Artischocken, Gemüsekulturen ohne Schwierigkeiten

Die Artischocke (Cynara scolymus) gehört zu den wirklich einfachen Gemüsepflanzen. Sie lassen sich absolut problemlos kultivieren und gehören darüber hinaus zu den Gemüsearten, die nicht nur für eine Saison angebaut werden, sondern für drei, vier oder sogar fünf Jahre. Wichtig ist vor allem, für den Anbau im eigenen Garten eine Sorte zu wählen, die dem Klima der Region angepaßt ist. Ein Beispiel: Die violette Artischocke reagiert auf Feuchtigkeit extrem empfindlich, sie braucht viel Sonne, scheut aber Regen. Am besten gedeiht sie in mediterranem Klima. Die Sorte “Große von Laon” dagegen ist weit robuster und kann auch in kälteren und feuchteren Klimazonen kultiviert werden.

Die Erntezeit der Artischocken hängt vom Kulturgebiet und der angebauten Sorte ab. In Südfrankreich zum Beispiel werden die violetten Artischockensorten von April bis Juni geerntet, in den nördlicheren Regionen dagegen zwischen Juli und September.

Stattliche Blütenstände

Für die Kultur von Artischocken gibt es drei Möglichkeiten: Man kann mit im Topf vorgezogenen Pflanzen, Schößlingen oder Saatgut arbeiten. Die Pflanzung mit geschützter Vorkultur ist in den ersten Monaten des Jahres möglich, im Freien kann man ab April oder Mai säen. In beiden Fällen gibt man jeweils drei Samenkörner in ein Pflanzloch. Sobald die Jungpflanze zwei Blätter zeigt, kann sie pikiert werden. Von dieser Kulturmethode wird allerdings meist abgeraten, weil die Resultate in der Regel nur mittelmäßig sind. Man muß wissen, daß Artischocken zu den invasiven Pflanzen zählen. In nur wenigen Wochen erreicht die Jungpflanze eine Wuchshöhe von 1,50 Meter. Außerdem entwickelt sie sich in die Breite ebenso wie in die Höhe. Die Artischocke gehört zu den Starkzehrern, so daß der Boden vor der Pflanzung mit Dung verbessert werden muß. Im Herbst wird die Bodenverbesserung wiederholt. Nötigenfalls kann man im Frühjahr zusätzlich Stickstoffdünger einbringen. Grundsätzlich wird vermieden, Artischocken zweimal hintereinander an der gleichen Stelle zu pflanzen. Dies gilt für eine Dauer von mindestens fünf Jahren nach der letzten Ernte.

Anfänger sollten am besten mit fertigen Pflanzen oder Schößlingen arbeiten, die man im Handel findet. Schößlinge oder Ausläufer sind neue Triebe, die sich an der Basis einer alten Artischockenpflanze gebildet haben. Bei der Trennung des Triebs von der Mutterpflanze muß man aufpassen, daß er komplett mit seinen Wurzeln abgenommen wird. Schößlinge im Zentrum der Pflanze dürfen nicht angetastet werden, mit ihnen steht und fällt die nächste Ernte. Die Artischocke bevorzugt tiefgründig umgearbeitete Böden. Das Erdreich muß gut durchlässig sein und viel organisches Material enthalten. Es ist wichtig, bei der Vorbereitung des Standorts reifen Kompost oder Kuhdung in den Boden unterzuarbeiten. Der richtige Zeitpunkt für das Einpflanzen ist abhängig von der Sorte: im September für die violette Artischocken, im März-April für die anderen Sorten. Zur Schonung des Bodens ist es ratsam, zwischen seine Artischocken Salat oder Chicorée zu pflanzen.

Damit sich jede Artischocke korrekt entwickeln kann, achtet man bei der Pflanzung auf einen Mindestabstand von einem Meter zur nächsten Pflanze. Wer mit Schößlingen arbeitet, setzt jeweils zwei höchstens drei Zentimeter tief in ein Loch. Pflanzen in Anzuchttöpfen werden individuell gesetzt und direkt nach der Pflanzung großzügig gewässert. Auf gar keinen Fall darf der Boden in den ersten Wochen nach der Pflanzung antrocknen. Um die Feuchtigkeit besser im Boden zurückzuhalten, sollte man seine Pflanzen mulchen. Das hat gleichzeitig den Vorteil, unkontrollierten Unkrautwuchs zu verhindern. Im Winter wird der Boden, wenn er besonders locker ist, um jede Pflanze angehäufelt. Schwerer Boden dagegen wird besser gemulcht. Zur Ernte werden die Blütenstände (der genießbare Teil der Pflanze) abgeschnitten, solange die Schuppenblätter noch nicht geöffnet sind.

Wie werden Artischockenpflanzen gepflegt?

Ist die Artischocke von schwarzen oder grünen Blattläusen befallen? Schwarze Blattläuse nisten sich gern in den Blütenkörbchen ein, grüne Blattläuse befallen vor allem die Blätter der Pflanze. Um gegen sie vorzugehen, zieht man natürliche Methoden vor, soweit möglich: Es gibt verschiedene Spritzlösungen, ein Gemisch aus Wasser und scharfem Pfeffer, Seifenwasser oder Kartoffelkochwasser. Es ist auch möglich, die Pflanze mit den natürlichen Feinde der Blattlaus zu besetzen: Für Florfliegen und Marienkäfer sind Blattläuse ein Festtagsschmaus. Um zu verhindern, daß Nacktschnecken Zuflucht in den Artischocken suchen, stellt man einfach Schneckenfallen auf. Mehltau ist eine durch Pilze verursachte Krankheit. Man erkennt sie an weißlichen Verdickungen auf den Schößlingen und jungen Pflanzen. Graubräune (Ramularia) ist ebenfalls eine durch Pilze hervorgerufene Krankheit. Symptomatisch sind weiße Flecken auf den Blättern. In beiden Fällen muß man seine Pflanzen mit einem geeigneten Fungizid behandeln.

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Veröffentlicht in Sommergemüse von Emily am 01 Aug 2011

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