Wintersaison das ganze Jahr über gepflanzt werden. Ideale Pflanzzeit ist der Herbst, denn so hat der Baum vor Wintereinbruch noch genügend Zeit zum Verwurzeln. Wird die Pflanzung im Frühjahr oder Sommer vorgenommen, ist vor allem für die erste Zeit regelmäßige Bewässerung einzuplanen. Der Birnbaum paßt sich fast jedem Bodentyp an. Nur kalkhaltiger Boden schadet ihm eher. Ideal ist leicht lehmiger und humusreicher Boden. Vor dem Einsetzen des Baums in die Erde sollte diese mit Torf, Kompost und Dünger verbessert werden. Für das Pflanzloch ist eine Größe von 80 cm Seitenlänge und Tiefe vorzusehen. Die Grube zum Auflockern der Erde gründlich umgraben und die Erde mit etwas organischem Dünger vermischen, damit das Bäumchen leichter anwächst.

Vor dem Einsetzen der Pflanze eine Pflanzstütze eingraben. Sie soll den Baum in den ersten drei Jahren seines Daseins aufrecht halten. Birnenpflanzen sind zumeist als Wurzelware erhältlich. Die Wurzelenden werden gekappt, so daß neue Wurzelfasern besser nachwachsen können. Einschlämmen vor dem Einpflanzen ist möglich, dabei werden die Wurzeln in ein Gemisch aus Schlamm und Kuhmist getaucht. Die Veredelungsstelle darf nicht eingegraben werden, sie befindet sich direkt über Bodenniveau. Die Grube mit verbesserter Erde befüllen, dabei darauf achten, daß keine Luftlöcher gelassen werden. Die Erde gleichmäßig andrücken, dann großzügig gießen. Es ist ratsam, das Astwerk des Birnbaums um ungefähr ein Drittel zurückzuschneiden.

Der Abstand zwischen zwei Birnbäumen hängt größtenteils von der Art des Gehölzschnittes ab, den man später an seinen Bäumen vorzunehmen gedenkt. Der Schnitt für Hochstämme beispielsweise erfordert zwischen zwei Pflanzen einen Abstand von 8 Metern. Die Säulenpyramidenform braucht nur 2 bis 3 Meter Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen. Auch der Geländetyp und die Veredelungsgrundlage beeinflussen den Abstand der Bäume zueinander. Nährstoffarmer Boden oder eine Veredelung mit Quitten erfordert einen größeren Abstand.

Der Birnbaum ist eine bis -20° C frostresistente Pflanze, aber weniger tolerant als der Apfelbaum. Es ist daher ratsam, ihn vor kalten Winden geschützt zu pflanzen. Der Birnbaum genießt die Sonne. Versorgung mit verrottetem Dung im Frühjahr unterstützt sein Wachstum. Je nach Art bringen Birnbäume Früchte, die im Sommer oder aber im Winter geerntet werden können. Alle Birnbäume blühen im April, sind aber in der Regel keine Selbstbestäuber. Um Früchte tragen zu können, brauchen sie eine andere Sorte, eine sogenannte Unterlage. Diese Fremdbestäubung ist auch für Sorten, die mit sich selbst fruchtbar sind, deshalb wichtig, weil sie zu besseren Früchten führt.

Wie viele Obstbäume sind Birnbäume für Krankheiten und Schädlingsbefall anfällig. Die häufigsten Insekten auf der Birne sind Würmer, Läuse und Milben. Bei den Krankheiten sind vor allem Schorf, Feuerbrand, Mehltau und Rost zu nennen. Für die meisten Pflanzungen werden während der Blüte Insekten- und Milbenbekämpfungsmittel empfohlen. Zum Zeitpunkt des Blätterfalls und vor der Fruchtbildung ist eine Behandlung mit Bordeaux-Brühe sinnvoll.

Der Birnbaum – Vermehrung durch Pfropfung

Im Sommer kann die Vermehrung des Birnbaums durch Okulation erfolgen. Die Veredelung wird vorgenommen, weil der Sämling in der Hauptsache für die Vermehrung des Wildlings verwandt wird. Der daraus wachsende Birnbaum ist zwar äußerst robust, trägt aber nur wenig Früchte von mittelmäßigem Geschmack. Die Veredelung führt zu resistenteren Unterlagen und einer Edelsorte mit Früchten der gewünschten Qualität. Mit der Technik der Veredelung kann man an einem Baum zwei verschiedene Birnensorten ziehen. Damit wird das Problem der Fremdbestäubung gelöst. Veredelungsunterlagen sind vor allem die Wildbirne und die Quitte. Zwei bis drei Jahre nach der Veredelung trägt die Pflanze erste Früchte. Zwergwüchsige Sorten (1,5 m hoch und 7 Jahre alt) bringen den Birnbaum inzwischen auch auf den Balkon, wo man sie in großen Pflanzgefäßen oder Kübeln halten kann. Wählen Sie langsam wachsende Sorten, die auf Quitten veredelt werden, wie etwa Williams Christ oder Konferenz.

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Veröffentlicht in Obstbäume von Emily am 01 Nov 2012

1 Kommentar

Kommentar : Lala (Gast)

Ich finde diese Information sehr interessand

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